TERRY WINTERS

18.12.2014 - 01.03.2015
Pinakotheken im Kunstareal
Barer Straße 29 , D 80799 München
http://www.pinakothek.de

DAS DRUCKGRAPHISCHE WERK 1999-2014
Staatliche Graphische Sammlung München in der Pinakothek der Moderne

Seit über dreißig Jahren hat der Maler und Zeichner Terry Winters
(* 1949 in New York) auch als einer der erfindungsreichsten und
produktivsten Meister seiner Generation auf dem Feld der druckgraphischen
Künste zu gelten.
Die Vorstellung dieses peintre-graveurs war seit Anbeginn intensiv vom
Nachdenken über Räume und Systeme jenseits des Sichtbaren geprägt. In
sämtlichen von ihm beherrschten Gattungen war Terry Winters schon immer
auf der Suche nach einer Metaphysik verborgener Wirkkräfte und Energien,
die auch den schöpferischen Prozess transzendieren. Die spezifische
Herausforderung, welche die Druckgraphik für Winters bis heute bedeutet,
gründet in der engen Verbindung von zu respektierenden Zwängen, die in
der Natur des Mediums wurzeln und zugleich in den unerwarteten
Freiheiten, die es immer von neuem provoziert.
Es ist nicht nur die enge Interaktion zwischen Zeichnung und Malerei, die
das Werk von Winters belebt, sondern seit Jahrzehnten auch diejenige
zwischen der Malerei und der Druckgraphik, die als gleichwertige Kraft
dieses Werk in einem Maß inspiriert, dass der Künstler zurecht von »cross
breeding« zwischen beiden Gattungen sprechen konnte.
Winters’ vor Jahren auf seine Intentionen als Zeichner gemünztes Postulat
»invent, test, and play« trifft wie eine Anleitung auch den Kern seines
experimentellen Umgangs mit der Druckgraphik. Gemessen an den Usancen
des klassischen peintre-graveurs bezieht Terry Winters seine
Metamorphosen nicht aus dem Vorgang des Überarbeitens von Platten im
Sinne mannigfacher Zustandsdrucke, sondern im spielerischen Erproben
von Mechanismen, die Maßstäbe und Muster ambivalent machen und neue
Bilder hervorbringen, welche Assoziationen möglichst vieldeutig lassen.
Gerade das Medium der Druckgraphik erlaubte es dem Künstler, seinen
Transformationen der unterschiedlichsten Codes in neue, sinnliche
Bildzusammenhänge durch komplexe Übertragungs- und Druckprozesse
jenen unentbehrlichen Grad an Entpersönlichung und Abstraktion zu verleihen.
Nach der Münchner Schau der Zeichnungen von Terry Winters im Jahr 2003
präsentiert die Ausstellung nun mit ca. 150 Blättern sein druckgraphisches
OEuvre seit 1999, wobei ein Catalogue Raisonné den Bestand der vergangenen 15 Jahre dokumentiert (mit einem Essay von Michael Semff
und detaillierten Werkbeschreibungen von Elisabeth Finch, Colby College
Museum of Art, Waterville, Maine, Prestel Verlag, New York).
Die Ausstellung wird in enger Zusammenarbeit mit dem Colby College
Museum of Art, Waterville, Maine veranstaltet.
Sie wird anschließend an München vom 18.06.–30.08.2015 im Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk, gezeigt.
Gefördert durch PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V. und einem Mitglied des Kuratoriums der Pinakothek der Moderne, das ungenannt bleiben möchte.