Atelierstipendium Villa Minimo 2016

Ausschreibung

Preis des Kunstvereins –
Atelierstipendium Villa Minimo 2016
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Der Kunstverein Hannover vergibt alle zwei Jahre zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses den »Preis des Kunstvereins – Atelierstipendium Villa Minimo«.
Der Preis, bestehend aus drei Stipendien, wird ermöglicht durch die Förderung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und des Kulturbüros der Landeshauptstadt Hannover.
Bereits von Anbeginn, seit nunmehr 33 Jahren, bildet die großzügige Unterstützung der in Hannover ansässigen Gundlach GmbH & Co das Fundament für das Stipendium.
Die drei Stipendien sind gegliedert in das Förderstipendium Niedersachsen, das Nachwuchsstipendium Niedersachsen und das Nationale Nachwuchsstipendium.
Die Stipendien werden aufgrund des bisherigen künstlerischen Schaffens vergeben, das in der jeweiligen Bewerbung entsprechend umfangreich dokumentiert werden muss. Der Preis des Kunstvereins wird seit 1983 vergeben.

www.kunstverein-hannover.de/stipendien/preis-des-kunstvereins
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Förderstipendium Niedersachsen (Januar 2017–Dezember 2018)
Das zweijährige Förderstipendium Niedersachsen wird an freischaffende KünstlerInnen mit abgeschlossenem Hochschulstudium im Alter bis zu 35 Jahren (zum Zeitpunkt der Bewerbung) vergeben, die in Niedersachsen bzw. Bremen leben oder geboren sind.

Nachwuchsstipendium Niedersachsen (Januar 2017–Dezember 2017)
Das einjährige Nachwuchsstipendium Niedersachsen wird an freischaffende KünstlerInnen bis maximal drei Jahre nach ihrem Hochschulabschluss vergeben, die in Niedersachsen bzw. Bremen leben oder geboren sind.

Nationales Nachwuchsstipendium (Januar 2018–Dezember 2018)
Das einjährige Nationale Nachwuchsstipendium wird an freischaffende KünstlerInnen bis maximal drei Jahre nach ihrem Hochschulabschluss vergeben, die ihren Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben.
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Leistungen
Die an die Vergabe des Preis des Kunstvereins Hannover geknüpften Leistungen gelten für alle drei Stipendien. Sie bestehen aus der mietfreien Nutzung eines Ateliers mit Wohnmöglichkeit in der Villa Minimo (Liebigstraße 32a in Hannover/List) und einem monatlichen Barstipendium in Höhe von 1000 EUR.
Der Preis ist mit einer Ausstellung im Kunstverein Hannover verbunden. Die Herausgabe eines Katalogs wird angestrebt.
Es besteht Residenzpflicht.
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Bewerbungsschluss ist Montag, der 30. Mai 2016

Die komplette Ausschreibung und Bewerbungsunterlagen als PDF finden Sie hier:
www.kunstverein-hannover.de/files/kvh_pdk_ausschreibung_bewerbung2016.pdf

Kunstverein Hannover
Sophienstraße 2
D–30159 Hannover
T +49(0)511.1699278–12
F +49(0)511.1699278–278
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Umfassende Ausstellung zur Kunst nach 1945: Folkwang-Meisterwerke treten in Dialog mit Highlights der Sammlung Looser

