Teresa Burga Conceptual Installations of the 70s

29.04.2017 - 29.07.2017
Galerie Barbara Thumm
Markgrafenstrasse 68 D, Berlin
http://www.bthumm.de

Teresa Burga (*1935 Iquitos, Peru) ist international als eine der einflussreichsten peruanischen Künstlerinnen anerkannt. Mitte der sechziger Jahre war sie maßgeblich an der Umgestaltung und Erneuerung der Kunstszene in Peru beteiligt. Darüber hinaus trug sie, bedingt durch ihre Arbeit innerhalb der Künstlergruppe Arte Nuevo (1966-67), an der Konsolidierung der avantgardistischen Ströme bei.

Nach ihrem Studium verbrachte sie zwei für sie sehr prägende und intensive Jahre am Art Institute of Chicago. Die hier gesammelten Erfahrungen mit Konzeptkunst, der nordamerikanischen Studentenbewegung und der schwarzen Bürgerrechtsbewegung brachte sie mit zurück in das von einer Militärdiktatur regierte Peru. Nach ihrer Rückkehr nach Lima bediente sie sich experimenteller Prozesse und neuer kreativer Strategien, die sich mit Informationstechnologie, wissenschaftlichen Analysen und Verzeichnissen, sowie mit den Erscheinungsformen konzeptueller Kunst beschäftigten. Ihre Arbeiten erscheinen daher häufig in Form von Berichten, Beschreibungen und Diagrammen, die vergangene Aktionen dokumentieren oder zukünftige Projekte formulieren. Ihre Arbeiten können aber auch die Übersetzung von Realität und Sprache in unterschiedliche Codes beinhalten und bemessen. Die Künstlerin hinterfragt die staatlichen Kontrollmechanismen und ihre inhärente Biopolitik, sowie das Instrument der Datenerfassung, indem sie ihren eigenen Körper vermisst. Soziologische Analysen in Hinblick auf die Rolle der Frau in der peruanischen Gesellschaft werden von ihr mit einer Fülle von Zeichnungen und Objekten aus der Sicht der Künstlerin visualisiert.

Anlässlich des Gallery Weekends Berlin 2017 zeigt die Galerie Barbara Thumm eine der zentralen Installationen von Teresa Burga, die 1970 konzipiert wurde. Die Arbeit Obra que desaparece cuando el espectador trata de acercarse (propuesta III) / Work that Disappears when the Viewer Tries to Approach It (Proposal III) beschäftigt sich mit der konzeptuellen Fragen nach der Rezeption und Wirkungsmöglichkeiten eines Kunstwerkes.
Burga hat dabei nicht nur die direkte Erfahrung des Betrachters vor Augen, sondern auch die gesellschaftliche Relevanz der durch das Kunstwerk vermittelten Information. Die Arbeit verdeutlicht dem Betrachter außerdem Burgas Interesse am Immateriellen sowie an Zeichnungen, als Basis für die Interpretation ihrer Installation.

Die konzeptuelle Zeichnungsserie Borges wird zum ersten Mal seit ihrer Präsentation 1974 in Lima einem Publikum gezeigt. Diese Serie ist ein umfassendes und besonders repräsentatives Beispiel für Burgas Textarbeiten, in denen sie Sprache dekonstruiert und anhand von Diagrammen und mathematischen Mustern neu kodiert. Die Serie basiert auf einem der bekanntesten Gedichte von Borges La noche que en el sur lo velaron / Deathwatch on the southside.

Parallel zu der Berliner Ausstellung präsentiert die Galerie Barbara Thumm Burgas Pop Art Arbeiten in der Spotlight Sektion auf der Frieze New York. Gleichzeitig eröffnet die Soloausstellung der Künstlerin im SculptureCenter, New York. Darüber hinaus wird Teresa Burga dieses Jahr in den Gruppenausstellungen Radical Woman im Hammer Museum (Los Angeles) als auch in der Ausstellung Memories of Underdevelopment im Museum of Contemporary Art San Diego in 2017 zu sehen sein.