Reiseversion des Merzbaus von Kurt Schwitters


„Merz bedeutet Beziehungen schaffen, am liebsten zwischen allen Dingen der Welt“


Kurt Schwitters, 1924


Die Idee ‚Merz’ trägt seit Ende der 1980er Jahre auch die Reiseversion der Merzbau-Rekonstruktion in die Welt. Mehr als 20 Mal ist diese Version des Merzbaus, die der Schweizer Bühnenbildner Peter Bissegger für eine große Kurt-Schwitters-Ausstellung in Japan schuf, verpackt in zwei großen Containern auf Reisen gegangen.


Zuletzt wurde die Rekonstruktion des legendären Merzbaus von Kurt Schwitters zusammen mit mehr als 120 Werken des Künstlers in einer breit angelegten Schau von Oktober bis Dezember 2007 in der Pinacoteca do Estado de São Paulo und anschließend im Museu Oscar Niemeyer in Curitiba (bis März 2008) präsentiert. Seit ihrer Rückkehr sind umfangreiche Renovierungsarbeiten an der Rekonstruktion vorgenommen worden. Ab Anfang September wird der Merzbau wieder reisefertig sein und in neuem Glanz erstrahlen.


Die nächsten Reiseziele in den kommenden Jahren stehen bereits fest: Zuerst wird der Merzbau auf Ausstellungen in Baden-Baden und Berlin zu sehen sein, anschließend wandert er in die USA.


Schwitters realisierte im Merzbau, der von 1923 bis 1936 als privater Raum im ehemaligen Atelier des Künstlers entstand, sein Lebenswerk, die Vereinigung von Kunst und Leben im „Merz-Gesamtweltbild“. Mit der phantastischen Architektur, die den Raum im Laufe der Entwicklung immer stärker verfremdete und mit den Jahren mehr und mehr von der Außenwelt abschloss, schuf sich Schwitters eine Situation, in der er alle Ausdrucksmöglichkeiten seines „Prinzip Merz“ zusammenführen konnte. Der Merzbau war Lebens-, Gestaltungs- und Arbeitsraum in einem. 1943 wurde er bei einem Luftangriff zerstört.


Vor kurzem ist auch die maßstabsgetreue Merzbau-Rekonstruktion von Peter Bissegger im Sprengel Museum Hannover renoviert worden. Sie zählt zu den besonderen Attraktionen des Museums. Auch der Eingangsbereich der Rekonstruktion wurde neu gestaltet und mit einem Informationstext nach neuestem Forschungsstand und historischen Fotografien ausgestattet.


 

Link: http://www.sprengel-museum.de