Les Femmes de Venise—Die Tempelgöttinen in der Fondation Beyeler


In der grossen Sommerausstellung »Giacometti« der Fondation Beyeler (bis 11. Oktober 2009), in der über 100 bedeutende Arbeiten aus allen Werkphasen Alberto Giacomettis (1901-1966) gezeigt werden, empfangen neun aufrecht stehende weibliche Bronzeskulpturen die Besucher- Les Femmes de Venise. Wie Tempelgöttinen aus einem vergangenen Zeitalter stehen die schlanken Frauen von Venedig in der Fondation Beyeler und eröffnen die Ausstellung. Es ist eine der seltenen Gelegenheiten diese Gruppe zusammen zu sehen. Die neun Bronzefiguren sind das Resultat von Alberto Giacomettis intensiver Suche nach der perfekten Skulptur oder Plastik einer Frau.


Im Herbst 1955 bekommt Alberto Giacometti die Einladung im französischen Pavillon der Biennale auszustellen, was er mit Freude annimmt. Aus Gips modelliert er eine Gruppe von 15 frontal und unbeweglich stehenden Frauen. Zehn der Figuren werden an der Biennale von 1956 und fünf in einer Retrospektive in Bern gezeigt.


Es sind verschiedene Versionen einer einzigen Frauenfigur, die nie eine endgültige Form erhielt. Jede Figur der Gruppe, die eigentlich nie als solche gedacht war, bedeutet eine Annäherung an die »richtige« Figur. Gefiel Alberto ein Zustand der Figur, so wurde ein Gipsabguss angefertigt. In Gips tritt die Erscheinung klarer hervor als in Ton, so dass Alberto danach entscheiden konnte, ob ferner ein Bronzeguss gemacht wird.


Die Serie wird zum ersten Mal im Mai 1958 mit dem Titel Les Femmes de Venise in der Pierre Matisse Galerie ausgestellt. Aus der Sammlung Beyeler stammt die um 1965 erworbene Frauenfigur für Venedig VIII, diejenige, die die grösste Präsenz zeigt.


Anmerkung der Redaktion: Es ist ein einmaliger Eindruck wenn man in die hervorragende Ausstellung »Giacometti« kommt. Den Besuch der Ausstellung können wir nur empfehlen!

Link: http://www.beyeler.com