Nach Ägypten! Die Reisen von Max Slevogt und Paul Klee / Wael Shawky – Cabaret Crusades

06.09.2014 - 04.01.2015
STIFTUNG KUNSTSAMMLUNG NORDRHEIN-WESTFALEN
Grabbeplatz 5, D-40213 Düsseldorf
http://www.kunstsammlung.de

Ägypten, das Land der Pharaonen, fasziniert die Menschen seit Jahrtausenden. Nach
dem Feldzug Napoleons an der Wende zum 19. Jahrhundert wurde das Land am Nil
eines der beliebtesten Ziele für Bildungs- und Kulturreisende. Auch viele Künstler
begeisterten sich für das gleißende Licht und die einzigartige Landschaft. Die
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen widmet sich im Herbst mit gleich zwei
Ausstellungen dem Thema Ägypten.
Zu den frühen Ägyptenreisenden gehörten Max Slevogt (1868-1932) und Paul Klee
(1979-1940). Etwa 130 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen, die im Zusammenhang
ihrer Reisen entstanden sind, verdeutlichen in der Ausstellung Nach Ägypten! Die
Reisen von Max Slevogt und Paul Klee die Umbrüche am Übergang vom
Impressionismus zur Klassischen Moderne. Museen aus dem In- und Ausland sowie
renommierte private Sammlungen unterstützen großzügig die Ausstellung mit
hochrangigen Leihgaben.
Die Ausstellung stellt zwei Künstler einander gegenüber, die zwar derselben zeitlichen
Epoche, aber ganz unterschiedlichen Bildtraditionen und Gedankenwelten angehören.
Slevogt und Klee haben Ägypten nicht nur auf unterschiedliche Art erlebt, sie haben ihre
Eindrücke auch ganz unterschiedlich künstlerisch verarbeitet.
Die Eindrücke Ägyptens entfachten bei Slevogt eine bis dahin nicht gekannte Virtuosität
im Umgang mit Farbe und Komposition. Im Unterschied zu Slevogt reiste Klee allein und
mit wenig Gepäck nach Ägypten. Nach dem Besuch altägyptischer Monumente und
Grabdenkmäler begeisterte er sich vor allem für die fruchtbare Landschaft am Nil. Klee
reflektierte und transformierte das Gesehene erst nach seiner Rückkehr ins Atelier in
einer Reihe neuer Werke.
Um die Darstellung des Fremden aus der jeweils eigenen Sicht geht es auch bei den
Cabaret Crusades des ägyptische Künstler Wael Shawky (geb. 1971). Seine Video-
Trilogie schildert das Geschehen der Kreuzzüge konsequent aus arabischer Sicht.

Marionetten verkörpern in den Filmen die historischen Gestalten. Die ersten beiden Teile
der Video-Folge, die zu den viel besprochenen Entdeckungen der documenta 13 in
Kassel gehörten, sind ab dem 6. September in der Grabbe Halle von K20 ausgestellt.
Den dritten Teil der Cabaret Crusades realisiert Wael Shawky nun den gesamten Herbst
über in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen unter den Augen der Besucher: The
Secrets of Karbala lautet der Titel der bislang aufwändigsten Filmproduktion Shawkys.
Am 4. Dezember 2014 wird der Film seine Welturaufführung im K20 erleben. Die
Parallelität von Ausstellung und Produktion stellt für das Museum und ebenso für den
Künstler ein Novum dar.
Anlässlich der beiden Ausstellungen im K20 widmet sich auch das Programm von Futur
3 im F3 Schmela Haus ab dem 11. September dem Thema Ägypten. Zum Start des
Goethe-Residenz-Programms werden von September bis November Gäste aus Ägypten
im Schmela Haus wohnen und Futur 3-Abende gestalten.