Marlene Dumas

31.05.2015 - 06.09.2015
Beyeler Museum AG
Baselstrasse 77, CH-4125 Riehen / Basel
http://www.fondationbeyeler.ch

Die Ausstellung in der Fondation Beyeler widmet sich dem umfangreichen Werk von Marlene Dumas, in
dessen Zentrum die Beschäftigung mit der menschlichen Figur steht. Es ist die bisher umfassendste
Retrospektive in Europa zum Werk der in Amsterdam lebenden Künstlerin und bietet einen
einzigartigen Überblick über ihr beachtliches Werk von der Mitte der 1970er-Jahre bis heute.
Zusätzlich zu ihren wichtigsten ikonischen Gemälden und Zeichnungen werden experimentelle Collagen
aus ihrem Frühwerk sowie einige ganz neu entstandene Gemälde zu sehen sein.
Es ist eine aussergewöhnliche Kombination von Unmittelbarkeit und Intimität, welche das Werk von
Marlene Dumas auszeichnet. Ohne Vorbehalt, manchmal herausfordernd, zuweilen mit Humor,
begegnet Dumas den Menschen in ihren Bildern. Dumas lässt die Autonomie der Farbe zu, behält
dabei aber immer die menschliche Figur in ihrem Blick- und Bildfeld. Ihre Arbeiten zeigen
eindrücklich, was Malerei heute noch zu leisten vermag. Marlene Dumas gehört zu den
einflussreichsten und interessantesten weiblichen Künstlern der Gegenwart.
In ihren Einzel- und Gruppenporträts dominiert eine abwechslungsreiche Palette an Farbtönen und
Kontrasten. Expressive Farben wechseln mit fast transparenten Nuancen ab, die die Leinwand
scheinbar von innen leuchten lassen. Dumas setzt geschundene Körper und markante Gesichter, dann
wiederum sehr zerbrechlich oder leblos anmutende Geschöpfe ins Bild. Sie führt vor Augen, wie
malerische Schönheit auch Schreckensszenen darstellen kann. In neuen, noch nie gezeigten Arbeiten
befasst sie sich vermehrt mit dem Verhältnis von Figur und Raum in ihren Bildern.
Ein seit ihrer Jugend eigen angelegtes Bildarchiv nutzt Dumas als Ausgangslage für ihre Gemälde und
Aquarelle. Oft bezieht sie sich auf aktuelle Krisen und Ereignisse in der Gesellschaft, zu ihrem Archiv
gehören private Familienfotos, kunsthistorische Vorlagen und Fotografien aus der Presse. Ausgehend
von dokumentarischen Fotografien aus Zeitungen und Magazinen transformiert Dumas mit ihrer
malerischen Geste das Abbild in ein unheimliches, fesselndes und berührendes Bild auf der Leinwand
– was Stilllegung der Zeit in der Fotografie ist, erweckt Dumas in ihrer Malerei zum Leben. Ihre Bilder
strahlen eine vereinnahmende, sinnliche Kraft aus, die den Betrachter in ihren Bann ziehen.
Die Ausstellung in der Fondation Beyeler wurde in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin geplant.
Sie zeichnet anhand einer groben chronologischen Ordnung ihren künstlerischen Werdegang nach. Der
Anfang der Ausstellung bildet dabei eine Ausnahme und einen besonderen Auftakt. Im ersten Raum
werden Schlüsselwerke wie The Painter (1994), The Sleep of Reason (2009) und The Artist and His
Model (2013) gezeigt. Auf diese Weise führt die Malerin die Besucher selbst durch die Ausstellung, der
Fokus liegt dabei auf der bis heute ungebrochenen Faszination vom Bild des Menschen in der Malerei.
Marlene Dumas ist 1953 in der Nähe von Kapstadt (SA) geboren und aufgewachsen. Sie lebt und
arbeitet seit 1976 in den Niederlanden. Ihre Werke sind in Museen, privaten und öffentlichen
Sammlungen weltweit vertreten. Zu den bedeutendsten Ausstellungen der letzten Jahre gehören
Präsentationen im Haus der Kunst in München (2010/2011), im Museum of Contemporary Art, L. A.
und Museum of Modern Art, New York, USA (2008) und im Marugame Genichiro-Inokuma Museum of
Contemporary Art, Marugame, Japan (2007). Dumas war an der DOCUMENTA IX, 1992 und an der
Biennale 1995 vertreten. 2012 wurde sie mit dem renommierten Johannes Vermeer-Preis
ausgezeichnet. Theodora Vischer, Senior Curator der Fondation Beyeler, kuratiert die Ausstellung in der
Fondation Beyeler. Sie ist gemeinsam mit dem Stedelijk Museum in Amsterdam und der Tate Modern
in London organisiert worden, wobei die Schwerpunkte der einzelnen Ausstellungsorte unterschiedlich
sind. Ein gemeinsamer Katalog in Deutsch und Englisch ist bereits erhältlich.
Die Ausstellung »Marlene Dumas – The Image as Burden«
wurde grosszügig unterstützt durch:
AMERICAN FRIENDS OF FONDATION BEYELER
BAYER HEALTHCARE BASEL
Mitzi und Warren Eisenberg, Susan und Leonard Feinstein,
Thomas Koerfer, Mondriaan Fund, Craig Robins und Jackie Soffer