Künstlergruppe robotlab nominiert für den Prix Arx Electronica

Die von robotlab entwickelte Arbeit »autoportrait« entstand 2002 am ZKM
| Institut für Bildmedien: Ein Industrieroboter, eigens für diese
ungewöhnliche Arbeit programmiert, fertigt im Museum Portraits von Besuchern an. Vor der großen Maschine befindet sich eine Zeichentafel, für das Modell steht ein Hocker bereit. Setzt sich jemand, beginnt der Roboter mit der Anfertigung des Bildnisses. Mit einer Kamera wird der zu Porträtierende von der Maschine erfasst und dessen Gesichtszüge mit einem Stift auf die Zeichentafel übertragen. Die handwerklichen Fähigkeiten des Roboters und seine Möglichkeiten, die charakteristischen Merkmale eines menschlichen Gesichts zu erkennen, prägen den ihm eigenen, typischen Zeichenstil. Das Ergebnis dieses Prozesses ist individuell und nicht vorhersehbar – jedes Bild ist ein Unikat. Teil des künstlerischen Konzepts ist, dass alle Porträts vom Roboter nach Beendigung wieder ausgewischt – gelöscht – werden. Gleichgültig hinterlässt die Maschine kein Erinnerungsbild von der Person, die ihm gegenüber saß und nun dem Verschwinden seines eigenen Abbildes beiwohnt.


In »autoportrait« stehen Maschine und Besucher im Verhältnis von Porträtierendem und Modell, von Künstler und Auftraggeber. Der kreative Akt liegt hier bei der Maschine, jedoch ist ihre abbildende Funktion selbst Abbild menschlicher Kreativität. Durch die starke Beziehung des Menschen zu seinem Abbild erhält diese Art der Interaktion ihre besondere Intensität. Bis heute schuf »autoportrait« in über 400 Ausstellungstagen mehr als 14.000 Portraits von Besuchern.



robotlab
Die Künstlergruppe robotlab wurde im Jahr 2000 von den drei Mitgliedern Matthias Gommel, Martina Haitz und Jan Zappe am ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe gegründet. Seitdem arbeitet robotlab als unabhängige Gastkünstlergruppe im ZKM | Institut für Bildmedien an Installationen und Performances mit Industrierobotern. robotlab setzt die gewöhnlich in industriellen Produktionsprozessen verwendeten Maschinen als Ready-mades in Kunstprojekten ein. Dabei befindet sich die Maschine stets in autonomen, kreativen Positionen. Auf verschiedensten Ebenen werden so Mensch-Maschine-Beziehungen thematisiert. Anfänglich war die Arbeit der Gruppe gekennzeichnet durch öffentliche Experimentierlabors und experimentelle Anordnungen, bei denen der Besucher auf vielfältige Weise mit den Robotern interagieren konnte.
Diesem Roboterlabor folgten zahlreiche Installationen und Performances, in denen die Roboter bis heute in immer neue thematische oder kulturelle Kontexte eindringen.



 

Link: http://www.robotlab.de/