Zak Group

06.09.2014 - 02.11.2014
Fridericianum
Friedrichsplatz 18, 34117 Kassel
http://www.fridericianum.org

Die Unberechenbarkeit komplexer und offener Systeme
James Benning, Lutz Dammbeck
Systemtheorie, Kybernetik, die künstlerische Avantgarde der 1960er Jahre, LSD, Counterculture und der industriell-militärische Komplex – Lutz Dammbecks Film Das Netz – Unabomber, LSD und Internet (2003) erzählt die Geschichte der Entwicklung von Computer und Internet. Dammbeck interviewt zentrale Protagonisten wie John Brockman, Stewart Brand, Heinz von Foerster, David Gelernter, Lawrence Roberts und führt über mehrere Wochen einen Briefwechsel mit dem Mathematiker und später als „Unabomber“ bekannt gewordenen Theodore John Kaczynski. Die Vernetzung von Wissenschaft, Kunst, Militär und Industrie wird in ihrer Komplexität und Tragweite offenkundig. Dammbeck zeigt, wie tief Überwachung und Kontrolle mit der Entwicklungsgeschichte der technologischen Gesellschaft verwachsen sind.
Eine einsame, karge Holzhütte inmitten der dicht bewaldeten Erhebungen einer Bergkette. Vier Jahreszeiten. Vier Kameraeinstellungen. Kein Fokus. Wie sich Freiheit, Autonomie und Konzentration auf das Wesentliche in der Abgeschiedenheit der Wildnis realisieren lassen, zeigt James Benning in Stemple Pass (2012). Unterlegt wird diese Szenerie mit eingesprochenen Auszügen aus den Schriften Kaczynskis.
In der Person und im Fall von Kaczynski finden die Filmemacher James Benning (* 1942) und Lutz Dammbeck (* 1948) Ansatzpunkte für kritische Reflexionen zum technologischen Wandel, Militanz und dem Verhältnis von Mensch und Natur.

Kuratiert von Susanne Pfeffer