Marianne Werefkin: Vom Blauen Reiter zum Großen Bären

20.07.2014 - 05.10.2014
Museen Böttcherstraße
Böttcherstraße 6–10, 28195 Bremen
http://www.museen-boettcherstrasse.de

Die Ausstellung bietet einen Überblick über die künstlerische Entwicklung einer herausragenden Malerin der klassischen Moderne. In dieser seit 15 Jahren ersten Retrospektive in Deutschland wird Marianne Werefkin (1860–1938), die als »russischer Rembrandt« und Mitbegründerin des Blauen Reiters bekannt wurde, als eine Hauptakteurin der Avantgarde präsentiert.
Obwohl Marianne Werefkin eine erfolgreiche Schülerin von Ilja Repin ist, stellt sie 1896 ihre Malerei für 10 Jahre zurück, um es ihrem Lebensgefährten Alexej Jawlensky zu ermöglichen, sich künstlerisch zu entfalten. Im gleichen Jahr lässt sich das Paar in München nieder, wo Werefkins Salon Persönlichkeiten wie Else Lasker-Schüler, Gabriele Münter, Serge Diaghilev und Wassily Kandinsky anzieht. Hier entsteht 1908 die Idee der Neuen Künstlervereinigung München, aus der 1911 Der Blaue Reiter hervorgeht.
Als Werefkin 1906 wieder zu malen beginnt, reagiert sie unmittelbar auf den modernen Zeitgeist. Unter Einsatz expressiver Farbkontraste, abstrahierter Formen und forcierter Perspektiven bannt sie Café- und Zirkusszenen ebenso auf ihre Bilder wie Fabrikarbeiter, Wäscherinnen oder Fischer. Reisen nach Frankreich und Litauen, Murnau und Prerow regen sie hierzu an. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges findet Werefkin in Ascona am Lago Maggiore ihre neue Heimat und zählt dort 1924 zu den Mitbegründern der Künstlergruppe Der Große Bär.
Die Ausstellung zeigt Werefkin gemeinsam mit Künstlerinnen aus ihrem Umkreis. Sie und ihre »Schwestern im Geiste« fordern den Genieanspruch der Männer heraus und überschreiten geografische, gesellschaftliche und künstlerische Grenzen.
Weitere ausgestellte KünstlerInnen: Erma Bossi, Elisabeth Epstein, Natalia Gontcharova, Else Lasker-Schüler, Elena Luksch-Makowsky und Maria Marc sowie Ernst Frick, Walter Helbig, Albert Stefan Kohler, Gordon Mallet McCouch, Otto Niemeyer-Holstein, Otto van Rees und Richard Seewald.

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