Das Museum Folkwang zeigt vom 29. April bis 30. Oktober 2016 Werke aus der Sammlung Hubert Looser im Dialog mit Meisterwerken der eigenen Sammlung. Werke von Frank Stella und Richard Serra treffen aufeinander, Gemälde von Jackson Pollock und Cy Twombly, Willem de Kooning und Franz Kline, und schließlich Skulpturen von Medardo Rosso und Alberto Giacometti.
Die Schweizer Sammlung Looser zählt zu den herausragenden Privatsammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst im europäischen Raum mit Schwerpunkten im Surrealismus, Abstraktem Expressionismus, Minimal Art und Arte Povera. In der Ausstellung Rodin – Giacometti | Pollock – Twombly | Rothko – Serra … Sammlung Looser. Dialoge. sind nun erstmals 19 hochkarätige Gemälde und Skulpturen aus dieser Sammlung in Deutschland zu sehen. Die Gegenüberstellung mit 15 ausgewählten Arbeiten aus dem Museum Folkwang ermöglicht einen Überblick über die wichtigsten Positionen der Kunst nach 1945. Gezeigt werden mannigfaltige Wechselbezüge: die malerische Geste, die Linie, das Prozesshafte, die Materialität oder das minimalistisch Spirituelle. Durch die Präsentation zeigen sich erstaunliche Gemeinsamkeiten unter den Werken, Wahlverwandtschaften öffnen und definieren sich, neue Nachbarschaften kristallisieren sich heraus. Fünf raumbezogene Inszenierungen entstehen: Surrealismus und Abstrakter Expressionismus, Abstrakte malerische Geste, Prozess und Materie in der Skulptur, Monochromie und Minimalismus und Bilder über nichts.
„Mit der Sammlung zu arbeiten und sie für unsere Besucher lebendig zu halten, ist mir sehr wichtig. Dankbar bin ich besonders Hubert Looser, der uns in großzügiger Geste für die kommenden sechs Monate Spitzenwerke aus seiner exquisiten Sammlung überlässt. Durch diese Konstellation ergeben sich neue Blickachsen und faszinierende Bezüge in unseren eigenen Beständen zur Kunst nach 1945“, äußert sich Direktor Tobia Bezzola.
„Als langjähriger Partner des Museum Folkwang freut es uns, dass diese hochkarätigen Werke in unserer Heimatstadt zu sehen sind. Diese Ausstellung ist eine Bereicherung: für das Museum, RWE, Essen und die Region“, sagt Sebastian Ackermann, Leiter Unternehmenskommunikation und Regionales Marketing RWE International SE.
Die Ausstellung wird unterstützt durch RWE. Gesponsert durch Sotheby’s.

Transit: Ströme Larissa Fassler und Mirko Martin

Vom 15. April  bis 4. September 2016 zeigen die Schader-Stiftung und das Hessische Landesmuseum Darmstadt die Ausstellung „DIALOGE 04 Transit: Ströme. Larissa Fassler und Mirko Martin“ in der Galerie der Schader-Stiftung.  Der Trailer auf unserer Youtube-Seite ermöglicht Ihnen einen ersten Eindruck: https://www.youtube.com/watch?v=6B95B6R_srI

 

Transit ist kein vereinzeltes Phänomen oder ein abgegrenzter Vorgang, sondern findet permanent statt sowohl als Lebens- und Wachstumsprozess, der eine ständige Veränderung und Metamorphose einschließt, als auch im gesellschaftlichen Prozess, in dem soziale, ökonomische und individuelle Aktionen stets Veränderungen und Verwandlungen sowie Folgeprozesse hervorbringen.

 

In einem globalisierten Umfeld und in entsprechender Quantifizierung der Teilhabenden und ihrer materiellen und ideellen Produkte manifestieren sich diese Vorgänge in Strömen: Menschenströme, Warenströme, Datenströme, Geldströme, Recyclingströme oder auch Bilder-, Ideen- und Kulturströme in einem gleichsam unendlich sich perpetuierenden Umlauf. Dieser ist jeweils regional und individualistisch sowie global und massenhaft spür- und wahrnehmbar sowie letztlich auch verortbar, besonders in städtischen Räumen.

 

Wie werden sie von Künstlerinnen und Künstlern gesehen und in die gesellschaftliche Diskussion eingebracht? Wodurch ist Mobilität im städtischen Raum gekennzeichnet? Was wird im Transit des Stadtraums alles einbezogen? Welche interpersonellen und materiellen Prozesse finden statt? Was charakterisiert eine Massengesellschaft auf diesen Strömungswegen?

