Zeichnung Ost

08.10.2014 - 04.01.2015
Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz, , 30169 Hannover
http://www.sprengel-museum.de

Im Jahr 2014 jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Gerne erinnern wir mit dieser Ausstellung an
dieses Ereignis.
Von 2007 bis 2012 hat die FAMAKunststiftung im Rahmen eines Projektes zur Erweiterung des
Sammlungsbestandes der Handzeichnungen für das Sprengel Museum Hannover 95 Werke erworben.
Ziel der Sammlungserweiterung ist ein repräsentativer Querschnitt herausragenden zeichnerischen
Schaffens im östlichen deutschen Teilstaat nach 1945. Ein besonderes Augenmerk gilt Künstlerinnen
und Künstlern, deren Werk bis in die 1980er-Jahre unter teilweise schwierigen Bedingungen
gereift und im wiedervereinigten Deutschland noch wenig öffentlich ist, sowie der nach 1989
auf sie folgenden Generation.
Die Ausstellung präsentiert Werke von folgenden Künstlerinnen und Künstlern: Gerhard Altenbourg, Christa Böhme, Lothar Böhme, Manfred Böttcher, Hermann Glöckner, Dieter Goltzsche, Joachim John, Gerhard Kettner, Walter Libuda, Michael Morgner und Hanns Schimansky.
Gerhard Altenbourg (Rödichen-Schnepfental 1926 – 1989 Meißen) ist einer der bedeutendsten und
eigenartigsten Zeichner und Grafiker der Moderne. Seine rätselhafte und surreale Bild- und Gedankenwelt
entsprach nicht der offiziellen Kunstdoktrin. Während er schon 1959 auf der Kasseler
„documenta II“ vertreten war, galt für ihn in der DDR praktisch ein Ausstellungsverbot.
Christa Böhme (Berlin 1940 – 1991 Berlin) zählte zum Kreis der Berliner Schule, für die die Orientierung
am Gesehenen den Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit
bildete. Abseits des offiziellen Kunstbetriebes fühlten sie sich nur den Gesetzen der Kunst
verpflichtet. Die erneute Formulierung der klassischen Genres Akt und Porträt zeichnete Christa
Böhmes Schaffen aus.
Lothar Böhme (1938 Berlin, lebt in Berlin) wurde u. a. mit dem Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie
der Künste, dem Fred-Thieler-Preis für Malerei der Berlinischen Galerie und dem Gerhard-
Altenbourg-Preis geehrt. Sein Werk kommt mit wenigen Motiven aus, Figur und Stillleben sind
seine Themen. Mit seinen weiblichen Akten rückt er den Menschen in die Mitte seines Schaffens
und führt sie zu existenziellem Ausdruck.
Manfred Böttcher (Oberdorla 1933 – 2001 Berlin) war nach Harald Metzkes der bedeutendste Vertreter
der Berliner Schule, die sich an der Kunst von Cézanne orientierte. Als er 1955 nach Berlin
kam, wurde sein malerisches Talent sogleich erkannt. Sein Seherlebnis gestaltete er allein aus der
Farbe heraus, in seinen späteren Werken findet eine Verdichtung zu impulsiver, fast informeller
Formgestik statt.
Hermann Glöckner (Cotta bei Dresden 1889 – 1987 Berlin) ist der älteste in der Ausstellung vertretene
Künstler. Mit seinem abstrakten Werk gilt der Dresdner als Vertreter des Konstruktivismus
von internationalem Rang. Die Rehabilitierung in der DDR begann erst spät anlässlich seines 80.
Geburtstages im Jahr 1969.
Dieter Goltzsche (1934 Dresden, lebt in Berlin) erhielt den Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der
Künste, den Kunstpreis der DDR und den Hannah-Höch-Preis der Stadt Berlin. Seit 1980 unterrichtete
er an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Seine Berliner und Märkischen Motive inspirierten
mit unbändiger Lust am Zeichnen zahlreiche Künstler.
Joachim John (1933 Tetschen in Böhmen, lebt in Frauenmark) arbeitete von 1966 bis 1977 als
freischaffender Künstler in Berlin. Er erhielt den Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste
und den Kunstpreis der DDR. Seine Zeichnungen zur Französischen Revolution spiegeln die Auseinandersetzung
mit Geschichte und Gesellschaftsfragen.
Gerhard Kettner (Mumsdorf 1928 – 1993 Dresden) war eng mit Dresden verbunden und wirkte
mit seinem realistischen Zeichnungsstil seit den 1960er-Jahren prägend als Professor und Rektor der
Hochschule für Bildende Künste. Sein wichtigster Gegenstand ist die menschliche Figur. Seine psychologischen
Porträts sind singulär in der zeitgenössischen Kunst der DDR.
Walter Libuda (1950 Zechau, lebt in Schildow bei Berlin) war Meisterschüler bei Bernhard Heisig.
Er erhielt den Gerhard-Altenbourg-Preis und den Fred-Thieler-Preis der Berlinischen Galerie. In
seinen skurrilen Bildwelten trifft Reales auf Fantastisches, Turbulent-dynamisches agiert außerhalb
festgefügter Bildordnungen.
Michael Morgner (1942 Chemnitz, lebt in Einsiedel bei Chemnitz) wurde anlässlich seines 70.
Geburtstages bereits eine retrospektive Einzelausstellung im Sprengel Museum Hannover ausgerichtet.
Morgner wird vor allem als Zeichner einer symbolhaften Überhöhung menschlicher Figur
und Existenz in Verbindung mit der Natur des Erzgebirges und der Ostsee wahrgenommen. Der
Chemnitzer war Mitbegründer der ersten unabhängigen Produzentengalerie der DDR, Clara Mosch,
die bis 1982 existierte.
Hanns Schimansky (Bitterfeld 1949 – lebt in Berlin) ist der jüngste Teilnehmer der Ausstellung
und ausschließlich Zeichner. Gefördert durch Gerhard Kettner in Dresden hat sich der Künstler als
Zeichner autodidaktisch entwickelt. Seit 1998 ist er Professor an der Kunsthochschule Berlin-
Weißensee. In dem Jahr hatte er eine Einzelausstellung im Sprengel Museum Hannover.
Es erscheint ein Sammlungskatalog (70 Seiten, 96 Farbabbildungen), mit Texten von Katrin Arrieta,
Karin Orchard, Dörthe Wilke. Preis 10 EUR
Gefördert von der FAMAKunststiftung
FAMAKunststiftung
Text: Karin Orchard, Kuratorin der Grafischen Sammlung

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