NICOLA SAMORÌ FEGEFEUER

22.09.2012 - 02.12.2012
Kunsthalle Tübingen
Philosophenweg 76, 72076 Tübingen
http://www.kunsthalle-tuebingen.de

Samorì ist 1977 im norditalienischen Forlì als Sohn einer kunstfernen Bauernfamilie geboren. Seit er denken kann, zeichnet, malt und skulpturiert er. Als Schuljunge richtete er sich ein Atelier im elterlichen Traktorenschuppen ein. Bereits mit vierzehn Jahren konnte er durch den Verkauf seiner Arbeiten seinen Lebensunterhalt bestreiten. Seine Gemälde können sich in ihrer dramatischen Lebensechtheit mit den barocken Chiaroscuro-Kompositionen eines Caravaggio messen. Doch steht der Maler aus der Romagna auch den destruktiven Tendenzen der Nachkriegsmoderne nahe, so beispielsweise Lucio Fontana oder Arnulf Rainer. Samorì baut seine Gemälde altmeisterlich auf, bevor er sie mit dem Pinsel, dem Spachtel oder dem Skalpell teilweise wieder zerstört. Es entstehen dekonstruktive Kompositionen, die das historische Bilderbe mit höchster sinnlicher Kraft dem heutigen Betrachter verfügbar machen, und die darin verborgenen großen Themen menschlicher Existenz – von der Todesangst bis zur Lebenslust – aufdecken. Samorì hat in den letzten Jahren auf den Kunstmärkten von Italien, Dänemark, England aber auch der USA für Aufsehen gesorgt. Die Kunsthalle Tübingen macht nun den Künstler durch seine erste musealen Einzelausstellung einem breiteren Publikum bekannt. Neben etwa sechzig Bildern und fünf skulpturalen Arbeiten Samorìs wird auch eine exquisite kleine Auswahl italienischer und niederländischer Barockwerke präsentiert, darunter ein großes Ölgemälde, das erst jüngst Jusepe de Ribera zugeschrieben wurde. Zur Ausstellung erscheint ein von Daniel J. Schreiber herausgegebener, umfangreicher Katalog bei dem Kölner Verlag Strzelecki Books.