 

Die kanadische Künstlerin Larissa Fassler (geb. 1975, lebt in Berlin) und Mirko Martin (geb. 1976, lebt in Berlin) beschäftigen sich in unterschiedlichen künstlerischen Gattungen wie Zeichnung, Plastik und Film mit dem Thema Transit. Larissa Fassler beobachtet über Wochen städtische Plätze und zeichnet die Bewegungsströme von Menschen, Waren und Bildern auf. Soziale, ökonomische und politische Strömungen werden sichtbar. Die architektonischen Hüllen dieser Ströme visualisiert sie in raumgreifenden Plastiken. Der Videokünstler Mirko Martin filmt Menschenströme in Metropolen wie Los Angeles oder hektische Arbeitsabläufe im Warentransportverkehr. Die unmittelbare visuelle und akustische Konfrontation mit dem, was wir häufig selbst alltäglich erleben, macht diese Ströme umso einprägsamer bewusst.

 

Kennzeichen beider künstlerischen Wahrnehmungen sind empirische Herangehensweise, genaue Beobachtung, formale Präzision und eine ästhetische Formensprache, welche das Thema „Transit: Ströme“ vor allem im Kontext prozesshafter und komplexer Abläufe eindrücklich erfahrbar werden lässt.

 

Die Ausstellung wird gefördert vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain und unterstützt vom Centre culturel canadien Paris.

 

 

 

 

Das Who is Who der Klassischen Moderne

Picasso-Museum eröffnet zwei neue Ausstellungen

Münster. In der Ausstellung „Von Arp bis Picasso – Die Sammlung der Fondation des Treilles“ zeigt das Picasso-Museum vom 30. April bis zum 21. August 2016 126 Werke aus der Kollektion von Anne Gruner Schlumberger (1905-1993). Die in Deutschland weitestgehend unbekannte französische Kunstliebhaberin und Menschenfreundin sammelte Meisterwerke des Who´s Who der Klassischen Moderne, darunter Skulpturen, Gemälde, Grafiken und Malerbücher, die sie in der von ihr gegründeten Fondation des Treilles vereinte. Neben Werken von Hans Arp, Hans Bellmer, Jean Dubuffet, Henri Laurens, Fernand Léger und Pablo Picasso bildet die surrealistische Kunst von Max Ernst und Victor Brauner einen Schwerpunkt ihrer Kollektion.

„Die Werke der Fondation des Treilles werden hier im Picasso-Museum erstmalig geschlossen in Deutschland präsentiert,“ so Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller, der die Ausstellung gemeinsam mit Danièle Giraudy, Kuratorin der Fondation, organisiert hat. „Wir suchen in der Schau nach neuen Sinnzusammenhängen zwischen den einzelnen Werkgruppen und stellen sie dafür in neuen Ensembles zusammen. Den Besucher erwartet ein Rundgang von der Klassischen Moderne über den Surrealismus bis hin zur Abstraktion.“

Geprägt ist die umfangreiche Sammlung von der Freundschaft zwischen der Sammlerin und den Künstlern. So sind die Werke ursprünglich nicht nach musealen Gesichtspunkten, sondern nach persönlichen Interessen und Vorlieben von ihr zusammengetragen worden.

Anne Gruner Schlumberger stammt aus einer elsässischen Industriellenfamilie. Sie ist die Tochter des Ingenieurs Conrad Schlumberger (1884-1953), der gemeinsam mit seinem Bruder Marcel das heute weltweit größte Unternehmen für Erdölexplorationen begründete.  Sie schuf auf ihrem 50 Hektar großen, im südfranzösischen Département Var gelegenen Anwesen die Fondation des Treilles, die bis heute Künstler und Wissenschaftler zusammenbringt und unterstützt. Die Kunstsammlung der Fondation des Treilles ist nicht dauerhaft ausgestellt, sondern nur im Rahmen von Sonderausstellungen für die Öffentlichkeit zugänglich.

30.4. – 21.8.2016

Giganten! Picasso und die Klassik

Parallel dazu treten im Rahmen der Ausstellung „Giganten! Picasso und die Klassik“ mit Werken des Eigenbestandes Picassos berühmte Illustrationen zu Ovids „Metamorphosen“ und Aristophanes´ „Lysistrata“ in einen spannenden Dialog mit Abgüssen antiker Plastiken aus den Beständen des Archäologischen Museums der Westfälischen Wilhelms-Universität. Ergänzt werden die Werke durch klassizistische Grafiken von Henri Matisse und Aristide Maillol.

