Zum Tod der Sammlerin und Mäzenin Dr. Eleonore Stoffel

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen trauern um eine große Sammlerin und Mäzenin. Frau Dr. Eleonore Stoffel erlag am 16. April 2007 in Köln ihrer tapfer ertragenen Krankheit.


Im Februar 2006 konnte die Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne einen der bedeutendsten Zugewinne in ihrer Erwerbungsgeschichte verzeichnen: Die Kölner Sammlung Michael und Eleonore Stoffel, die bereits vor dem Tod von Herrn Dr. Stoffel am 9. Juni 2005 in eine Stiftung eingebracht wurde, gelangt dauerhaft an die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.


Die Sammlung Stoffel zählt zu den wichtigsten Privatsammlungen in Deutschland. Das Ehepaar Stoffel baute sie seit den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit viel Umsicht, Konsequenz und Gespür für das Besondere im jeweiligen Werk auf. Geprägt von Kenntnisreichtum und Passion, entstand ein Sammlungskosmos, der wichtige Entwicklungen insbesondere der deutschen und amerikanischen Kunst der 60er bis 90er Jahre des 20. Jahrhunderts aufzeigt.


Die Sammlung enthält vor allem größere Werkkomplexe von Marlene Dumas, Caroll Dunham, Günter Förg, Jörg Immendorff, Mike Kelley, Martin Kippenberger, Per Kirkeby, Markus Lüpertz, A. R. Penck, David Salle, Rosemarie Trockel, Nicola Tyson und Terry Winters. Einzelne Meisterwerke von Georg Baselitz, David Hockney, Hermann Nitsch, Serge Poliakoff, Antoni Tàpies und anderen ergänzen diese Schwerpunkte in vortrefflicher Weise. Hinzu kommt eine Gruppe von 25 Außenskulpturen, die derzeit in Köln in einem Skulpturenpark der Öffentlichkeit zugänglich sind.


Die Vereinbarung mit Frau Dr. Eleonore Stoffel ist, wie schon diejenige über die Sammlung Udo und Anette Brandhorst, als unkündbare Dauerleihgabe angelegt. Sie ermöglicht langfristige Strategien und erlaubt es der Pinakothek der Moderne, mit einem qualitativ und quantitativ angemessenen Fundus ihren Aufgaben in der Öffentlichkeit noch breiter und wirkungsvoller gerecht zu werden. Künftig geht die 200 Werke umfassende Sammlung in die Verwahrung und Nutzung der Pinakothek der Moderne über und wird so den Bestand gerade in Fällen gravierender Lücken glanzvoll und auf höchstem Niveau ergänzen und erweitern. Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen verpflichten sich, die Bestände in die zukünftige allgemeine Sammlungskonzeption zu integrieren, Sonderpräsentationen zu Teilen der Sammlung durchzuführen und sie konservatorisch zu betreuen.


Bis zuletzt hat sich Frau Stoffel mit bewundernswerter Disziplin und Willenskraft für die Kunst eingesetzt und ihr am Herzen liegende Projekte vorangetrieben. Noch einen Tag vor ihrem Tod konnte das zehnjährige Bestehen des Kölner Skulpturenparks und die Eröffnung von »KölnSkulptur 4« gefeiert werden, ein Projekt, das auf die Initiative des Ehepaares Stoffel zurückgeht und das durch Mittel ihrer Stiftung finanziert wird. Gleichzeitig gab es intensive Gespräche über eine erste Präsentation zentraler Werke der Sammlung Stoffel in der Pinakothek der Moderne: Wir werden dies nun ohne ihren klugen Rat, jedoch ganz in ihrem Sinne in naher Zukunft umzusetzen versuchen.


 


 

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