Sigmar Polke – Die Editionen

28.04.2017 - 27.08.2017
me Collectors Room Berlin / Stiftung Olbricht
Auguststrasse 68, Berlin
http://www.me-berlin.com

Das gesamte Editionswerk von Sigmar Polke, einem der bedeutendsten Künstler der
Gegenwart, wird mit rund 200 Arbeiten aus der Sammlung Kunstraum am Limes im
me Collectors Room von in Berlin zu sehen sein.
Im künstlerischen Schaffen Sigmar Polkes (*1941 Oels, Niederschlesien, †2010 Köln) nimmt
das Editionswerk einen besonderen Stellenwert ein. Editionen boten ihm eine zusätzliche
Möglichkeit, intensive und exzessive Variationen sowie Erweiterungen seiner Experimente
in Form einer endlosen Auseinandersetzung mit sich und der Welt zu erschaffen. Wie ein
Alchimist erwartete er, dass unterschiedliche Techniken seinem kreativen Ich dienten,
sodass Editionswerke als Objekte, Bücher, Mappen, Fotografien, Fotokopien, Collagen und
zahlreiche Drucke entstanden sind.
Polke ließ sich in seiner künstlerischen Entwicklung nicht von Techniken begrenzen. Zum
Teil verwandelte er identische Drucke durch die Veränderung der Bildebene, des
Hintergrunds oder der Schichtung in Unikate. So befinden sich auch in der Sammlung
Kunstraum am Limes Exemplare aus derselben Edition in mehreren Variationen wie z.B.
Freundinnen I (1967), Reihertanz (1997) oder Sauberes Auto – gute Laune (2002). Andere
Werke sind Kompositionen aus mehreren Schichten und sowohl auf der Vorder- als auch
auf der Rückseite bearbeitet, wie etwa Leave the Lab and enter the Office (1980-91) oder
Eisberg (2001). Bei Figur mit Hand (Es schwindelt…) (1973) und Danneckers Hausgecko
(2009) handelt es sich um Serigraphien bzw. Lithographien, gedruckt auf beflocktem
Strukturpapier mit Schlangenhautprägung. Bei näherer Betrachtung werden durch die
spezifische Oberflächenstruktur Rasterpunkte sichtbar, die ein Markenzeichen der Malerei
von Sigmar Polke sind.

Sigmar Polkes Bilder entstanden aus seinem Universum und seiner Umgebung heraus und
weisen zahlreiche Spuren einer Gesellschaft der Nachkriegsjahre im Wandel auf. Triviale
Szenen, Banalität des alltäglichen Lebens, kleinbürgerliche Ambitionen, nationale und
internationale Politik – alles wurde von ihm unter der Lupe betrachtet und analysiert.
Geliefert wurde so ein einmaliges Bild der Realität, das besetzt ist von Ironie, Humor und
Kritik.
Der Künstler arbeitete simultan mit verschiedenen Techniken, sodass Edition und Malerei
als Symbiose zu verstehen sind. Sie wurden nebeneinander geschaffen, erweitern ihre
Existenz und ernähren sich voneinander.
Parallel wird eine Auswahl von Plakaten Sigmar Polkes präsentiert.
Die Ausstellung wird kuratiert von Tereza de Arruda.

Im Rahmen von Sigmar Polke – Die Editionen erscheint eine Publikation im Verlag Walther
König.