Die Präsentation bietet dem Besucher einen lebhaften Einblick in eine einzigartige Phase der Moderne, als die Vergangenheit einen künstlerischen Maßstab und kreativen Impuls für die Zukunft versprach. Diese „Gegenströmung“, die sich in den 1920er- und 1930er-Jahren innerhalb der Klassischen Moderne entwickelte , setzte sich bildkünstlerisch mit dem griechisch-römischen Altertum und dem europäischen Klassizismus des 18. bis 19. Jahrhunderts auseinander. Die Künstler der „klassizistischen Moderne“ orientierten sich formal in ihren durch lineare Strenge und Körperbetonung geprägten Bildkompositionen an den ästhetischen Idealen der Antike und versuchten diese mit ihren subjektiven künstlerischen Mitteln in die Gegenwart zu übertragen. Dabei bildete insbesondere die intensive Beschäftigung mit antiken Texten von Homer bis hin zu Vergil einen Schwerpunkt des künstlerischen Schaffens.

Katalog

Ein Katalog zur Ausstellung „Von Arp bis Picasso“ ist an der Museumskasse erhältlich. (172 Seiten, 24,90 Euro)

 

 

OTTO PIENE FIGUR UND FARBE

Unter dem Titel „Figur und Farbe“ präsentiert die Galerie Thomas Modern
starkfarbige, gestische Temperaarbeiten von Otto Piene. Der Künstler verwendet in
diesen Werken auf den ersten Blick ungewöhnliche figürliche Darstellungen und
interpretiert in diesen noch kaum bekannten Werken seine großen künstlerischen
Themen Licht, Farbe und Bewegung auf eindrucksvolle Weise neu.
Als Mitbegründer von ZERO waren für Otto Piene Licht und Farbe die bestimmenden Elemente
einer Kunst, die sich von den überkommenen Regeln der Bildsprache lösen und neue Gültigkeit
erlangen wollte. Mit seinen Lichtballetten, kinetischen Lichtobjekten und den Feuerbildern
erkundete Piene diese unmittelbare, aber auch dem zufälligen, unkontrollierten Spiel des
Materials und des Lichts Raum gebende künstlerische Wirkung.

In den Temperabildern dominieren kräftige Farben in
kontrastreichen Kombinationen, die Darstellung zeigt häufig
expressive Figuren. Die Grundfarben rot, blau und gelb sowie
schwarz und weiß erzeugen in der jeweiligen Kombination nicht
nur eine starke Farb-, sondern auch eine Lichtwirkung. Die
Malweise als solche übersetzt die für Piene so wichtige Vibration
des Lichtes ins Bild.
Fast alle Arbeiten sind eigentlich Bewegungsbilder von
Einzelfiguren oder Figurengruppen, manche zeigen die Cellistin
und Performancekünstlerin Charlotte Moorman, so daß, wie in
den blauen, Richard Wagner zitierenden Arbeiten, die Musik als
Assoziation einer immateriellen, zeitgebundenen Kunst des
Klanges präsent ist. Andere variieren das Motiv des Auges,
welches wiederum seit jeher als ein Symbol und Äquivalent des
Lichtes gilt, ganz im Sinne von Pienes Auffassung, wonach die
Dinge und die Welt erst durch das Licht geschaffen werden.
Darin steckt auch das Interesse an der
Dematerialisierung des Kunstwerks, wie es Piene und
die ZERO-Bewegung verfolgt haben. Otto Piene hat
aus dieser Tendenz und im Bestreben, Bewegung
und – was gerne vergessen wird – auch die Zeit, den
Zeitablauf ins Werk zu setzen, große Luft- und
Himmelsskulpturen geschaffen, die sogenannten
„Inflatables“. Schon 1968 konnte Piene auf diese
Weise das Paradox des Vergänglichen, Immateriellen
mit großer optischer, farbiger und leuchtender
Präsenz realisieren. Die Skulpturen dieser Sky-Events
erinnern häufig an riesige Blüten oder Sterne, die
sich monumental in ihrer Größe, aber mit ebenso
großer Leichtigkeit im Wind vor dem Blau des Himmels oder, bei Nacht, in dem sie
anstrahlenden Licht wiegen – ein Motiv, das auch Jahrzehnte später in den in der Galerie
Thomas Modern ausgestellten Temperaarbeiten wiederzufinden ist.
Otto Piene selbst charakterisiert seine Papierarbeiten als „frei phrasiert“ und „lebhaften Prozessen ausgesetzt“. Er schreibt: „Spontaneität und Intuition – der blitzartige Einfall zur blitzartigen
Verwirklichung – sind typische Elemente künstlerischer Freiheit in den Papiermedien, und
spontaner, subjektiver Ausdruck ist die Folge.“

