Kunstexperte zur drohenden Zerschlagung der Sammlung Essl:

Kunstexperte zur drohenden Zerschlagung der Sammlung Essl:
„Wichtigste Sammlung österreichischer Gegenwartskunst darf nicht zerschlagen werden!“
Vernichtung von nationalem Kulturgut würde Kunstmarkt auf Jahre ruinieren
Laut Kunstexperte Otto Hans Ressler, dem langjährigen Geschäftsführer der Kunstauktionen
im Kinsky in Wien, ist die Sammlung Essl in Klosterneuburg, die wichtigste Sammlung heimischer
und internationaler Gegenwartskunst seit 1945, bedroht.
Die Sammlung Essl umfasst ca. 4.900 Positionen mit annähernd 7.000 Werken. Praktisch
alle bedeutenden Künstler Österreichs sind mit Schlüsselarbeiten seit 1945 in dieser Sammlung
vertreten. Aber auch internationale Pendants für die Kunstrichtungen in Österreich aus
dieser Zeit vervollständigen die Kunstsammlung.
Wenn nun, bedingt durch Schwierigkeiten des Unternehmens bauMax die Sammlung Essl
zerschlagen werden müsste, wäre dies eine Katastrophe für Österreich und die gesamte
Kunstwelt.
„Gäbe es die Sammlung Essl nicht, gäbe es keine Übersicht der österreichischen Kunstgeschichte
der letzten sechzig Jahre. In diesem Sinne ist die Sammlung nicht nur ein nationales
Kulturgut, das höchsten Schutz genießt, sondern muss als geschlossenes Ganzes gesehen
werden. Gäbe es die Sammlung Essl nicht, könnten österreichische Museen und andere staatliche
Institutionen auch bei intensivster Bemühung und größtem finanziellen Aufwand diesen
Teil künstlerischen Schaffens in Österreich nicht mehr rekonstruieren. Durch einen Verkauf
der Sammlung Essl käme es zu einem Überangebot, das ein Mehrfaches des normalen Marktvolumens
ausmachen würde. Es muss davon ausgegangen werden, dass es infolge des Überangebotes
zu einem dramatischen Wertverfall österreichischer Kunst kommen würde, bis hin
zur Vernichtung ganzer künstlerischer Existenzen. Das darf nicht passieren. Hier braucht es
eine Kraftanstrengung von allen Involvierten, am besten unter oberster Regie“, appelliert Otto
Hans Ressler.

Prof. Karlheinz Essl, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der bauMax Unternehmensgruppe
(8.900 Mitarbeiter in 9 Ländern mit insgesamt 1,2 Mrd. € Umsatz) will einen dramatischen
Schritt setzen:
„Meine Frau und ich sind bereit, die gesamte Sammlung der Republik zu übergeben, wenn
wir damit bauMax und somit rd. 4.000 Arbeitsplätze allein in Österreich retten können. Wir
haben über fünf Jahrzehnte diese Sammlung mit viel Herzblut aufgebaut. Heute wird die
Sammlung Essl national und international als ein Musterbeispiel privater Initiative zur Darstellung,
Erhaltung und Vermittlung von zeitgenössischer Kunst wahrgenommen.
Nun sind wir an einem dramatischen Wendepunkt angelangt. Es geht nicht nur um die Kunstsammlung,
deren Zerschlagung zu einem unwiederbringlichen Wertverlust in der österreichischen
Kulturlandschaft führen würde, es geht um rd. 4.000 Arbeitsplätze, davon 160 Menschen
mit Behinderung, allein in Österreich. Ich möchte daher die gesamte Kunstsammlung
der Republik Österreich anbieten und damit zwei Rettungsaktionen einleiten: Zum einen
könnte mit dem Erlös der Kunstsammlung und der Mithilfe der österreichischen Banken,
bauMax in Österreich und in wesentlichen Ländern saniert und erhalten werden. Zum anderen
muss es gelingen, die wichtigste Sammlung österreichischer Gegenwartskunst seit 1945 für
unser Land und seine Menschen, für alle Zeiten zu erhalten. Mit etwas gutem Willen ist das
sicher auch möglich.“

Link: http://http//:www.essl.museum