SO WEIT, DIE ZUKUNFT. SIMON QUENDLER_UR-RAUM

12.06.2015 - 14.06.2015
SWDZ Projektraum
Gärtnergasse 14, , A-1030 Wien
http://www.simonquendler.at

Nach der großen Werkschau ESSENZ GOLD im Wiener Künstlerhaus (Februar-März 2015), gibt Simon Quendler im Rahmen eines Privat Views, erste Einblicke in seine neue Werkserie UR-Raum. Die exklusiven Einblicke sind im off-space So weit, die Zukunft (SWDZ) zu sehen. Der Raum wurde von Designprofi Andreas Pohancenik, Gründer des Designbüros Practice & Theory, von London nach Wien gebracht. Pohancenik lebt und arbeitet in Wien.

WAS IST DER RAUM?
Die Klarheit und Sicherheit der Kenntnisse vom Raum wird am eindrucksvollsten durch die Euklidische Geometrie demonstriert. Darin wird ein sehr einfaches, ästhetisch befriedigendes Axiomen-System beschrieben. Im Bereich der Philosophie war es Immanuel Kant, der einen radikalen Schritt mit der Einsicht bot, dass nicht nur die sinnlichen Wahrnehmungen (beispielsweise Farben), sondern auch „der Raum nur eine Form unserer Anschauung“ ist. Der Raum wurde zu einem außer uns existierenden „Ding an sich“ – zum Anschauungsraum. Ein geschichtliches Ding, dass sich erst mit der wiederholten Anschauung und im Laufe der Zeit verändert.
In Quendlers neuer Werkserie, wird die Entstehung des Ur-Raums, als Übergang vom Chaos zur Form bis hin zum Raumkonstrukt thematisiert. Aus Vulkanasche transformiert sich eine „Immanenz der Dinge“. Durch Verbrennung des Werkstoffes (Gerüstsilikat, eine Zeolithgruppe), startet der Reinigungsprozess und die Malerei beginnt. Die Wirklichkeit malerisch umrissen. Sehmuster werden aufgebrochen, neue Wahrnehmungsformen werden geschaffen. Die ersten Bilder dieses Zyklus zeigen ein verworrenes Gemenge an Linien, das sich wie Synapsen und symbolisch aneinanderreihen, um sich in einem Raumkonstrukt zu finden. Die scheinbar willkürliche Anordnung der Linien eröffnet dem Betrachter Abstraktionsräume.

Was eine Linie ist?
Daran wird noch gefeilt.

Wohin mündet die Auflösung des Raumes?
Die Besucher sollen reingehen, schauen und mitnehmen, was immer sie wollen.
Für Sammler und Kunstinteressierte ist der Einblick bewusst zeitlich sehr kurz gewählt.
Simon Quendler, 1983 in Wernberg/Kärnten geboren, ist in Österreich und den USA (Cluver, Indiana) aufgewachsen. Er lebt und arbeitet in Wien. Besonders seine Aufenthalte an der Militärschule von Culver, im Alter von 12 Jahren, prägten ihm nachhaltig. Hier entwickelte er die ersten Fragmente seiner sich in späteren Jahren verfestigenden Strukturzerreißungen (Raumneoplasien). Nach der Matura ging er nach Wien, um seine Künstler- und Malerfertigkeiten zu verfeinern. In seinem Wiener Atelier entwickelte er mehrere Verfahren, mit welchen er die Essenzen aus den Stoffen herauslöst, um den Kern der Dinge freizulegen. Er widmet sich neuen Materialstudien und experimentiert mit der Auslösung von Schwebeteilchen mit Hilfe von Filtersystemen, um die Suche nach der Urfarbe voranzutreiben.