SARAH MOON – NOW AND THEN

27.11.2015 - 21.02.2016
Deichtorhallen Hamburg
Deichtorstr. 1-2, 20095 Hamburg
http://www.deichtorhallen.de

Mit einem besonderen Fokus auf das filmische Œuvre wird weltweit zum
ersten Mal das Gesamtwerk der Fotografin Sarah Moon als retrospektive
Schau im Haus der Photographie der Deichtorhallen präsentiert. Rund 350 Fotografien und fünf Filme lassen die Besucher in die märchenhafte Welt der Sarah Moon
eintauchen.

Die 1941 geborene Fotografin wuchs in England und Frankreich auf.
Nachdem sie einige Jahre in Paris als Model gearbeitet hatte, begann
sie 1968 zu fotografieren. In diesen Jahren gab sie sich den
Künstlernamen Sarah Moon. Auf ihre ersten Kampagnenbilder für das
Modelabel Cacharel folgten unzählige Werbefotografien unter anderem
für Dior, Chanel, Comme des Garçons, Issey Miyake und Valentino
sowie Modestrecken für Magazine.

Sarah Moon ist aber weit mehr als eine Modefotografin. Sie dreht
Kurz- und Dokumentarfilme (unter anderem über ihren engen Freund
Henri Cartier-Bresson und über Lillian Bassman) sowie den Spielfilm
»Mississipi One«. So entwickelte sie über die Jahrzehnte ein
eigenes künstlerisches, fotografisches und filmisches Werk auch frei
von Auftragsarbeiten.

Ihre oft in unscharfem Schwarzweiß oder blassen Farben gehaltenen
Bilder locken den Betrachter in ein Reich der Träume, der Mythen und
Märchen; sie spiegeln auch Paradiesisches: unbekannte Landschaften,
verzauberte Städte. Ihre Modeaufnahmen, Stillleben und Porträts
wirken wie Blicke in die Zeitlosigkeit. Sie selbst kombiniert in ihren
Strecken – und auch in der Hamburger Ausstellung – Porträts,
Blumen-Stillleben, Ansichten von Stadt und Land nebeneinander und hat
mit ihrem unverwechselbaren Stil die sogenannte Mood-Fotografie
geprägt.

»Sarah Moon verunsichert den Bildbetrachter. Sie wirft ihn aus dem
Raum der geordneten Identität heraus in die Zeit des Zwiespalts und
der chaotischen Differenz. Der Inhalt jedes einzelnen Bildes ist
unsicher. Zeit und Raum verschwimmen. Bildstruktur und Komposition
sind mehrdeutig, unregelmäßig und ausschnitthaft. Die Bildschärfe
ist oft zurückgenommen, Details, Oberflächen und Farbwerte werden
verändert, ein Grauschleier hinzugefügt. Die von der Künstlerin
bearbeiteten Aufnahmen spiegeln so die malerische und grafische
Imagination und lassen die Bilder wie eine aufscheinende oder
verblassende Erinnerung wirken«, so die Kuratoren der Ausstellung
Ingo Taubhorn und Brigitte Woischnik.

Sarah Moons Arbeiten wurden in Museen und Galerien rund um die Welt
gezeigt, darunter im International Center of Photography, New York, im
Maison Européene de la Photographie, Paris, dem Kyoto Museum of
Contemporary Art und dem Londoner Royal College of Art. Die Werkschau
im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg ist die bisher
umfangreichste Ausstellung von Sarah Moon.

PUBLIKATION

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation im Kehrer Verlag
herausgegeben von Ingo Taubhorn und Brigitte Woischnik mit einem
Vorwort von Dirk Luckow sowie Texten von José Chidlovsky, Magali
Jauffret, Duane Michaels, Sarah Moon, Ilona Suschitzky, Ingo Taubhorn,
Barbara Vinken. Gestaltung Detlev Pusch. Format 24 x 18 cm, ca. 160
Seiten, 180 Abb. Preis: 49,90 Euro