South African National Gallery

South African National Gallery, Cape Town


Unweit des Botanischen Gartens, der grünen Oase im Herzen Kapstadts und den Grünanlagen entlang der Government Street liegt die Südafrikanische Nationalgalerie. http://www.iziko.org.za/sang/index.html



In The Sunday Independent vom 31. Dezember 2006 beklagt Hayden Proud, der Kurator für Malerei und Skulptur die mangelnde Unterstützung der Nationalgalerie durch den südafrikanischen Staat. Da der Text online nicht zu haben ist, haben wir ihn auszugsweise übersetzt:


Die Geschichte der südafrikanischen Nationalgalerie in Kapstadt beginnt im Jahr 1871 mit der Schenkung einiger Dutzend Gemälde. Es dauerte dann aber fast 60 Jahre, bis ein Museumsgebäude errichtet wurde und die Sammlung eine angemessene Unterkunft fand. Sie besteht zu einem großen Teil aus europäisch-südafrikanischer und speziell britischer Kunst der letzten Jahrhunderte. Der Staat behandelte das Museum trotz dieser „weißen“ Ausrichtung alles andere als zuvorkommend. Im Jahr 1980 etwa erhielt es von den 16,5 Millionen Rand, die für die Förderung „weißer Kultur“ bereitgestellt wurden, magere 30.000 Rand als Ankaufsetat. Der damalige Direktor van Niekerk verhinderte, dass die Nationalgalerie als „white own affairs“, sondern als „general affairs“ eingestuft wurde und somit allen Rassen offen stand. Das brachte nicht nur Ärger, sondern versperrte auch den Zugang zu Sonderfördermitteln durch den damaligen Bildungsminister und späteren Präsidenten FW de Klerk. Letzterer empfahl ihm stattdessen nötige Renovierungsarbeiten am Museum aus dem Verkaufserlös von Teilen der Sammlung zu finanzieren. Van Niekerk gelang es dennoch in den frühen 80ern 240.000 Rand für Neuanschaffungen zu mobilisieren.
Es war ein kurzlebiger Erfolg. Die folgenden Kursverluste des Rand machten Ankäufe auf dem internationalen Kunstmarkt unmöglich. Die Situation wiederholt sich in diesem Jahrhundert, nachdem die Preise seit 10 Jahren sich beständig vervielfachen.
Ausgerechnet in den sechziger Jahren, einer Zeit in der die radikale Politik der große Apartheid umgesetzt wurde, begann die Galerie Arbeiten schwarzer Künstler wie etwa Sekoto und anderer zu sammeln. Das wurde bereits in den vierziger Jahren versucht, scheiterte aber am fehlenden Beschaffungsetat. Daran hat auch der Machtwechsel und Übergang zur Demokratie wenig geändert.



Die Galerie wollte 1995 ein Aquarell von Georges Pemba kaufen, dem neben Sekoto bekanntestem schwarzen Maler Südafrikas. Sie konnte nicht einmal die 5000 Rand (damals ca. 2400 DM) aufbringen und das Bild wurde ins Ausland verkauft. Als die Galerie wenig später eine Pemba Retrospektive zeigte, zogen die Marktpreise drastisch an. 2005 musste sie für den Ankauf von Pembas „The Yellow Pitcher“ 28 mal mehr als den Marktpreis von 1995 bezahlen: 140.000 Rand (damals ca. 50.000 DM). Der Ankauf war wiederum nur durch eine Spende von außen möglich.
Auch wenn sich die Situationen durch die Bereitstellung von Mitteln durch das Ministerium für Kunst und Kultur und die Nationallotterie verbessert hat, kann es sehr lange dauern, bis ein Antrag entschieden und die Mittel auf den Weg gebracht sind. Das engt den Spielraum der Galerie bei Ankäufen stark ein. Als Teil der Iziko Museen Kapstadts hat die Nationalgalerie von 1997 bis 2003 keinerlei Anschaffungsmittel erhalten. Ohne die Unterstützung der Freunde des Museums, der Lotterie und Schenkungen von Künstlern wäre die große Ausstellung zur Feier von zehn Jahren Demokratie im Jahr 2004 wohl ärmlich ausgefallen. Das Budget für 2006 beträgt etwa die Hälfte des Budgets von vor zwanzig Jahren.
Von den Mitgliedern des Parlamentsausschusses für Kunst und Kultur wurde der Kurator während eines Rundgangs gefragt, wozu er noch Ankaufmittel brauche, es wären doch ausreichend Bilder an den Wänden und im Archiv.
 
Bis Anfang  Mai 2007 zeigt die Galerie Fotos des südafrikanischen Fotografen SANTU MOFOKENG. Auf der Documenta 11 wurden seine Fotos in einem kleinen Ausstellungsraum im Fridericianum gezeigt. Bilder aus den Tonwships hingen neben Fotos von einem Auschwitzbesuch und den Wänden des Gefängnisses Robben Island, in dem Mandela und viele ANC Mitglieder bis 1990 gefangen gehalten wurden. All diese Bilder sind Teilbestand der Ausstellung zum 50ten Geburtstag von Santu Mofokeng in drei großen Räumen der Nationalgalerie.