Olafur Eliasson gestaltet – Das Hamburger Kinderzimmer –

Das Hamburger Kinderzimmer
Olafur Eliasson gestaltet einen Erlebnisraum für Familien
zum schöpferischen Umgang mit Kunst
Der international renommierte Künstler Olafur Eliasson (geboren 1967 in Kopenhagen) gestaltet für
die Hamburger Kunsthalle im Erdgeschoss der Galerie der Gegenwart einen Seh-, Erlebnis- und Spielort,
in dem Kinder (6-12 Jahre) und Erwachsene auf besondere Weise schöpferisch mit Kunst umgehen
können. Im Zentrum des Raumes steht ein interaktives Werk von Eliasson, das Structural Evolution
Project: Ein großer Tisch mit Zome Tools – vielfarbigen Stäbchen mit unterschiedlichen Durchmessern
und oktogonalen Verbindungskugeln – lädt Kinder und Erwachsene dazu ein phantasievolle Strukturen,
kristalline Formen und Architekturen zusammen zu bauen. Speziell für das Hamburger Kinderzimmer
kombiniert Olafur Eliasson das Structural Evolution Project mit Ansätzen aus seinen anderen Werken:
An den Wänden des Zimmers richtet er eine komplexe Gitterstruktur ein und schafft damit einen
Ausstellungsraum besonderer Art. Die Besucher können ihre selbst gebauten Werke in diesen teils
verspiegelten Regalstrukturen präsentieren.
Um die Kinder zu immer neuen, phantasievollen Schöpfungen mit den Zome-Tools anzuregen, werden
im Hamburger Kinderzimmer zwei kleine, kindgerechte Themenausstellungen pro Jahr präsentiert. Die
erste Kinderausstellung mit Gemälden, Skulpturen und Graphiken von den Niederländern des 17.
Jahrhunderts bis Picasso ist dem Thema Spiegelei gewidmet. Zusätzlich können die Kinder mit Hilfe
einer Wanderkarte, die zur Eröffnung des Erlebnisraumes erscheint, auch andere Ausstellungsräume
des Hauses zum Thema Spiegelei erkunden. Die Karte ist kostenlos an den Kassen erhältlich.
Das Kinderzimmer-Projekt wurde von der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen anlässlich ihres
fünfzigjährigen Bestehens finanziert.



Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 15-17.30 Uhr, Samstag und Sonntag, 12-16 Uhr
Außerhalb der Öffnungszeiten kann der Erlebnisraum auch für Kinder- und Familienfeiern gebucht
werden (auf Wunsch auch mit pädagogischer Betreuung).
Kuratorin des Hamburger Kinderzimmers: Dr. Annabelle Görgen-Lammers
Wir danken der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen für den Ankauf des Werkes von O. Eliassonn sowie der Malschule in der Kunsthalle e.V. , der BUDNIANER HILFE e. V. und Montana Møbler A/S für die weitere Unterstützung.
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Zum Ankauf des Werkes von O. Eliasson durch die Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen (SHK) Die Hamburger Kunsthalle verdankt der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen den Ankauf des Werkes von Olafur Eliasson.


Jürgen Blankenburg, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung auf
Fragen zum Hamburger Kinderzimmer:
Wann entstand die Idee für einen Ankauf, bei dem Kinder im Mittelpunkt stehen sollten?
J. Blankenburg: Anlass war das fünfzigjährige Bestehen der Stiftung 2006. Die Stiftung für die Hamburger
Kunstsammlungen hatte auf Anregung des Direktors der Kunsthalle damals bereits beschlossen,
für die nächsten Stiftergenerationen einen besonders stimulierenden Ankauf zugunsten der
Kunsthalle zu tätigen – in Form eines interaktiven, für Kinder nutzbaren Kunstwerkes. Mit dem Kinderzimmer
von Olafur Eliasson erfüllt die SHK der Kunsthalle ihren eigenen Geburtstagswunsch.
Wie schafft es die SHK so beständig Ankäufe zu tätigen?
J. Blankenburg: Etwa 200 private Stifter und Unternehmen finanzieren in der Stiftung seit 50 Jahren
die Ankäufe von Kunstwerken für die Kunsthalle und das Museum für Kunst und Gewerbe. Die jährlich
eingebrachten Spenden werden durch einen von der Höhe des privaten Engagements abhängigen Zuschuss
des Senats verdoppelt oder wesentlich ergänzt. Auf diese Weise sind für Hamburg etwa 460
Kunstwerke im Wert von über 300 Mio • zusammengekommen.
Was erhofft sich die Stiftung von dem Kinderzimmer?
J. Blankenburg: Beim Jubiläumspräsent ging es darum, auch für die Zukunft ein Zeichen für das anhaltende
Engagement der Stifter zu setzen. Dafür sollte ein authentisches, also kein „kindliches“ Kunstwerk
den jüngsten Museumsbesuchern gewidmet werden, das auch sonst, außerhalb eines „Kinderzimmers“
im Museum einen Platz hätte einnehmen können.
Gibt es vergleichbare Museums-Projekte, gestaltet von einem so renommierten Künstlers?
J. Blankenburg: Nein. In dieser Form ist es in Deutschland bisher einmalig – und hierfür Olafur Eliasson
zu gewinnen, der weltweit zu den am meisten gefragten Künstlern der Gegenwart zählt, war ein Traum,
auf dessen Realisierung gerne drei Jahre gewartet werden konnte. Jetzt können die Kinder und Enkel
der privaten Mäzene dieses interessante Werk am 25. September selber ausprobieren, bevor es zwei
Tage später der Öffentlichkeit übergeben wird.

Link: http://www.hamburger-kunsthalle.de