Schöne Grüße Thomas Schütte

14.09.2013 - 23.03.2014
Auguststraße 68, Berlin
http://www.me-berlin.com

Schütte gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer Deutschlands. Neben dem bildhauerischen Werk, beinhaltet sein Oeuvre zahlreiche Druckgraphiken, die mit über 200 Arbeiten den Schwerpunkt der Ausstellung bilden. Daneben werden einige Skulpturen und Papierarbeiten gezeigt. Der zeitliche Bogen der ausgestellten Werke reicht von den 80er Jahren bis ins Jahr 2013.
Alle gezeigten Werke sind Teil der Sammlung von Thomas Olbricht, der seit 1999 kontinuierlich Schüttes Werk sammelt und u.a. die "Ganz Großen Geister" (1998-2004) als Dauerleihgabe der Stadt Essen hinter der Philharmonie zur Verfügung stellt.
Die Druckgraphiken sind ein wichtiger Teil im Oeuvre von Thomas Schütte. Nach Ulrich Loock lassen sie sich nicht scharf vom übrigen Werk, den zeichnerischen, photographischen, skulpturalen und architektonischen Arbeiten abgrenzen: In vielen Fällen gehen deren Motive ohne tiefgreifende Umarbeitung in die Druckwerke ein, in denen sie jeweils eine eigene Form annehmen.
Hiermit wirkt Schütte der Auffassung entgegen, die Druckgraphik sei eine sekundäre, künstlerische Technik. Vielmehr hat er sie zu einer bedeutenden, anderen Teilen des Werkes ebenbürtigen, über sie in bestimmter Weise auch hinausgehenden Praxis entwickelt. Für diese Einschätzung spricht nicht zuletzt, dass die druckgraphischen Arbeiten mit einer Ausnahme auf die Zeitspanne von fünf oder sechs Jahren konzentriert sind. Es handelt sich hierbei vor allem um die beiden großen Mappenwerke "Wattwanderung" (2001) und "Quengelware" (2002) sowie mehrere Kassetten im Buchformat, wie "Volume II" (2005) oder "Sweet Nothings" (2007). Im Jahr 2011 allerdings publiziert Schütte ein weiteres Portfolio mit neun großformatigen Holzschnitten "Woodcuts", die bisher nur in New York und Paris zu sehen waren.
Auf der Ebene der künstlerischen Konzeption ist besonders hervorzuheben, dass es sich bei den Druckgraphiken um ein handwerkliches Reproduktionsverfahren handelt, was die Freude des Künstlers am Material und seine Lust zur händischen Arbeit im Zeitalter des Digitalen unterstreicht. So sagte Thomas Schütte in einem Interview mit Ulrich Loock über sein Schaffen: "Einfach machen, mit der Hand und dem Körper – der sagt dann, wann es gut ist. Nach drei Sekunden Videobildchen und Dunkelkammer und muffigem Teppichboden breche ich ab. Ich gehe sofort weg, weil die Virtualität mich nicht interessiert. Ich glaube, dass ein Kratzer in einer Kupferplatte und ein Fingerabdruck im Ton oder verbranntes Styropor einfach toll sind. Genau das, was in unserer Studienzeit immer verboten war: Handschrift, Finger, Körper, etwas Eigenes." (Frieze d/e No.8, Februar-März 2013)
Im Rahmen der Ausstellung finden eine Lesung mit der Autonama (23.10., 19.30 Uhr), ein Expertengespräch mit Tobia Bezzola, Museum Folkwang (06.11., 19 Uhr), eine Sammlerführung mit Thomas Olbricht (27.11., 18.30 Uhr), ein Künstlergespräch mit Thomas Schütte (Frühjahr 2014), Workshops für Kinder und Jugendliche und Führungen statt.