In the Name of Love

07.09.2012 - 07.11.2012
Alexander Tutsek-Stiftung
Karl-Theodor-Str. 27, 80803 München
http://www.atutsek-stiftung.de

Ausstellung in der Alexander Tutsek-Stiftung in München
In the Name of Love
Skulpturen zu dem großen Thema Liebe

 

Liebe war und ist in der Kunst ein wichtiges Thema. Der Mensch sehnt sich danach, Liebe und Liebesleid erfassbar zu machen. Von diesem ewigen Versuch zeugen über die Jahrhunderte Literatur, Musik, Malerei und Skulptur.  Nicht nur die helle, erwünschte Seite der Liebe wird beleuchtet, sondern auch ihre verborgene, geheimnisvolle, dunkle. Und dies mit einem Material, das in der Kunst eher selten zu sehen ist: Glas und Mixed Media. In der schönen Schwabinger Jugendstilvilla der Stiftung werden 30 Objekte von 26 Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Welt ausgestellt. Zur Ausstellung ist ein aufwendig fotografierter Katalog erschienen. Er gibt auch denjenigen die Chance die Ausstellung hautnah zu erleben, die nicht nach München kommen können.

Das Material Glas in der Kunst
Glas ist eines der Interessengebiete der jungen und dynamischen gerade zehn Jahre alt gewordenen Stiftung, die gerne Ungewöhnliches aufgreift. Glas in der Kunst gibt es schon lange. Ein Beispiel sind die zweckbefreiten Vasen von Emile Gallé oder Daum. Mit der Studioglasbewegung, die im Jahr 2012 ihr 50-jähriges Jubiläum feiert, hat das Material Glas eine dramatische Veränderung erfahren: weg von dekorativen, gebundenen Formen wie Vasen oder Schalen, hin zu vieldeutigen Aussagen. Das Medium Glas hat sich – unbemerkt von Vielen – zu einem eigenständigen Bereich in der Kunst entwickelt.

Die Facetten der Liebe in der Ausstellung
Die Ausstellung zeigt Objekte von international bekannten Künstlerinnen und Künstlern, aber es lassen sich auch junge und in Europa noch unbekannte Talente entdecken. Gerade sie verwenden das Material Glas unbekümmert in Kombination mit anderen Materialen wie Äste, Stoffe, Fotografien oder Drahtgeflecht, um die hellen und dunklen Seiten der Liebe zu erspüren. Wie zum Beispiel die aus vielen Teilen zusammen genähten Flügel der jungen Kanadier Tanya Lyons & Mathieu Grodet. Sie vermitteln die Hochstimmung die Liebe auslösen kann, lassen aber auch an die Gefahr denken, sich zu verbrennen.

Im „Land der Dichter und Denker“ scheinen komplizierte Themen für die Künstlerinnen und Künstler nach wie vor ein Anliegen zu sein. Sie sind vom Norden
Deutschlands bis in den Süden zahlreich mit emotional eindringlichen Arbeiten vertreten. Diese demonstrieren drastisch die grausame Macht der Liebe, Herzen zu zerstören (Ariane Forkel) oder gar herauszureißen (Simone Fezer). Das neben-einander stehende glatt geschliffene rote Paar von Franz X. Höller lässt deutlich werden, dass partnerschaftliche Liebe Anforderungen stellt und Kompromisse die gute Partnerschaft formen. Berührende Aspekte der ganz eigenen Zuneigung von Geschwistern offenbaren die Objekte von Christiane Budig und Sibylle Peretti.

Die spezifische Liebesbeziehung zwischen Mutter und Kind ist eines der vorherrschenden Themen der großen verstörenden Skulpturen von Christina Bothwell (USA). Gleichzeitig deuten sie die Gefahr der zu großen Liebe an, die – als Oktopus dargestellt – alles umschlingt und erdrückt. Der gläserne HI-Virus thematisiert eine der dunklen Seiten der sexuellen und partnerschaftlichen Liebe und erinnert in diesem Zusammenhang auch an die Nächstenliebe im Umgang mit Kranken (Luke Jerram). Aus Israel und Neuseeland kommen Objekte, ebenso wie aus China und Japan. Lino Tagliapietra, der große und verehrte Lehrmeister vieler Künstler, beschäftigt sich mit der Liebe zur Heimat in Form von tiefgründig farbigen Reflektionen im Wasser Venedigs.

Öffnungszeiten: Dienstag und Mittwoch 10.00 – 14.00 Uhr
Donnerstag 14.00 – 17.30 Uhr (Feiertags geschlossen)

Katalog
Eva-Maria Fahrner-Tutsek, IN THE NAME OF LOVE
Vorwort von F. Hufnagel, Beiträge von E.-M. Fahrner-Tutsek, C. Schack von Wittenau
Hardcover, englisch / deutsch, 112 farbige Abbildungen
Kerber Verlag, 2012, ISBN 978-3-86678-589-2