PETER SAUL

30.09.2017 - 28.01.2018
Sammlung Falckenberg | Deichtorhallen Hamburg
Wilstorfer Straße 71, Tor 2, Hamburg-Harburg
http:// www.deichtorhallen.de

Die Deichtorhallen zeigen in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle Frankfurt einen umfassenden Überblick über das Werk des US-amerikanischen Künstlers PETER SAUL. Die Ausstellung zeigt rund 60 Arbeiten Peter Sauls, darunter wegweisende Werkgruppen, wie seine Ice Box Paintings, seine Comic-Narrationen und seine Vietnam-Bilder aus den 1950er- und 1960er-Jahren, noch nie ausgestellte Zeichnungen sowie ausgewählte späte Arbeiten der 1980er- bis 2000er-Jahre. Die Ausstellung in Hamburg wird durch eine umfängliche Präsentation mit Werken unter anderem von u.a. Werner Büttner, Andre Butzer, Michael Ray Charles, Sam Durant, Nicole Eisenman, Erro, Philip Guston, Christian Hahn, Mike Kelley, Martin Kippenberger, Paul McCarthy, Manuel Ocampo, Joyce Pensato, Richard Prince, Albert Oehlen, Markus Oehlen und Daniel Richter.

Lange bevor »Bad Painting« ein zentrales Anliegen der zeitgenössischen Kunst wurde, verletzte PETER SAUL ganz bewusst den guten Geschmack. In seiner unverwechselbaren Sprache hat der Maler ein Cross-over aus Pop-Art, Surrealismus, Abstraktem Expressionismus, San Francisco Funk und Cartoon Culture entwickelt, in dem er politische und soziale Themen aufgreift. Mit der Pop-Art teilt er das Interesse am Banalen, an der Konsumgesellschaft und den heiteren Bildwelten des Comics in leuchtenden, ansprechenden Farben.

Abseits von großen künstlerischen Schulen hat Saul ein äußerst eigenwilliges Œuvre entwickelt. Nie wirklich zu einer Gruppe oder Bewegung gehörend, malt er seit mehr als 50 Jahren auf seine Weise gegen die wechselnden künstlerischen Moden an. Sauls Bilder erzählen Geschichten, neigen zur Übertreibung und wehren sich gegen eindeutige Lesarten.

Nicht zuletzt ist sein Werk aber auch mit den ästhetischen Strategien der Gegenkultur in Kalifornien verbunden. Eine fast zornige Malerei zeigt sich, wenn Saul die Schattenseiten des American Dream thematisiert. Hier offenbart sich die Gleichzeitigkeit von überbordendem Humor und spielerischer, aber doch harscher Systemkritik. Erstmals in Europa präsentiert die Ausstellung einen umfassenden Überblick über den bislang zu selten beachteten, bedeutenden »artist’s artist«.