 

 

ANDREAS SLOMINSKI – DAS Ü DES TÜRHÜTERS

Andreas Slominski (geb. 1959) ist einer der bemerkenswertesten Vertreter eines neuen Geistes in der Skulptur und Installationskunst. Bekannt wurde er durch seine Fallen-Objekte seit Ende der 1980er Jahre, aber auch durch seine scheinbar absurden Aktionen, deren praktischer Nutzen in keinem Verhältnis zum betriebenen Aufwand stand. Ein neues Großprojekt des Künstlers wird nun vom 14. Mai bis 21. August 2016 in den Hamburger Deichtorhallen präsentiert.

Eigens für die Deichtorhallen hat Slominski eine raumfüllende Installation mit öffentlich aufstellbaren Toilettenhäuschen entwickelt, die für den Umbaucharakter unserer Städte stehen. In der Ausstellung wird der Künstler über hundert dieser mobilen Kunststoff-WCs präsentieren – industrielle Fabrikate, die zu eigenständigen Kunstwerken mutieren. Teilweise in gestalteter Form finden sich diese Kabinen in einer überraschenden Umkehrung als Bildobjekte an der Wand wieder. Auch die Innenausstattung solch mobiler WCs wie das Urinal, ein Toilettensitz oder der Papierrollenhalter werden an den Wänden wie bunte Tafelbilder oder im Raum wie Skulpturen arrangiert. Erstaunen und Amüsement stecken wie in vielen seiner Arbeiten auch in diesem neuen Großprojekt.

»Andreas Slominski verbindet in seiner Kunst Humor, Sarkasmus, Engagiertheit, Unbedingtheit, Freude an der Kunst. Er ist ein Meister ästhetischer Doppelstrategien. Wir freuen auf uns auf seinen spektakulären Auftritt in den Deichtorhallen«, so Deichtorhallen-Intendant Dirk Luckow.

Andreas Slominski zählt zu den international bekanntesten deutschen Künstlern, dessen Werk und Schaffen nicht nur durch Studium und Professur an der HFBK in besonderer Weise mit Hamburg verbunden ist. Er ist von zahlreichen renommierten Institutionen weltweit zu Einzelausstellungen eingeladen worden, darunter das Kunsthaus Zürich, die Fondazione Prada, Mailand und das Boijmans van Beuningen, Rotterdam.

Zur Ausstellung erscheint eine limitierte Edition von Andreas Slominski. Der Snoeck Verlag publiziert einen Katalog mit Texten von Dirk Luckow, Saša Stanišić und Dörte Zbikowski.

Augen. Blicke. Impressionen.

Meisterwerke des Französischen Impressionismus

Die Ausstellung »Augen. Blicke. Impressionen.« ist eine Hommage an die Meister des Französischen Impressionismus. Neben namhaften Künstlern dieser Epoche wie Claude Monet oder Auguste Renoir sind mit Armand Guillaumin und Théodule Ribot auch seltener gesehene Impressionisten vertreten.

Die Gemälde, Graphiken und Plastiken stammen alle aus dem Bestand der Staatsgalerie. Die Kombination von Meisterwerken der Malerei und Skulptur mit herausragenden Arbeiten auf Papier vermittelt ein bemerkenswert geschlossenes Bild der Epoche. Hauptwerke wie Cézannes »Badende vor einem Zelt«, Monets »Felder im Frühling« und Renoirs »Am Kamin« mischen sich mit selten oder noch nie gezeigten Werken. So gelangt Edgar Degas‘ bedeutendes Pastell »Das Wannenbad, Frau sich abtrocknend« – aufgrund seines konservatorischen Zustandes schon seit langem nicht mehr ausgestellt und auch nicht mehr verliehen – erstmals wieder ans Licht der Öffentlichkeit.

