KünstlerBilder. Inszenierung und Tradition

26.02.2015 - 08.06.2015
Pinakothek der Moderne und Bayerische Staatsgemäldesammlungen
Kunstareal | Barer Str. 29 |, 80799 München
http://www.pinakothek.de

Die Ausstellung »KünstlerBilder« bietet ein breites Panorama künstlerischer Selbstinszenierung im 19. Jahrhundert und spürt den Wurzeln jener Motive nach, die noch heute unser Bild vom Künstler maßgeblich prägen. Gerade im Zeitalter des Selfies, in dem die Modellierung des eigenen Images in den digitalen Medien und sozialen Netzwerken ein vieldiskutiertes Phänomen ist, erscheint die Frage nach dem Self-Fashioning des Künstlers sowie den damit verbundenen visuellen und erzählerischen Strategien aktueller denn je.

Was ist ein Künstler? Immer wieder haben Maler und Bildhauer in ihren Werken nach einer Antwort auf diese Frage gesucht. Das Selbstbildnis ist zweifellos die Bildgattung, in der sich dieser Vorgang am besten nachvollziehen lässt. Doch Künstlertum wird nicht allein in (Selbst-)Porträts thematisiert, sondern auch in Historienszenen oder Atelieransichten.
Mit Darstellungen von Künstlern im München Ludwigs I. bis zu Künstlerbildern im Paris des Impressionismus – von Wilhelm von Kaulbachs Freskenentwürfen mit Künstlerporträts der Neuen Pinakothek bis Édouard Manets Bildnis von Claude Monet bei der Arbeit auf seinem Atelierboot beleuchtet die Ausstellung Motive und Anregungen der Künstlerinszenierung im 19. Jahrhundert.

Die Ausstellung umfasst rund 50 Exponate, in der Mehrzahl Werke der Malerei, aber auch der Skulptur und Druckgraphik. Neben bekannten Meisterwerken aus der Galerie werden Schätze aus dem Depot präsentiert – einige davon zum ersten Mal seit über 50 Jahren.

So erinnern beispielsweise die Skulpturen der Bildhauer Johann von Halbig und Johann Baptist Stiglmaier an den einstigen Büstensaal Ludwigs I. in der Neuen Pinakothek, in dem eine Reihe zeitgenössischer Künstlerporträts versammelt war. Léon Brunins »Bildhauer« wurde eigens für die Ausstellung restauriert, ebenso die vor 1712 entstandene Kopie nach einem Selbstbildnis Rembrandts, das bis weit ins 19. Jahrhundert als authentisches Gemälde des Meisters galt und als Referenzpunkt künstlerischer Selbstdarstellung diente (noch Gustave Courbet trat mit diesem Werk in Wettstreit).

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Marie-Gabrielle Capet, Atelierszene, 1808
© Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek / Pinakotheks-Verein