Gustave Courbet

07.09.2014 - 18.01.2015
Fondation Beyeler
Baselstrasse 77, , CH-4125 Riehen / Basel
http://www.fondationbeyeler.ch

Die Fondation Beyeler widmet ihre Ausstellungen immer wieder Künstlern, deren Werk einen massgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der modernen Malerei ausübte. Gustave Courbet, geboren 1819 in Ornans im französischen Jura nahe Besançon und 1877 im Schweizer Tour-de-Peilz verstorben, ist eine dieser Schlüsselfiguren der Kunstgeschichte.

Zuletzt vor sechzehn Jahren wurde sein Werk in der Schweiz präsentiert. Die Ausstellung in der Fondation Beyeler wird etwa 50 bis 60 Werke umfassen und  sich auf Courbets Rolle als ersten Avantgardist konzentrieren. Mit provokativen Bildern und der Betonung seiner Individualität als Künstler avancierte er zu einem Wegbereiter der Moderne, der mit den Konventionen der traditionellen akademischen Ausbildung brach.

Mit den Selbstbildnissen, den Darstellungen von Frauen, Bildern von Grotten und Meereslandschaften, hebt die Ausstellung Courbets neuartigen Umgang mit der Farbe und seine Strategie der Mehrdeutigkeit hervor. Der Bruch mit der akademischen Tradition und die Entwicklung des kunsthistorischen Realismus, Courbets revolutionäre Impasto-Maltechnik, in der sich seine Individualität als Künstler ausdrückte, und sein spielerischer Umgang mit überlieferten Motiven und Symbolen werden ebenfalls darin thematisiert.

Courbets berühmtes Gemälde, L’origine du monde, steht im Mittelpunkt der Ausstellung. Zum ersten Mal wird das berühmte Werk in Europa ausserhalb Frankreich präsentiert. Das Gemälde aus dem Jahr 1866 ist das unbekannte Meisterwerk des 19. Jahrhundert, das Bild, das damals nur wenige gesehen hatten, worüber aber alle sprachen, dessen provokative Kraft noch heute ungebrochen ist.

Seine Landschaften, die für seinen Herkunftsort, den Jura rund um Ornans, charakteristisch sind, mit ihren Quellen, Höhlen, steilen Kalkfelsen und dichten Wäldern, kombiniert er gerne mit weiblichen Aktdarstellungen. Mensch, Sexualität und ursprünglicher Natur sind in einem faszinierenden Gleichgewicht vereint. In anderen Bildern steht die undurchdringliche Dunkelheit der Jurahöhlen im Zentrum. In ihnen erweist sich Courbet als Meister der Andeutung und veritabler Maler des Unsichtbaren. Courbet ist ein Künstler, der neue Bildideen etabliert hat.

Im Raum, der den Titel „Spuren im Schnee“ trägt und Courbets Schneelandschaften präsentiert, führen die Werke dem Betrachter vor, wie Courbets Malerei die Farbe selbst zum Gegenstand macht:

Pastos und expressiv, jedoch von dynamischer Leichtigkeit, die Farbe Weiss wird hier zum Schnee. Sie scheint eine ganz eigene Realität zu schaffen.

Die Ausstellung entsteht als Kooperation mit dem Musée d’Art et d’Histoire in Genf, welches das Schaffen aus der Periode von Courbets Schweizer Exil präsentiert. Gemeinsam werden die Ausstellungen in Riehen/Basel und in Genf die „Saison Courbet“ einläuten, die im Herbst 2014 beginnen wird.

Gustave Courbet

Gustave Courbet, Le bord de mer à Palavas, 1854, Öl auf Leinwand, 38 x 46,2 cm, Musée Fabre, Montpellier Agglomération, © Musée Fabre – Montpellier Agglomération / Frédéric Jaulmes