Paul Klee der Poet der Moderne

01.10.2017 - 21.01.2018
Fondation Beyeler,
Baselstrasse 101, Riehen / Basel
http://www.fondationbeyeler.ch

Erstmals wird die Bedeutung der Abstraktion in seinem Oeuvre thematisiert

„Viele nennen Paul Klee einen Zauberer, er war keiner, er zauberte nicht. Er war ein Erfinder, der Zauberhaftes erfand.“ schrieb ein Schüler am Bauhaus über seinen berühmten Lehrer.

Zum Jahresende setzt die Fondation Beyeler noch einmal den Akzent auf einen Künstler, dem ein Schwerpunkt der Sammlung gewidmet ist: Paul Klee. Erstmals nimmt sich eine Ausstellung der Frage nach der abstrakten Dimension im Schaffen Paul Klees an. Das Kunstmuseum Fondation Beyeler versammelt dazu rund 110 Werke, darunter wertvolle Leihgaben aus internationalen Privatsammlungen, die der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich sind und bisher nur selten zu sehen waren. Zu den Ausstellungs-Highlights zählen auch Leihwerke aus den großen renommierten Museen weltweit, wie das MoMA in New York, das Centre Pompidou in Paris, die Albertina in Wien, die Sammlung Berggruen in Berlin, die Sammlung Rosengart in Luzern, das Kunstmuseum Basel sowie das Zentrum Paul Klee. Die Ausstellung setzt auf eine Bildauswahl von halbgegenständlichen und vollkommen abstrakten Bildern, die es ermöglicht, sein Werk unter neuen Gesichtspunkten zu untersuchen, vertiefte Erkenntnisse über seine Beschäftigung mit der Abstraktion zu gewinnen und zudem interessante Bezüge zu verschiedenen anderen Künstlern seiner und auch späterer Generationen offen zu legen. Dass Paul Klees Oeuvre heute immer noch unerforschte Facetten aufweist, ist umso überraschender, da sein Werk in den letzten Jahrzehnten in zahlreichen Sonderausstellungen beleuchtet wurde.

In chronologischer Reihenfolge zeigt die Ausstellung, die sich über sieben Säle erstreckt, Werkgruppen, anhand derer sich die entscheidenden Etappen von Klees Entwicklung nachverfolgen lassen: Die Schau beginnt mit Klees Anfängen als Maler in den 1910er Jahren in München und der berühmten Tunis-Reise, thematisiert folgend die Zeit des Ersten Weltkrieges und das Bauhaus Jahrzehnt von 1921-1931 mit den bekannten Schachbrettbildern und Schichtaquarellen. Die Gemälde, die nach seinen Reisen nach Italien und Ägypten entstehen, führen schliesslich zu den Zeichenbildern in Klees Spätwerk, denen sich Ernst Beyeler besonders verbunden fühlte. Ihnen ist der letzte Raum der Ausstellung gewidmet.

Dem Katalog zur Ausstellung gebührt dieses Mal eine besondere Erwähnung. Neben den Kunsthistorikerinnen und Klee-Spezialistinnen Fabienne Eggelhöfer und Regina Prange kommen auch Persönlichkeiten aus anderen Berufsfeldern zu Wort. So hat sich der griechisch-russische Dirigent Teodor Curentzis Gedanken zum Thema Klee und die Musik gemacht, die zeitgenössische amerikanische Künstlerin Jenny Holzer befasst sich mit den Zeichen in Klees Werken und der Schweizer Architekt Peter Zumthor widmet sich den architektonischen Elementen, die sich in Klees Werken offenbaren.