RAIMUND THOMAS ERHÄLT ART COLOGNE-PREIS 2016

Mit dem Preis der ART COLOGNE wird in diesem Jahr Raimund Thomas für seine
herausragenden Leistungen in der Kunstvermittlung geehrt. Der Münchner Galerist gehörte
1967 bereits zu den Gründungsmitgliedern des „Kunstmarktes Köln“.
Nach einem Studium der Architektur in München beschließt Raimund Thomas 1961, Galerist zu werden. Er
verbringt mehrere Monate in London, New York und Paris, um dort Galerien zu besuchen, hört Vorlesungen der
Kunstgeschichte in München und eröffnet 1964 die Galerie Thomas in der Maximilianstrasse 25.
Trotz eines damals noch wenig aufgeschlossenen Umfelds in München, stellt er bereits in den 60er- und 70er-
Jahren Künstler der internationalen Avantgarde aus, darunter Yves Klein, Cy Twombly, Eduardo Chillida, Piero
Manzoni, aber auch Gerhard Richter, Joseph Beuys, Josef Albers und Gotthard Graubner. Die späten 60er-
Jahre stehen im Zeichen der Pop-Art – unter anderem mit einer Ausstellung der „Nudes“ von Wesselmann.
Schon bald setzt Raimund Thomas einen ersten Schwerpunkt,
indem er sich auf Werke des Deutschen Expressionismus und der
Klassischen Moderne konzentriert. Max Pechstein, August Macke,
Gabriele Münter, Ernst Heckel, Christian Rohlfs, Otto Mueller
und Ernst Ludwig Kirchner sind fortan untrennbar mit dem
Programm der Galerie verbunden.
1978 kann die Galerie eine Ausstellung mit hundert zuvor nie
gezeigten Werken von Alexej von Jawlensky präsentieren. Ein
weiterer Meilenstein in der Galeriegeschichte ist der Erwerb
bedeutender expressionistischer Werke aus der legendären
„Sammlung Rheingarten“. Mit Ausstellungsereignissen wie dem
Zyklus „Die blauen Vier“, der nacheinander Klee, Kandinsky,
Jawlensky und Feininger präsentiert, führt Raimund Thomas die
Tradition seiner großen Vorgänger fort, der Galeristen Günter
Franke und Otto Stangl.
1986 ist Raimund Thomas zusammen mit vier anderen
Kunsthändlern ein Gründungsmitglied des Auktionshauses Villa
Grisebach in Berlin.
Er engagiert sich für zeitgenössische Künstler wie Mimmo Paladino, Nicola De Maria, Franceso Clemente, Enzo
Cucchi – weiter Jean-Michel Basquiat, die Graffiti-Künstler oder die Berliner „Neuen Wilden“.
Tatsächlich gehört Pioniergeist zu den charakteristischen Eigenschaften, die Raimund Thomas zeitlebens
entwickelt hat. Bezeichnend dafür ist 1987 die Eröffnung seiner privaten Kunsthalle, des A 11 Art Forum, in dem
er jahrelang seine persönlichen Ausstellungsvisionen verwirklicht. Auf mehreren Etagen zeigt er bis 1990
Querschnitte aus der „documenta 8“ und der Biennale in Venedig, immer wieder junge Kunst, Beuys, aber auch
Klassisches wie das gesamte lithographische Werk von Picasso.
1995 tritt seine Tochter Silke Thomas in die Galerie ein, die sie seitdem maßgeblich mit ihm leitet.

Zu den wichtigsten Präsentationen der jüngeren Vergangenheit zählen die Ausstellung mit Werken von Chaim
Soutine, der Zyklus „Meisterwerke I-V“, eine lose Folge von Ausstellungen mit herausragenden Werken von
Künstlern des Deutschen Expressionismus, aber auch Einzelausstellungen mit bedeutenden Vertretern der
amerikanischen Nachkriegskunst wie Tom Wesselmann, Frank Stella und Jim Dine sowie ein internationales
Ausstellungsprojekt anlässlich des 75. Geburtstages von Fernando Botero, einschließlich der Ausstellung seiner
monumentalen Skulpturen auf der Museumsinsel in Berlin im Herbst 2007.
2009 eröffnet die Galerie Thomas in der Türkenstrasse 16, in direkter Nachbarschaft zur Pinakothek der
Moderne und dem Museum Brandhorst, einen zweiten Standort in München, die Galerie Thomas Modern. Auf
knapp 900 qm entstehen Räume für Kunst nach 1945. Gezeigt werden die wichtigen Vertreter der deutschen
Nachkriegskunst wie Joseph Beuys und Anselm Kiefer, deren Zeitgenossen in den USA wie Andy Warhol, Tom
Wesselmann, Jim Dine, Joan Mitchell, George Segal und Sam Francis, aber auch international etablierte
Künstler der jüngeren Generation wie Marc Quinn und Peter Halley.
Seit September 2015 sind beide Galerien im Kunstareal, in der Türkenstrasse 16, beheimatet.
Mit Raimund Thomas wird 2016 ein Gründungsmitglied des „Kunstmarktes Köln“, dem Vorgänger der heutigen
ART COLOGNE, mit dem ART COLOGNE-Preis geehrt. Seit 1967 zählt die Galerie Thomas zum festen
Ausstellerstamm der weltweit ersten Messe für moderne und zeitgenössische Kunst.
Der ART COLOGNE-Preis wird jährlich vom Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler (BVDG) und
der Koelnmesse für herausragende Leistungen in der Kunstvermittlung vergeben. Die Preisverleihung findet mit
geladenen Gästen am Eröffnungstag der diesjährigen ART COLOGNE im Historischen Rathaus in Köln statt.

Link: http://www.galerie-thomas.de