Aus konservatorischen Gründen werden die Arbeiten auf Papier Ende August ausgetauscht, so dass ein Überblick auf die selten gezeigten Werke der Impressionisten ermöglicht wird.

Am Ende des Querschnitts durch die Stationen dieser Stilrichtung stehen bedeutende Werke des Postimpressionismus, wie Paul Gauguins »Wohin gehst du?«, Odilon Redons »Kämpfender Engel« sowie sein Zyklus »Les Fleurs du Mal«, der in der Staatsgalerie noch nie vollständig gezeigt wurde. Diese Gemälde und Papierarbeiten versetzen den Betrachter in exotische und visionäre Welten.

Die Gliederung der Ausstellung folgt den klassischen Gattungen Landschaft, Bildnis, Interieur, Akt und Stillleben. Sie ermöglicht dem Besucher neue Formen der Begegnung und somit eine andere Wahrnehmung der bekannten Objekte. Nicht nur die thematische Gruppierung der Gattungen, sondern auch die unterschiedlichen Techniken zeugen von der Vielseitigkeit dieser Epoche.

CY TWOMBLY: IN THE STUDIO

Mit einer Neupräsentation meldet sich Cy Twombly im Obergeschoss des Museums Brandhorst zurück. Und zwar mit einer retrospektiven Auswahl von Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien aus den frühen 1950er-Jahren bis hin zu einem Bild aus Twomblys allerletzter Werkserie, die er 2011 kurz vor seinem Tod fertiggestellt hat. Mit mehr als 200 Werken – von denen die Hälfte nun zu sehen sein wird – aus unterschiedlichen Schaffensperioden verfügt die Sammlung Brandhorst über die bedeutendsten Bestände des Künstlers in Europa.

Twombly hat dem jeweiligen Ort, an dem seine Werke entstanden sind, Zeit seines Lebens eine zentrale Bedeutung beigemessen. Insbesondere in seinen Fotografien spielt Twombly vielfach auf den Arbeitsprozess und die besondere Atmosphäre bei der Entstehung seiner Bilder und Skulpturen an. In seinen Interieurs gelingt es ihm, seine Wohnräume zu poetischen Orten der Imagination zu steigern, in denen sich Natur und Kultur, Banalität und verfeinerter Geschmack begegnen. Paradigmatisch wurden deshalb die monumentalen Rosen mit Fotografien gegenübergestellt, die Cy Twombly eigens für den zentralen Saal im Obergeschoß des Museums gestaltet hat. Sie reflektieren den Kontext ihrer Entstehung: intime Szenen aus Twomblys Atelier, Zitronen aus seinem Garten, Strandaufnahmen, knallig-bunte Aufnahmen von Süßwaren und  poetischen Blumenarrangements. Sie alle vermögen das weite Spektrum von Twomblys Rosendarstellungen zu veranschaulichen.

Erstmals seit der Eröffnung sind alle 18 Skulpturen der Sammlung Brandhorst ausgestellt. Es handelt sich dabei um Zusammenstellungen alltäglicher Gegenstände, die Twombly seinem unmittelbaren Lebensumfeld entnommen hat: ein Besenstil, ein Lineal, Reste von Wein- und Olivenölfässern, eine Johnnie Walker-Whisky Holzkiste. Ausgehend von diesen „niederen“ Materialien lässt Twombly ein ganzes Panorama an Traditionen und Stationen der Kunstgeschichte Revue passieren. Es tauchen Anklänge an archaische Kuroi und antike Inschriften auf, an ägyptische und persische Monumente, an afrikanische Fetischobjekte, an neoklassizistische Figuren, bis hin zu Referenzen auf moderne Kunstströmungen wie Dadaismus und Arte Povera.

Neuerwerbung

Erstmals wird auch eine Neuerwerbung von Cy Twombly für die Besucher zu entdecken sein. Es handelt sich um das Werk „Untitled (Camino Real)“, 2011.

