Max Beckmann Gesellschaft erwirbt wichtiges Material aus Privatbesitz:

Max Beckmann Gesellschaft erwirbt kulturhistorisch bedeutendes Material für Max Beckmann Archiv aus Privatbesitz: 1.000 Briefe des Expressionismus an den Frankfurter Mäzen und Sammler Carl Hagemann (1867 – 1940)


Etwa 1.000, teilweise mit Zeichnungen versehener Briefe wichtiger deutscher Expressionisten und ihres Kreises, vor allem von Mitgliedern der Brücke, gehörten zum Nachlass von Carl Hagemann, einem der großen Mäzene dieser Bewegung. Das Briefkonvolut, das für die deutsche Geschichte und Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts von einzigartiger Bedeutung ist, wäre ohne die Max Beckmann Gesellschaft e. V.  nicht als Gesamtheit erhalten geblieben, sondern über den Handel verstreut worden.


Hagemanns Briefwechsel mit Künstlern des letzten Jahrhunderts erstreckte sich über dreißig Jahre. Seine besondere Vorliebe galt Ernst Ludwig Kirchner, von dem sich 346 Briefe erhalten haben. Zudem finden sich im Konvolut zahlreiche Schreiben u. a. von Schmidt-Rottluff, Heckel, Nolde und Nay, aber auch von dem Essener Museumsdirektor Ernst Gosebruch, der, wie die von ihm vertretenen, von Hagemann geförderten Künstler, unter dem Nationalsozialismus verfemt war


Die Dokumente zeugen von einem außergewöhnlichen Vertrauen zwischen den Absendern und dem Adressaten, sodass ihnen nicht nur biographische Informationen, sondern auch Angaben zur Entstehung vieler Kunstwerke zu verdanken sind. Zahlreiche Briefe sind mit Skizzen, farbigen Entwürfen und Arbeiten der Druckgraphik versehen, die über ihren dokumentarischen Wert hinaus künstlerischen Eigenwert besitzen.


Die Briefe stellen eine einmalige Quelle zur Rekonstruktion der kulturellen Lage Deutschlands zwischen den Weltkriegen dar und sind ein Kulturgut höchsten Ranges. Die Erwerbung durch die gemeinnützige Max Beckmann Gesellschaft für das von ihr betreute Archiv ist mit freundlicher Hilfe der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kulturstiftung der Länder, der Bayerischen Landesstiftung, der Hubert Burda Stiftung, des Eleonora-Schamberger-Nachlasses sowie privaten Spendern und Eigenmitteln gelungen. Allen Helfern ein großer Dank!


Im Max Beckmann Archiv befinden sich bereits über 2.000 Autographen, darunter ca. 270 von Max Beckmann selbst, aber auch aus seinem engeren und weiteren Kreis, außerdem Briefe von Benjamin, Benn, Barlach, Chagall, Rilke, Gropius, Kokoschka, Freud, Thomas Mann und vielen anderen. Mit dem Hagemann-Konvolut ist die Bedeutung des Archivs, auch als Forschungsstätte zum Expressionismus, überhaupt zur Kultur des 20. Jahrhunderts noch erheblich gesteigert worden.


Max Beckmann Archiv, Barer Str. 29, 80799 München


Telefon: 0176 – 24 046 775 (Prof. Dr. Christian Lenz)


info@max-beckmann-archive.org


 

Link: http://www.max-beckmann-archive.org