Max Uhlig | vor der Natur gewachsen

01.07.2014 - 26.10.2014
Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen
Regierungsstraße 4-6 , 39104 Magdeburg
http://www.kunstmuseum-magdeburg.de

Uhlig Le Mont Ventaux, 26.4.1995, Öl auf Leinwand

Das Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen widmet sich mit Max Uhlig einem Künstler, der zu den wichtigen deutschen Malern der Gegenwart gehört. Zum ersten Mal steht dabei sein malerisches und zeichnerisches Gesamtwerk im Mittelpunkt.
Sein künstlerischer Eigensinn und besonderer Stil waren die Garantie für Qualität in politisch wie kulturell verschiedenen Gesellschaften. Immer ist Max Uhlig sich dabei selbst treu geblieben. Seine Werke befinden sich heute in vielen Sammlungen in Deutschland und weltweit, von Paris bis Basel oder London und New York.
Ausgangspunkt ist für ihn die Anschauung, die Arbeit vor dem Objekt oder in der Natur. Den Prozess des Sehens überträgt Max Uhlig dabei in seine Bilder. Er sucht nicht den überraschenden Moment: „Für mich wird eine Sache interessant, wenn sie durch langes Anschauen fremd wird.“ (M. Uhlig) Dieser künstlerischen Position trägt auch der Titel der Ausstellung Rechnung.
Neben den großformatigen Landschaftsgemälden der neunziger Jahre aus Frankreich sind kleine Landschaften der siebziger Jahre ebenso zu sehen wie die markanten Porträtköpfe. Wundervolle farbige Aquarelle der mecklenburgischen Landschaft, der Blick aus dem Atelierfenster in Dresden oder kaum bekannte Straßenszenen der achtziger Jahre und große schwarz-weiße Tuschezeichnungen, wie sie für die Entwürfe der Chorfenster der Magdeburger Johanniskirche Verwendung finden.
Die Retrospektive ist jedoch nur die Ouvertüre für eine dauerhafte Präsenz von Werken des 1937 in Dresden geborenen Künstlers in Magdeburg. Noch in diesem Jahr wird mit dem Einbau der 13 von ihm entworfenen Glasfenster in der spätgotischen Johanniskirche begonnen. Sie basieren auf zwei für den Motivkreis Max Uhligs grundlegenden und immer wiederkehrenden Themen: Vegetation und Landschaft, die in stark abstrahierter Form in den hohen Fenstern des Chores und der Südseit! e ersche inen. Die Chorfenster, in denen stilisierte Weinstöcke angeordnet werden, sind farblich zurückhaltend, als Grisaillen gestaltet (schwarz/weiß/grau,  mit Zwischentönen). Die Südseite zeigt die für den Künstler typische Farbigkeit.
Zur Ausstellung erscheint eine Monographie im Hirmer Verlag, München.

Max Uhlig
geb. 1937 in Dresden / 1951-1954 Lehre als grafischer Zeichner / 1955-1957 Studium an der Hochschule für Bildende Künste, Dresden, bei Theo Richter und Max Schwimmer / 1961-1963 Meisterschüler an der Deutschen Akademie der Künste, Berlin / 1987 Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste (DDR) / 1989 Gastdozent an der Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg / 1995-2002 Professur für Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste, Dresden / 1995 Gründungsmitglied der Sächsischen Akademie der Künste / Januar 1996 Vernichtung eines Großteils des Werkes im Atelier im Künstlerhaus Loschwitz / zahlreiche internationale Kunstpreise und Ehrungen