Cy Twombly hinterließ 2011 eine Serie von Bildern in seinem Atelier bei Gaeta, die zu den intensivsten Bildern zählen, die der Künstler je geschaffen hat: Rote, gelbe und orangene Schleifen ziehen sich über den hellgrünen Grund und bilden leuchtende Farbakkorde. Während des Malprozesses hat Twombly die breiten Pinsel an lange Stöcke gebunden. Die Linien sind nicht mehr im Detail kontrollierbar und geben sich ihren Launen hin. Man sieht förmlich, wie Twombly den frisch in die Farbe getauchten Pinsel an einigen Stellen ansetzt, wie die Farbe dann dick herunterfließt und wie die Geste im weiteren Verlauf an Kraft verliert.

Der 1928 in Lexington, Virginia, geborene Cy Twombly ist einer der einflussreichsten Künstler der Gegenwart. Ausgehend vom Abstrakten Expressionismus entwickelte er einen eigenwilligen gestischen Stil mit schriftartigen, „linkischen“ Zeichen, die er auf großformatigen Leinwänden ins Monumentale steigert. Kein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts hat sich dabei so bedingungslos auf den „Nullpunkt“ der modernen Kunst eingelassen wie Twombly. Schreibübungen von Kindern, gedankenverlorenes Gekritzel und Graffitis auf Hauswänden dienen ihm als zeitgenössische Ausgangspunkte, um den Erfahrungsgehalt mythischer Erzählungen zu aktualisieren und einen Bogen zu den großen Themen der mediterranen Kulturgeschichte zu spannen. In seinen letzten Lebensjahren hat Twombly ein beeindruckendes Spätwerk geschaffen, das an malerischem Reichtum an die späten Schaffensjahre von William Turner und Claude Monet erinnert.

Cy Twombly und München

Zeit seines Lebens war Twombly mit dem kulturellen Leben Münchens eng verbunden. Bereits in den 1960er-Jahren setzt seine Beziehung zu München mit der Freundschaft zu Lothar Schirmer ein, der in seinem Verlag Schirmer/Mosel zahlreiche Kataloge, Monographien und Werkverzeichnisse des Künstlers betreuen sollte. Seit den 1970er Jahren stellte Twombly regelmäßig in München aus: bereits 1973 präsentierte das Lenbachhaus seine Arbeiten in musealen Kontext, gefolgt von Galerieausstellungen bei Heiner Friedrich, Schellmann und Klüser, Helmut Klewan, Lothar Schirmer sowie Die Präsentationen des Lepanto-Zyklus (2002) und seiner Skulpturen (2006) in der Alten Pinakothek fanden große Beachtung.. Mit der Eröffnung des Museums Brandhorst ist die Präsenz von Cy Twombly im lichtdurchfluteten Obergeschoß ein fester Bestandteil des Münchner Kulturlebens.

 

Twombly Cy Twombly (1929 – 2011), Untitled (Camino Real), 2011

Acryl auf Sperrholz, 252,4 x 185,1 cm

Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemälde-sammlungen, Museum Brandhorst, München

© Cy Twombly Foundation

 

 

 

NO IT IS ! William Kentridge

William Kentridge (* 1955) ist bildender Künstler, Filmemacher, Regisseur und ein großer Erzähler. Sein interdisziplinäres Gesamtwerk wird erstmals in Berlin von den Berliner Festspielen präsentiert: im Martin-Gropius-Bau und im Haus der Berliner Festspiele im Rahmen des Festivals Foreign Affairs (5. bis 15. Juli 2016). 

Im Mittelpunkt seines Denkens steht die bildnerische Arbeit. Sie ist Ausgangspunkt für die große, von Wulf Herzogenrath kuratierte Ausstellung im Martin-Gropius-Bau. Der Werkprozess seines Schaffens, die Wunderkammern sowie etliche Arbeiten sind erstmals in Deutschland zu sehen, darunter die großformatigen Zeichnungen für die retrospektiv so wichtigen frühen Animations-Filme seit 1989 wie „Felix in Exile“.

Der Ausstellungstitel NO IT IS ! beschwört den Widerspruch der Bilder herauf. Er führt über das Museum hinaus zu den Lecture-Performances Six Drawing Lessons (2012), die mit ihren Themen beide Spielorte – den Martin-Gropius-Bau und das Haus der Berliner Festspiele –  wie eine Klammer verbindet.