GERHARD RICHTER. BIRKENAU

06.02.2016 - 29.05.2016
Museum Frieder Burda
Lichtentaler Allee 8b , 76530 Baden-Baden
http://www.museum-frieder-burda.de

Im Zentrum der aktuellen Ausstellung mit Arbeiten Gerhard Richters steht ein Hauptwerk des Malers, das vierteilige ungegenständliche Gemälde mit dem Titel „Birkenau“, das 2014 entstand. Gerhard Richter nimmt darin Bezug auf Fotografien, die 1944 im Konzentrationslager Birkenau von einem Mitglied des jüdischen Sonderkommandos aufgenommen wurden. Diese Fotodokumente bilden den Ausgangspunkt, die erste Schicht seiner Malerei, der viele weitere überarbeitende Malvorgänge folgen. Die Ausstellung, zu der sämtliche bildrelevanten Vorlagen und Studien sowie die weitere Bearbeitungen erstmals zusammengetragen wurden, entstand in enger Zusammenarbeit des Kurators Helmut Friedel mit dem Künstler.
Die hiervon ausgehende erweiterte Präsentation von abstrakten Bildwerken Richters widmet sich daher der grundsätzlichen Frage nach der Relation von Abstraktion und Wirklichkeit. „Der Weg zum Bild zwischen Abstraktion und Konkretion ist bekanntermaßen die malerische Strategie, die Gerhard Richters Werk stets begleitet. Die Tatsache, dass aber nicht jedes der Bilder, die ungegenständlich erscheinen, ohne reale Bildvorlage entstand und dass ebenso die bloße Ähnlichkeit mit der Wirklichkeit nicht unbedingt auf einen realen Gegenstand hinweist, macht die Auseinandersetzung damit so extrem spannend“, so der Kurator über die Ausstellung.
Die Bilderschau des Museum Frieder Burda stellt zudem begleitend zur Ausstellung „Gerhard Richter. Birkenau“ dessen Werk in den Kontext von Arbeiten anderer herausragender Künstler. Diese kommen zum Großteil aus dem Umfeld der Galerie Konrad Fischer, mit der Richter in den 1960er Jahren in lebhaftem Austausch stand. Dazu gehören abstrakte Meisterwerke von Carl Andre, Sol LeWitt, Blinky Palermo, Imi Knoebel, Sigmar Polke, Andy Warhol und die abstrakten Expressionisten Clyfford Still, Adolph Gottlieb und Willem de Kooning. Hochkarätige Leihgaben aus internationalen Museen und Sammlungen sowie aus Privatbesitz ergänzen die Exponate aus der Sammlung Frieder Burda.