MY Abstract World

14.09.2016 - 02.04.2017
me Collectors Room Berlin / Stiftung Olbricht
Auguststrasse 68, Berlin

Die Begeisterung für intensive Farben und großen Ausdruck animieren Thomas Olbricht seit 30 Jahren zum Sammeln abstrakter Kunstwerke unterschiedlichster stilistischer Couleur. Aus den über 350 abstrakten Arbeiten 90 verschiedener Künstler seiner Sammlung präsentiert er eine Auswahl seiner aktuellen Favoriten im me Collectors Room. Gleichzeitig verwandelt der Sammler die Ausstellungsräume in eine Erlebniswelt, die alle Sinne ansprechen soll. Auf Sitzlandschaften haben die Besucher die Möglichkeit sich mit Getränken und Lesematerial oder Musik – zusammengestellt von Musik- und Kunstpublizist Max Dax – in die Arbeiten zu vertiefen.
My Abstract World versammelt eine internationale Auswahl von arrivierten Positionen wie Bernard Frize, Joseph Marioni oder Katharina Grosse bis zu Vertretern einer jungen Generation abstrakter Künstler wie Ali Banisadr, Paul Fägerskiöld und David Ostrowski.
Ali Banisadr (*1976 Teheran, Iran) oder Ahmed Alsoudani (*1975 Bagdad, Irak) übersetzen frühe Erinnerungen an heimatliche Stimmungen und Klänge, aber auch an Krieg und Vertreibung in farbintensive Schwünge an der Grenze zur Figuration. Gleichzeitig rufen die zart pastellfarbenen Flächen Etel Adnans (*1925 Beirut, Libanon) kontemplative Landschaften auf, während Federico Herrero (*1978 San José, Costa Rica) mit tropischen Farben urbane Erfahrungen in geometrische Kompositionen bannt. Herreros Wurzeln liegen ebenso in der Street Art wie die seines Amerikanischen Malerkollegen Sterling Ruby (*1972 Bitburg Air Base, Deutschland), dessen Werk im Gegensatz zu Herreros fröhlicher Farbigkeit in düsterem Ton dem Graffiti entlehnt ist und von sozialer Ausgrenzung und Ungleichheit zeugt. Solch inhaltlich geprägten Arbeiten wird die konzeptuelle Auseinandersetzung mit Farbe, Form und Fläche entgegen gesetzt. So lotet Joseph Marioni (*1943 Cincinnati, Ohio) Schicht um Schicht die Qualität gelber Farbe aus und verleiht ihr Tiefe und changierende Fülle. Paul Fägerskiöld (*1982 in Stockholm, Schweden) lässt mit gesprühtem Acryl vermeintlich monotone Flächen entstehen, die flirrend zu schweben scheinen. Eine Bildwelt aus geometrischen Formen und visuellen Referenzen, die die Grenzen zwischen Figuration
und Abstraktion auflöst und sich jeder Klassifikation entzieht, bestimmt das Werk von Thomas Scheibitz (*1968 Radeberg), während Brent Wadden (*1979 New Scotia, Kanada) die Strenge geometrischer Abstraktion durch die weiche und warme Materialität von Wolle und Garn durchbricht. Dagegen unterminieren David Ostrowskis (*1981 Köln) schnelle, spontane Gesten vor monochromen Flächen Stil und Komposition, erlauben Fehler und geben dem Zufall Raum. Bernard Frize (*1954 in Saint-Mandé, Frankreich) treibt die Spielarten konzeptueller Abstraktion auf die Spitze, indem er einfach runde Abdrücke farbiger Pinsel auf die Leinwand bringt und so den Gedanken des Malergenies ad absurdum führt.
Im Rahmen von My Abstract World erscheint eine Publikation. Den Besuchern steht eine interaktive App zur Verfügung: Musik- und Kunstpublizist Max Dax hat für die Ausstellung Musik zu ausgewählten Kunstwerken verschiedener Genre zusammengestellt, die die Besucher über die kostenfreie App hören können.

Mit: Etel Adnan, Ahmed Alsoudani, John M Armleder, Jo Baer, Ali Banisadr, Max Bill, GL Brierley, André Butzer, Shen Chen, Ouyang Chun, Albrecht Demitz, Paul Fägerskiöld, Mark Flood, Bernard Frize, Andreas Golder, Kuno Gonschior, Henriette Grahnert, Katharina Grosse, Wang Guangle, Peter Halley, Federico Herrero, Olaf Holzapfel, Vladimir Houdek, Callum Innes, John Isaacs, Robert Janitz, Sergej Jensen, Imi Knoebel, Caroline Kryzecki, Robert Longo, Marcin Maciejowski, Joseph Marioni, Sarah Morris, David Nicholson, David Ostrowski, Daniel Pflumm, Sigmar Polke, Liang Quan, Gerhard Richter, Sterling Ruby, Thomas Ruff, Chen Ruo Bing, Adrian Sauer, Thomas Scheibitz, Martina Steckholzer, Henning Strassburger, Christine Streuli, Wolfgang Tillmans, Rosemarie Trockel, Tatiana Trouvé, Brent Wadden, Ekrem Yalcindag, Toby Ziegler, Heimo Zobernig