KRIEG! JUDEN ZWISCHEN DEN FRONTEN 1914―1918

09.07.2014 - 22.02.2015
Jüdischen Museum München
St.-Jakobs-Platz 16, 80331 München
http:// www.juedisches-museum-muenchen.de

Im diesjährigen Gedenkjahr widmet sich die Ausstellung KRIEG! JUDEN ZWISCHEN DEN FRONTEN 1914–1918 dem Ersten Weltkrieg aus einer jüdischen Perspektive heraus. Durch Feldpostbriefe, Tagebücher, Fotografien und andere persönliche Objekte wird das historische Ereignis in individuell erlebte und beschriebene Momente zerlegt und damit greifbarer gemacht. Der Patriotismus vieler jüdischer Deutscher und deren Mitwirken am Krieg spielt dabei ebenso eine Rolle wie der zutiefst verstörende Alltag im Schützengraben und die religiöse Erfahrungsdimension jüdischer Soldaten. Auch der zunehmende Antisemitismus in Militär und Gesellschaft während der Kriegsjahre und die politische Dimension des Gedenkens nach 1918 werden in der Ausstellung durch vielfältige Dokumente und Exponate thematisiert.

Ausstellung im Studienraum kuratiert von Dr. Andreas Heusler, Stadtarchiv München
POLITIK FÜR MÜNCHEN. DER UNTERNEHMER MORITZ GUGGENHEIMER (1825-1902)
noch bis 05.10.2014

München 1870. Als erster jüdischer Bürger der Stadt wird der angesehene Unternehmer Moritz Guggenheimer mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden des Kollegiums der Gemeindebevollmächtigten – dem wichtigsten politischen Gremium der Münchner Bürgerschaft – gewählt. Für die Emanzipation der bayerischen Juden ist dies ein entscheidendes Signal. Auch viele Zeitgenossen beurteilen die Wahl als bedeutsam.
Über ein Jahrzehnt wird Guggenheimer die Geschicke Münchens mitbestimmen und wichtige kommunale Infrastrukturprojekte realisieren beziehungsweise auf den Weg bringen – etwa die Errichtung des Schlacht- und Viehhofes, des Wasserwerks und den Ausbau der Kanalisation. Polemische antisemitische Angriffe veranlassen Guggenheimer 1881 zum Rückzug aus der Politik.
Ein bisher unbekanntes Lenbach-Porträt, das das Jüdischen Museum München als Schenkung aus Familienbesitz erhielt, steht im Mittelpunkt der Präsentation, die an den Politiker Guggenheimer und seinen Beitrag zu München auf dem Weg zur modernen Großstadt erinnert.