MEISTERWERKE V

27.03.2015 - 16.05.2015
Galerie Thomas,
Maximilianstrasse 25, , München

MAX BECKMANN . ALEXEJ VON JAWLENKSY . ERNST LUDWIG KIRCHNER
FERNAND LÉGER . EMIL NOLDE . PABLO PICASSO . CHAIM SOUTINE

Zwanzig Jahre nach der ersten MEISTERWERKE Ausstellung in der Galerie Thomas freuen wir uns,
Ihnen nun die fünfte Ausgabe der bedeutenden Reihe zu präsentieren. 2015 ist es uns wieder
gelungen, eine Gruppe besonders hochkarätiger Kunstwerke der Klassischen Moderne und des
Expressionismus zusammenzutragen.
Ernst Ludwig Kirchners Porträt von Leon Schames, dem Sohn seines langjährigen
Kunsthändlers, entstand zwischen 1922 und 1924 in Davos. Das für Kirchner erstaunlich
großformatige Bild zeigt ein ganzfiguriges Bildnis in rot-tonigen, glühenden Farben. Die
starke Farbigkeit des Teppichs und der im Hintergrund dargestellten Werke des Künstlers
werden in ihrer Wirkung noch durch die außergewöhnliche Perspektive übertroffen:
Kirchner stellt den Porträtierten vor einen wie in die Fläche gekippten Raum, der die Figur
monumental rahmt und auf die beginnende, neue Davoser Stilphase Kirchners verweist.
Damit ist das Bildnis von Leon Schames ein Epochenbild im OEuvre des Künstlers, das
sowohl einen neuen Lebensabschnitt durch die Übersiedlung in die Schweiz und die noch
junge Zusammenarbeit mit dem Sohn von Ludwig Schames als auch die Entwicklung eines
neuen Stils markiert.
In seiner flirrenden Farbigkeit ist Emil Noldes Gemälde
der „Sommerfreude“ nicht weniger eindrucksvoll und
ausdrucksstark als Kirchners großes Porträt. Das
beinahe gleichzeitig entstandene Gemälde malte
Nolde in Utenwarf, seinem Wohnsitz bis zum Umzug
nach Seebüll. Der Maler schildert einen sonnigen
Sommertag mit spielenden Kindern, Details der
Ostseelandschaft und der Umgebung seines Hauses,
und über den am Horizont erkennbaren Nachbarhof hinweg ist das Meer hinter den
Dünen zu ahnen. Licht und Luft, die Brise von der Ostsee und die Frische der Landschaft
erfaßt Nolde in seiner typischen intensiven und kontrastreichen Farbgebung, und die
dominierenden Rot-, Grün- und Blautöne scheinen von innen heraus zu leuchten.
Hinzu kommt eine stilistische Besonderheit durch die vibrierende, fast gestisch
anmutende Malweise, die Nolde in diesen Jahren verstärkt einsetzt und die dem
Gemälde die Lebendigkeit einer Momentaufnahme verleiht.
Beide Werke zeigen Ernst Ludwig Kirchner und Emil Nolde als herausragende Meister der Farbe, die, als ehemalige
Mitglieder der Künstlergemeinschaft „Brücke“, im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts dem Expressionismus einen neuen
Entwicklungsschub geben, der schon auf die abstrakt-expressionistische Malerei nach dem Zweiten Weltkrieg und in der
Gegenwart vorausweist.
Fester Bestandteil der Ausstellung ist der umfangreiche Katalog, in dem jedes Werk ausführlich beschrieben