Transit: Ströme Larissa Fassler und Mirko Martin

15.04.2016 - 04.09.2016
Galerie der Schader-Stiftung
Goethestr. 1 , Darmstadt

Vom 15. April  bis 4. September 2016 zeigen die Schader-Stiftung und das Hessische Landesmuseum Darmstadt die Ausstellung „DIALOGE 04 Transit: Ströme. Larissa Fassler und Mirko Martin“ in der Galerie der Schader-Stiftung.  Der Trailer auf unserer Youtube-Seite ermöglicht Ihnen einen ersten Eindruck: https://www.youtube.com/watch?v=6B95B6R_srI

 

Transit ist kein vereinzeltes Phänomen oder ein abgegrenzter Vorgang, sondern findet permanent statt sowohl als Lebens- und Wachstumsprozess, der eine ständige Veränderung und Metamorphose einschließt, als auch im gesellschaftlichen Prozess, in dem soziale, ökonomische und individuelle Aktionen stets Veränderungen und Verwandlungen sowie Folgeprozesse hervorbringen.

 

In einem globalisierten Umfeld und in entsprechender Quantifizierung der Teilhabenden und ihrer materiellen und ideellen Produkte manifestieren sich diese Vorgänge in Strömen: Menschenströme, Warenströme, Datenströme, Geldströme, Recyclingströme oder auch Bilder-, Ideen- und Kulturströme in einem gleichsam unendlich sich perpetuierenden Umlauf. Dieser ist jeweils regional und individualistisch sowie global und massenhaft spür- und wahrnehmbar sowie letztlich auch verortbar, besonders in städtischen Räumen.

 

Wie werden sie von Künstlerinnen und Künstlern gesehen und in die gesellschaftliche Diskussion eingebracht? Wodurch ist Mobilität im städtischen Raum gekennzeichnet? Was wird im Transit des Stadtraums alles einbezogen? Welche interpersonellen und materiellen Prozesse finden statt? Was charakterisiert eine Massengesellschaft auf diesen Strömungswegen?

 

Die kanadische Künstlerin Larissa Fassler (geb. 1975, lebt in Berlin) und Mirko Martin (geb. 1976, lebt in Berlin) beschäftigen sich in unterschiedlichen künstlerischen Gattungen wie Zeichnung, Plastik und Film mit dem Thema Transit. Larissa Fassler beobachtet über Wochen städtische Plätze und zeichnet die Bewegungsströme von Menschen, Waren und Bildern auf. Soziale, ökonomische und politische Strömungen werden sichtbar. Die architektonischen Hüllen dieser Ströme visualisiert sie in raumgreifenden Plastiken. Der Videokünstler Mirko Martin filmt Menschenströme in Metropolen wie Los Angeles oder hektische Arbeitsabläufe im Warentransportverkehr. Die unmittelbare visuelle und akustische Konfrontation mit dem, was wir häufig selbst alltäglich erleben, macht diese Ströme umso einprägsamer bewusst.

 

Kennzeichen beider künstlerischen Wahrnehmungen sind empirische Herangehensweise, genaue Beobachtung, formale Präzision und eine ästhetische Formensprache, welche das Thema „Transit: Ströme“ vor allem im Kontext prozesshafter und komplexer Abläufe eindrücklich erfahrbar werden lässt.

 

Die Ausstellung wird gefördert vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain und unterstützt vom Centre culturel canadien Paris.