Kunst um 1900 aus der grafischen Sammlung

14.01.2015 - 19.04.2015
Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz ∙ , 30169 Hannover
http://www.sprengel-museum.de

Der künstlerische Umschwung, den Picasso im Jahr 1907 mit der Erfindung des Kubismus
vollzog, gilt als Geburt der Moderne in der Kunst. Das Sprengel Museum Hannover konzentriert
sich in seiner Sammlung vor allem auf die Kunst seit jenem Umbruch, besitzt jedoch
vor allem in der grafischen Sammlung umfangreiche Konvolute von Werken, die auf die
Moderne hinführten. Die Errungenschaften der Kunst um 1900 wie Jugendstil und Symbolismus
haben das Kunstschaffen des 20. Jahrhunderts nachhaltig beeinflusst. Aber auch die noch
akademisch geprägte Kunst um die Jahrhundertwende hat ihre ganz eigenen Reize.
Die Präsentation umspannt einige thematische Felder: sozialkritische Studien zu den Lebensumständen
der Bevölkerung in den durch die zunehmende Industriealisierung geprägten
Großstädten bei Théophile-Alexander Steinlen, Heinrich Zille und Käthe Kollwitz. Tanz und
Varieté am Abend bieten wiederum Ablenkung durch Vergnügen und Unterhaltung, etwa bei
Henri de Toulouse-Lautrec und Adolf Münzer. Technische Neuerungen wie Automobile und
Flugzeuge erregen die Aufmerksamheit bei George Hugo und Tavik-František Simon. Und
eine zunehmende Emanzipation der Frau führt zur Verunsicherung des Mannes, wie in den
psychologiesierenden Geschlechterproblematiken bei Edvard Munch und Willi Geiger. Diese
allgemeine Verunsicherung drückt sich auch in den symbolistischen Verästelungen bei James
Ensor und Paul Klee aus.
Neue, illustrierte Zeitschriften wie „Pan“ und „Simplicissimus“ inspirierten viele Künstlerinnen
und Künstler um die Jahrhundertwende zur Mitarbeit, insbesondere die Jugendstilkunst
ist ohne diese bedeutenden Publikationen nicht zu denken. Durch die frühen Aktivitäten der
hannoverschen Kunstsammler Konrad Wrede und August Nitzschner kamen zahlreiche originale
Vorlagenzeichnungen zum „Simplicissimus“ in die Sammlung des Sprengel Museum
Hannover.
Die Sammlungspräsentation umfasst u. a. Werke folgender Künstlerinnen und Künstler: Peter
Behrens, James Ensor, Paul Gauguin, Willi Geiger, Ludwig von Hofmann, Charles-Louis
Houdard, Paul Klee, Käthe Kollwitz, Aristide Maillol, Edvard Munch, Emil Nolde,
Théophile-Alexandre Steinlen, Carl Theodor Thiemann, Henri de Toulouse-Lautrec und
Heinrich Zille.
Die Ausstellung eröffnet einen Zyklus von Sammlungspräsentationen aus der grafischen
Sammlung, in dem chronologisch bedeutsame Epochen der modernen Kunstgeschichte
aufgearbeitet werden sollen. In lockerer Folge werden unter dem Titel „Kunst um …“
Tiefenbohrungen in die Sammlung durchgeführt, so dass auch noch nie oder selten gezeigte
Werke für die Besucherinnen und Besucher neu zu entdecken sind.