Über Wasser. Malerei und Photographie von William Turner bis Olafur Eliasson

13.06.2015 - 20.09.2015
Bucerius Kunst Forum gemeinnützige GmbH
Rathausmarkt 2 , 20095 Hamburg
http://www.buceriuskunstforum.de/information/

Wasser in seiner Vielgestaltigkeit fasziniert Photographen und Maler bis heute. Über Wasser.
Malerei und Photographie von William Turner bis Olafur Eliasson spürt erstmals der
Inspirationskraft des Elements Wasser nach. Durch die Gegenüberstellung von Photographien
und Gemälde über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrhunderten bis heute zeigt die
Ausstellung im Bucerius Kunst Forum, wie beide Medien um die adäquate Darstellung des
Elements ringen und sich gegenseitig anregen. Die rund 160 Leihgaben kommen aus
international renommierten Sammlungen wie dem Musée d’Orsay, der Tate, dem Victoria &
Albert Museum oder dem Museum Ludwig. Unter dem Titel The Day Will Come When Water
Matters ist die Ausstellung der Beitrag des Bucerius Kunst Forums zur Triennale der
Photographie Hamburg 2015.
Wasser ist die Voraussetzung für jede Form von Leben. Alle Kulturen widmeten dem Element eine
Fülle von Mythen, religiösen Riten oder symbolischen Bedeutungszuschreibungen. Von der
griechisch-römischen Antike bis zur christlichen Schöpfungsgeschichte ist die abendländische Kultur
geprägt von der Mythologie des Wassers. Heute machen Wasserknappheit, Umweltverschmutzung
und Klimawandel Wasser zu einem zentralen Thema. Die Ausstellung Über Wasser. Malerei und
Photographie von William Turner bis Olafur Eliasson spürt der Inspirationskraft des Elements für Maler
und Photographen von 1800 bis heute nach. Sie zeigt erstmals, wie über einen Zeitraum von mehr als
zwei Jahrhunderten beide Medien um die adäquate Darstellung ringen und sich gegenseitig anregen.
Die Naturwissenschaften entzauberten im 19. Jahrhundert die Natur. William Turner führt die Künstler
der Moderne an, die sich der Ästhetik des Wassers jenseits der Mythologie verschrieben haben: Er
machte Wasser zum Motiv. Wenig später kam mit der Photographie ein Medium hinzu, das neue
Möglichkeiten eröffnete, den in Bewegung befindlichen Naturstoff ins Bild zu bannen. Maler und
Photographen lösten das Element aus der Landschaftsmalerei und fokussierten sich auf das Wasser
in seinen wechselnden Erscheinungsweisen ̶ vom Tropfen, der Schneeflocke und Eisscholle über
das stürzende, geschüttete oder fließende Wasser bis zu den spiegelnden und bewegten
Wasseroberflächen, deren machtvollste Form die heran brandende Welle ist.
Die Erscheinungsformen des Wassers als Regen, Schnee, Eis oder einzelne Tropfen zeigen Gemälde
von Caspar David Friedrich und Yves Klein. Photographische Analysen von Wassertropfen nahmen
Peter Keetman und Hermann Landshoff vor. Mit ihrer Nahsicht erlauben die mit der Kamera
gewonnenen Abstraktionen einen Blick auf die Schönheiten einer Formenwelt, die der menschlichen
Wahrnehmung nicht zugänglich ist. Diesen Abstraktionsprozess trieben Photographen des Neuen
Sehens wie Albert Renger-Patzsch, Alfred Ehrhardt und Arvid Gutschow voran.

Das Phänomen der Spiegelungen auf Wasseroberflächen haben Maler wie William Turner oder
Claude Monet in vibrierende Farbflächen übersetzt, während heute Photographen wie Andreas
Gursky der Wirkung von Reflexionen in großformatigen Abzügen zwischen malerischer Anmutung und
dem Spiegel des Realen nachspüren. Die Darstellung des Wassers in Form von Wellen und Strudeln
gehörte im 19. Jahrhundert zu den zentralen bildnerischen Herausforderungen in Malerei und
Photographie, etwa bei Gustave Courbet oder Gustave Le Gray. Das überwältigende Potential des
Wassers wird in grenzenlosen Meereslandschaften und in Darstellungen von Naturkatastrophen
realisiert. Bei Hiroshi Sugimoto und Andreas Müller-Pohle geht es um das Phänomen des Erhabenen,
die Auswirkungen der Umweltzerstörung auf das Ökosystem Wasser dokumentieren Edward
Burtynsky, Inge Rambow und Olafur Eliasson.
Die von Ulrich Pohlmann und Ortrud Westheider kuratierte Ausstellung versammelt rund 130
Photographien und etwa 30 Gemälde aus europäischen Museen und Privatsammlungen. Sie zeigt,
wie die künstlerischen und gesellschaftlichen Fragestellungen an das Element Wasser seit 1800
immer brisanter werden.
Der Katalog zur Ausstellung mit Beiträgen von Michael Philipp, Ulrich Pohlmann, Christiane Stahl, Iris
Wenderholm und Ortrud Westheider erscheint im Hirmer Verlag, München (ca. 240 Seiten mit farbigen
Abbildungen aller ausgestellten Werke, 29 € in der Ausstellung).