Mondrian. Farbe

01.02.2014 - 11.05.2014
Rathausmarkt 2, Hamburg
http://www.buceriuskunstforum.de
Wer den Namen Piet Mondrian hört, denkt an abstrakte Malerei in den Farben Rot, Gelb und
Blau. Doch wie kam der Maler zu dieser Reduktion?

Mit Mondrian. Farbe geht erstmals eine

Ausstellung dieser Frage nach. Anhand von 51 Gemälden wird deutlich, wie Mondrian durch
die Auseinandersetzung mit Künstlern wie Cézanne, mit Goethes
Farbenlehre und der
Theosophie auf der Suche nach der universellen Harm
onie zu den Grundfarben und zur
Abstraktion fand. „Kunst soll der unmittelbare Ausdruck des Universellen in uns sein“ – so
formulierte Mondrian sein anspruchsvolles künstlerisches Programm. Die Ausstellung im
Bucerius Kunst Forum vereint vom 1. Februar bis zum
11. Mai 2014 Leihgaben aus
international renommierten Sammlungen wie dem Gemeentemuseum Den Haag, dem Denver
Art Museum oder der Tate in London.
Rot, Gelb und Blau sind die Farben, die Piet Mondri
ans (1872–1944) Werk berühmt gemacht haben.
Er gilt als einer der entschiedensten Verfechter der Abstraktion. Von seinen Anfängen mit
holländischen Landschaften entwickelte sich Mondrian zum Pionier der ungegenständlichen Malerei.
Seit 1921 malte er ausschließlich mit den Primärfarben. In der Kombination mit weißen Flächen und
schwarzen Linien kommt ihnen eine wesentliche Bedeutung zu: Sie transformieren die materielle Welt
ins Geistige. In der Farbe zeigt sich dieser Anspruch Mondrians. Erstmals untersucht mit Mondrian.
Farbe eine Ausstellung dieses zentrale Moment seines Werks.
Die künstlerischen Avantgarden des frühen 20. Jahrhunderts wollten mit den Traditionen brechen.
Revolution war das Motto der Stunde. Auch Piet Mondrians Abstraktion wurde in diesem
Zusammenhang gesehen. Seine ungegenständliche Malerei gehört heute zum Kanon der
Avantgardekunst. Sie hatte sich von allem befreit,
was man bis dahin mit Malerei verband. Doch
Mondrians Werk kam nicht durch Revolution zustande
– er sah seinen Weg zur Abstraktion als einen
evolutionären Prozess.
Behutsam und kontinuierlich arbeitete er daran, sich zu unterscheiden: von
seinen Kommilitonen an der Amsterdamer Rijksakademie van beeldende Kunsten ebenso wie von
den Vorbildern der niederländischen Malerei des 17.
Jahrhunderts, an denen er sich messen wollte,
und den internationalen Positionen des beginnenden
20. Jahrhunderts, gegen die er antreten sollte.
Mondrians frühe, seit den 1890er Jahren entstandene
Landschaften zeigen seine
Auseinandersetzung mit den Fragen des Realismus in
der Tradition Rembrandts. Die erdigen, pastos
aufgetragenen Farben dienten ihm als Material der Landschaft. Doch schon in seinen kurz nach 1900
entstandenen Landschaften malte Mondrian das Strahl
en der Sonne und das Leuchten des Mondes.
1908 kam er erstmals in Berührung mit Goethes Farbenlehre
. Unter Berufung auf Goethe formulierte
er: „Farbe ist getrübtes Licht.“ Das Licht wird nicht als ein strahlendes gezeigt, sondern als ein
Leuchten, das vom Horizont ausgeht. Damit verabschiedete sich Mondrian vom Realismus und
brachte eine symbolistische Komponente in seine Landschaftsdarstellungen ein.