Kiki Smith / Seton Smith / Tony Smith.

23.09.2012 - 25.11.2012
kunsthalle-bielefeld
Artur-Ladebeck-Straße 5,, 33602 Bielefeld
http://www.kunsthalle-bielefeld.de

Am 23. September 2012 jährt sich der 100. Geburtstag des amerikanischen Künstlers Tony Smith (1912 – 1980), der seine künstlerische Tätigkeit zwar als Architekt begann, sich im Alter von 50 Jahren jedoch von Bauaufträgen abwandte, um sich ausschließlich dem Medium der Skulptur zu widmen. Aus diesem Anlass erinnert die Kunsthalle Bielefeld in einer umfangreichen Retrospektive an diesen Künstler, dessen Töchter Kiki Smith und Seton Smith ebenfalls künstlerisch tätig sind und in ihren Werken subtile Verbindungen zum Werk des Vaters zeigen.
Kiki Smith (geb. 1954) wurde bereits in den frühen 1980er-Jahren durch ihre Ausstellungen in New York bekannt, in denen sie sich in radikaler Weise mit dem menschlichen, meist weiblichen Körper und den Möglichkeiten seiner Darstellbarkeit beschäftigte. Ihre Arbeiten werden seit Beginn der 1990er-Jahre zunehmend narrativer dadurch, dass sie in ihren Skulpturen Anleihen an mythologische und biblische Figuren macht.
Seton Smith (geb. 1955) bezieht sich unmittelbarer auf das Werk ihres Vaters. Sie begann sehr früh, die Architektur ihres Vaters zu fotografieren, woraus die Leitmotive von Häusern, Korridoren, Fenstern entstanden. Ihre neuesten Fotografien sind schwarz-weiße Landschaftsdarstellungen.
Die entscheidende avantgardistische Leistung Tony Smith‘ war die Herstellung des ersten reinen Kubus der Kunstgeschichte im Jahr 1962 aus geschweißten Eisenblechen mit dem Kantenmaß 6 x 6 x 6 Fuß. Auf die Frage, warum er den Kubus mit dem Titel „Die“ nicht kleiner oder größer gemacht habe, antwortete er, er habe „weder ein Objekt noch ein Monument machen wollen“. Ausgehend von geometrisch-kristallinen Grundformen entwickelte Smith ein Formenvokabular, aus dem Serien von Großskulpturen hervorgingen. Von 1961 bis zu seinem Tod 1980 entstand ein umfangreiches Werk von Skulpturen, für das Tony Smith heute berühmt ist. Seine Innovationen im Bereich der Skulptur sind ohne die Kenntnis seiner baulichen Arbeiten kaum verständlich.  Somit wird in Bielefeld erstmals in Europa das architektonische Werk aus der Zeit vor 1962 anhand von Zeichnungen und Modellen aus dem Nachlass gezeigt. Zeit seines Lebens war er zudem als Maler tätig. Er schuf in der Tradition gegenstandsloser Malerei Gemälde, die in Europa wenig bekannt sind, wenngleich die Louisenberg-Serie in den Jahren von 1954 bis 1956 sogar in Deutschland entstand.

Die Ausstellung wird gefördert von der Kunststiftung NRW.