Pompeji. Götter, Mythen, Menschen

27.09.2014 - 11.01.2015
Bucerius Kunst Forum
Rathausmarkt 2 , 20095 Hamburg
http://www.buceriuskunstforum.de

Erstmals wird einer der größten Stadtpaläste Pompejis vollständig in einer Ausstellung
gezeigt. Die Präsentation im Bucerius Kunst Forum ist angelehnt an die Architektur des
Hauses. Sie zeigt die prachtvolle Ausstattung in ihrem ursprünglichen Kontext. Die
außergewöhnlich großformatigen Wandmalereien, Bronzefiguren, Reliefs und Portraits zählen
künstlerisch zu den qualitätsvollsten der Vesuvstadt. Mit über 80 herausragenden Leihgaben
des Archäologischen Nationalmuseums Neapel wird das Leben der Menschen in der Antike
und die Rolle der Kunst in ihrem Alltag erfahrbar.
Im antiken Pompeji schmückten die Bürger ihre Wohnräume mit Bildern mythischer Liebespaare,
schwebender Göttergestalten und Gartenszenen. Diese Wandbilder gehören zu den am besten
erhaltenen Zeugnissen der römischen Malerei. Die Ausstellung Pompeji. Götter, Mythen, Menschen
im Bucerius Kunst Forum zeigt die Entwicklung der pompejanischen Bildwelten von ihren Anfängen
bis zum Untergang der Stadt beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. Die ältesten Fresken
imitieren farbigen Marmor, später kamen perspektivische Darstellungen von Heiligtümern,
Landschaften mit Villen, Stillleben und Mythenbilder in Mode.
Im Zentrum steht das Haus des Kitharaspielers, dessen großformatige Malerei und prunkvolle
Ausstattung erstmals in einer Ausstellung versammelt sind. Die Casa del Citarista erzählt die
Geschichte der Popidier, einer der reichsten und angesehensten Familien Pompejis, die den
Stadtpalast seit der Errichtung um 300 v. Chr. über Generationen erweiterte. Eine lebensgroße Statue
des Apoll mit der Kithara gab dem Hauskomplex seinen Namen. Drei große, von durchgehenden
Säulenhallen umgebene Gärten bildeten das Zentrum des fast 3.000 Quadratmeter großen
Gebäudes. Skulpturen und Reliefs aus Bronze und Marmor verzierten die Gärten, kostbare
Brunnenfiguren aus Bronze dienten als Wasserspeier. Zwei bis drei Meter hohe Wandmalereien
zeigen Portraits von Dichtern und Philosophen, aufwändige Villenanlagen und mythologische Szenen,
wie die Auffindung Ariadnes oder die erotische Begegnung von Mars und Venus. Statuen, Statuetten
und Altäre sind als Zeugnisse des Hauskults ebenso erhalten wie Reste der Möbel und der Schmuck
der Hausbewohner, der auf der Flucht vor der Eruption des Vesuvs zurückblieb. Eigens für die
Ausstellung wurden einige Fresken, ein Mosaik und eine Statuette mit Mitteln der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius restauriert.

Die von Valeria Sampaolo und Andreas Hoffmann kuratierte Ausstellung macht anhand der über 80
Exponate aus der Sammlung des Archäologischen Nationalmuseums Neapel die Bedeutung des
Stadtpalastes, der zu den größten Pompejis gehörte, erstmals wieder erfahrbar. Die Präsentation der
prachtvollen Ausstattung ist angelehnt an die Architektur der ursprünglichen Räume und führt die
verschiedenen Funktionsbereiche des Hauses vor Augen. Die Wandmalereien, Bronzefiguren, Reliefs
und Portraits zeugen vom Luxus und Kunstverstand der Antike. Sie zählen künstlerisch zu den
qualitätsvollsten der Vesuvstadt. Pompeji. Götter, Mythen, Menschen veranschaulicht das Leben der
Menschen in der Antike und zeigt die große Präsenz der Kunst in ihrem Alltag. Die Schau vermittelt
einen Eindruck vom Zustand des Hauses kurz vor dem Vulkanausbruch. Eine digitale Rekonstruktion
der Casa del Citarista, die in Zusammenarbeit mit dem Museo Archeologico Virtuale in Herculaneum
entsteht, ergänzt die Ausstellung.
Der Ausstellungskatalog mit Beiträgen von Bettina Bergmann, Stefano De Caro, Andreas Hoffmann,
Carol C. Mattusch, Henrik Mouritsen, Valeria Sampaolo und Andrew Wallace-Hadrill erscheint im
Hirmer Verlag, München (ca. 220 Seiten mit farbigen Abbildungen aller ausgestellten Werke, 29 € in
der Ausstellung).

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Soprintendenza per i Beni Archeologici und dem
Archäologischen Nationalmuseum in Neapel.