Max Beckmann in der Pinakothek der Moderne

Die Pinakothek der Moderne in München besitzt mit 37 Gemälden und zwei Skulpturen neben dem Saint Louis Art Museum in den USA die bedeutendste Sammlung von Werken Max Beckmanns. Dieser herausragenden Sammlung und ihrer Entstehung ist die neu erschienene Publikation »Max Beckmann in der Pinakothek der Moderne« gewidmet. Konzipiert von Carla Schulz-Hoffmann, der Kuratorin der Beckmann Retrospektive von 1984 und der letzten großen diesem Künstler gewidmeten Ausstellung »Max Beckmann – Exil in Amsterdam« im Jahr 2007, werden in der grundlegenden Publikation die Werke dieses Künstlers eingehend kunsthistorisch analysiert wie auch die Ergebnisse ihrer naturwissenschaftlichen Untersuchung dargelegt. Damit wird der seit langem bestehende dringende Wunsch, die Werke Max Beckmanns in einem Bestandskatalog, der sowohl für den Spezialisten als auch den interessierten Laien eine gewinnbringende Lektüre ist, realisiert.


Die Sammlung Moderne Kunst in München vermittelt einen eindrucksvollen Überblick über das gesamte Schaffen Max Beckmanns. Unter den 37 Gemälden und zwei Plastiken befinden sich so wichtige Werke wie »Vor dem Maskenball« (1922), »Stillleben mit Fernrohr« (1927), »Fastnacht Paris« (1930), »Selbstbildnis in Schwarz« (1944) und dem Hauptwerk der Sammlung, das Triptychon »Versuchung«, 1937 kurz vor der Emigration in die Niederlande fertig gestellt.


1930 wurde das erste Werk von Max Beckmann für die damalige Staatsgalerie in München erworben. Der einzigartige Bestand konnte durch gezielte Ankäufe aber vor allem durch den Zugewinn bedeutender Stiftungen bis 1991 zusammengetragen werden. Günther Francke, Alfred Flechtheim, Otto Stangl und natürlich auch die Sammler Stephan Lackner, Reinhard Piper sowie Sophie und Emanuel Fohn sind nur einige Persönlichkeiten und Freunde Beckmanns, die wesentlich zur Bereicherung der Sammlung beitrugen und an dieser Stelle Erwähnung finden müssen.


Der Bestandskatalog ist als Lesebuch für ein interessiertes Publikum gedacht. Bedeutung und Rang von Künstler und Sammlung werden in Aufsätzen von Carla Schulz-Hoffmann, die Genese der Sammlung in einem Beitrag von Felix Billeter nachgezeichnet, der zudem die kunstwissenschaftliche Analyse der Werke durchführt.


Der chronologisch aufgebaute Katalogteil präsentiert die einzelnen Werke auf Grundlage der umfangreichen Beckmann-Literatur und autobiografischer Dokumente und präzisiert dabei ihre Entstehungsgeschichte und Provenienz.


Abgerundet wird der Katalog durch profunde maltechnische und naturwissenschaftliche Analysen, die in verschiedenen Beiträgen, wie z. B. zur Verwendung von Pigmenten und Bindemitteln neue Forschungsgrundlagen darstellen. Ein ungewöhnliches Schadensphänomen wird am Triptychon »Versuchung« untersucht.


Der Katalog begeistert darüber hinaus vor allem mit präzisen, bislang in dieser Form nie, publizierten Detailaufnahmen der Gemälde und bietet dem Betrachter einen hervorragenden Einblick in Malweise und Komposition Max Beckmanns.


Mit der Publikation zu »Max Beckmann in der Pinakothek der Moderne« setzen die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen unter Beteiligung des Doerner Instituts die Reihe der Bestandskataloge zur Kunst des 20. Jahrhunderts fort. Pressetext: Pinakothek