Zehn Räume, drei Loggien und ein Saal

19.09.2015 - 10.01.2016
Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz, 30169 Hannover
http://www.sprengel-museum.de

Meili/Peter || Neïl Beloufa – Ceal Floyer – Ann Veronica Janssens – Maria Loboda – Christoph Keller – Christian Lohre – Kyrill Koval – Alice Musiol – Manfred Pernice – Bettina Pousttchi – Monika Sosnowska – Yoshihiro Suda

Die Schweizer Architekten Meili/Peter haben einen eleganten Baukörper aus anthrazitfarbenem Beton entworfen, der auf insgesamt 5.300 m², davon 1.400 m² Ausstellungsfläche, dem Sprengel Museum Hannover ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Das Raumprogramm umfasst zehn großzügige, unterschiedlich dimensionierte Räume mit natürlichem Oberlicht, die von drei Ruheoasen, so genannten „Loggien“, mit Blick auf den Maschsee begleitet werden. Hinzu kommt ein großer Saal, der mit einem spektakulären Treppenlauf ein besonderes Raumerlebnis bietet.

Die Eröffnung des Erweiterungsbaus feiert das Sprengel Museum mit einem Projekt, das im Titel das Raumprogramm benennt und zunächst die neuen Räume ins Zentrum rückt, gleichzeitig aber auch künstlerische Akzente setzt: Zehn Räume, drei Loggien und ein Saal. Für jeden Raum wurde eine Künstlerin bzw. ein Künstler eingeladen, mit einer Installation oder Intervention den Dialog mit der Architektur zu suchen und spezifische Qualitäten von Raum, Material, Licht und Wahrnehmung erfahrbar zu machen. Monika Sosnowska eröffnet den Rundgang mit einem skulpturalen Tor, Bettina Pousttchi platziert eine auf Textil gedruckte Wolkenkratzer-Architektur im Raum und führt daran Maßstäblichkeiten vor, Ceal Floyer interpretiert das Thema Treppe als visuelle und akustische Raumerfahrung; Yoshihiro Suda verwandelt den Ausstellungsraum mit hochartifiziell geschnitzten Pflanzen, die aus Wand und Boden zu sprießen scheinen, in ein ebenso minimalistisches wie poetisches Biotop, während Neïl Beloufas Videoinstallation ein irritierendes Soziotop vorführt. Ann Veronica Janssens spiegelt Raumverhältnisse in Glaskuben, die mit unterschiedlich transparenten Flüssigkeiten gefüllt sind, Alice Musiol macht das Raumvolumen mit einem textilen Wasserfall erfahrbar, der sich in den Raum ergießt. In den Loggien stellt Maria Loboda künstlerische Sitzmöbel vor. Architektur und Kunst, Raum und Werk stehen dabei stets in einer gleichberechtigten, poetischen Balance, die sowohl der Kunst als auch dem Raum maximale Wirkkraft verleiht.

 

Im Mai 2016 erfolgt dann unter dem Titel „130% Sprengel“ die Haupteröffnung des neuen Sprengel Museums Hannover mit einer groß angelegten Neupräsentation der Sammlung in allen Museumsräumen auf insgesamt knapp 7.000 m².