PHILOSOPHIE DES RAUMES

Das Buch spricht über das akademische Fachpublikum hinaus auch eine philosophisch und kulturell interessierte Öffentlichkeit an – zum Beispiel mit Texten wie „Die Welt als Laufsteg“ von Susanne Kirsch. Während Susanne Kirsch darin der Weltmacht Mode auf der Spur ist, dechiffriert Jörg Scheller in seinem Beitrag „Fleisch Cube“ das Bodybuilding als Signatur unserer Gegenwartskultur. Barbara Kuon entwirft in ihrem Essay „Submediale Träume“ eine Strategie, wie den fundamentalistischen Ideologien, die weltweit immer größeren Zulauf erhalten, intellektuell beizukommen ist. „Das Zimmern der Zeit“ von Matthias C. Müller und „Sein und Raum“ von Marc Jongen, dem Herausgeber, sind Beispiele für Texte, die grundlegende raumtheoretische Zusammenhänge in einer allgemein verständlichen Sprache darstellen. Der Band verdient auch insofern Aufmerksamkeit, als er einen erstmaligen Überblick über die philosophische Produktion der noch jungen Karlsruher Hochschule für Gestaltung mit ihren Professoren Peter Sloterdijk und Boris Groys liefert. Peter Sloterdijk ist mit einer Rede vertreten, die die Gründung der Akademie durch Platon nacherzählt und das „heterotopische“ Wesen aller akademischen Einrichtungen erläutert, das sich durch die Ökonomisierung der Universitäten heute bedroht sieht. Boris Groys analysiert in seinem Beitrag die latent ikonoklastische Funktion des Kurators – einer Figur, die im heutigen Kulturbetrieb eine immer wichtigere Rolle spielt. Mit Beiträgen von: Simon Baier, Hinderk M. Emrich, Andreas Leo Findeisen, Jan Füchtjohann, Bettina Funcke, Boris Groys, Marc Jongen, Susanne Kirsch, Philipp Kleinmichel, Barbara Kuon, Anette Lange, Yana Milev, Matthias C. Müller, Christoph Narholz, Jörg Scheller, Peter Sloterdijk und Cai Werntgen.Quelle:HFG, Karlsuhe