Lothar Wolleh | Künstlerporträts

27.03.2014 - 25.05.2014
Regierungsstraße 4-6, Magdeburg
http://www.kunstmuseum-magdeburg.de |

Auf Anregung seines Freundes, des deutschen Malers und Objektkünstlers Günther Uecker, begann Lothar Wolleh ab 1967 systematisch insgesamt über 100 international bekannte Maler, Bildhauer und Aktionskünstler zu porträtieren. Jeder Aufnahme ging eine tiefe emotionale Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Künstler und dessen Werk voraus, sodass die Komposition nicht dem Augenblick entsprungen ist. Typisch für die Porträts sind ein quadratisches Format, ein klarer, stark grafischer Bildaufbau und der integrierte schwarze Rand.
1970 fotografierte Wolleh die Aktion Filz-TV von Joseph Beuys, die Gerry Schum filmisch dokumentierte. Weitere Projekte waren 1971 Aufnahmen, die Beuys beim Aufbau seiner Ausstellung im Moderna Museet in Stockholm zeigen sowie das im gleichen Jahr in Zusammenarbeit mit dem Künstler entwickelte und 1973 erschienene "Unterwasserbuch".
Das Kunstmuseum Magdeburg zeigt einen umfangreichen Ausschnitt aus der Reihe der Künstlerporträts.
Die Ausstellung findet statt in Kooperation mit dem Roncalli-Haus, Magdeburg. Dort ist eine Fotoserie Lothar Wollehs zu sehen, die 1962 bis 1965 während des 2. Vatikanischen Konzils entstand.
Lothar Wolleh studierte von 1946 bis 1948 Malerei an der Hochschule für angewandte Kunst in Berlin-Weißensee. 1950 wurde er wegen angeblicher Spionage durch die sowjetische Besatzungsmacht verhaftet und bis 1956 im Straflager Workuta in der UdSSR inhaftiert. 1956 kam er frei und kehrte nach Berlin zurück. Nach einer Ausbildung beim Lette-Verein, einer Berufsfachschule für Fotografie, Grafik und Mode, studierte er von 1959 bis 1961 an der Folkwangschule in Essen. Zu seinen Lehrern gehörte der Fotograf Otto Steinert. Nach dem Studium war Lothar Wolleh als Fotograf tätig, überwiegend im Bereich der Werbung.