Ingvild Goetz schenkt Bayern ihre Medienkunstsammlung und das Museum

Ingvild Goetz schenkt ihre Medienkunstsammlung und das Museum dem Freistaat Bayern

Die Sammlung Goetz feiert in diesem Jahr ihr 20. Jubiläum. Das war für die Sammlerin Ingvild Goetz nicht nur ein Anlass zurückzublicken, sondern sich auch Gedanken um die Zukunft zu machen. „Es ist mein Wunsch, dass die Sammlung Goetz  in München bleibt und dass mein Museum in Oberföhring auch in Zukunft für die Präsentation von Gegenwartskunst genutzt wird“, erklärt Ingvild Goetz: „Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, dem Freistaat Bayern meine Medienkunstsammlung und das Museumsgebäude zu schenken. Die anderen Teile der inzwischen mehr als 4.700 Werke umfassenden Sammlung, inklusive der Sammlungen meines Mannes und meiner Töchter stelle ich den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, dem Haus der Kunst und dem Neuen Museum in Nürnberg als Dauerleihgaben zur Verfügung.“

 

Ministerpräsident Horst Seehofer zeigt sich erfreut über die geplante Schenkung: „Dies ist für den Freistaat die einmalige Gelegenheit, eine der international anerkanntesten Sammlungen der Gegenwartskunst für Bayern zu sichern. Bayern wird damit als Kunst- und Kulturstandort nachhaltig gestärkt. Die renommierte Sammlung Goetz ist ein Gewinn für den staatlichen Kunstbesitz besonders im Bereich Medienkunst. Dies ist für den Freistaat Bayern einer der bedeutendsten Kunstzuwächse der letzten Jahrzehnte.“

 

Die Sammlung Goetz ist mit mehr als 4.700 Werken eine der weltweit größten und bedeutendsten Sammlungen für Gegenwartskunst. Ingvild Goetz hat sie seit Mitte der 1980er-Jahre nach der Schließung ihrer Galerie Art in Progress aufgebaut. Die Werke, die sie während ihrer Zeit als Galeristin erworben hatte, bildeten den Grundstock. Nach einer Orientierungsphase wurde die Arte Povera zu einem ihrer Sammlungsschwerpunkte. Später kamen amerikanische Malerei der 1980er-Jahre, Young British Artists und ausgewählte Einzelpositionen hinzu. 1993 ließ sie sich von den damals noch unbekannten Architekten Herzog & de Meuron ein Museumsgebäude errichten, in dem sie ihre Sammlung in Wechselausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich macht. Schon früh erkannte sie die wachsende Bedeutung von Film und Video für die bildende Kunst. Deshalb erweiterte sie 2004 das Gebäude durch BASE 103, einen Bereich zur Präsentation von Medienkunst. Durch die Schenkung ihrer mehrere Hundert Werke umfassenden Medienkunstsammlung wird der Freistaat in den Besitz dieser europaweit herausragenden Sammlung gelangen.

 

Kunstminister Heubisch betont: „Ingvild Goetz hat stetig Werke der jeweiligen Gegenwart im Hinblick auf das globale Kunstgeschehen erworben. Die Sammlung deckt damit die mediale Bandbreite der heutigen künstlerischen Ausdrucksformen ab. Im staatlichen Kunstbesitz bestand hier hingegen bisher eine schmerzhafte Lücke. Ein Erwerb der Sammlung würde diese Lücke nun schließen.“