GEORG BASELITZ zum 80. Geburtstag

21.01.2018 - 29.04.2018
Fondation Beyeler
Riehen / Basel
http://www.fondationbeyeler.ch

Retrospektive Werkschau in der Fondation Beyeler, Riehen | Basel
Am 23. Januar wird Georg Baselitz (geb. 1938 als Hans-Georg Kern in Deutschbaselitz, Sachsen) 80 Jahre. Mit einer der bisher größten Werkschauen des Künstlers, die rund 90 Gemälde und 12 Skulpturen aus über sechs Jahrzehnten von 1959 bis 2017 vereint, feiert die Fondation Beyeler, Riehen | Basel vom 21. Januar bis 29. April 2018 den Künstler.

Es wird die einzige Retrospektive in Europa zu diesem Jubiläum sein. Sie vereint zahlreiche Leihgaben von bedeutenden europäischen und amerikanischen Institutionen, Werke aus internationalen Privatsammlungen, sowie neue, bisher noch nicht gezeigte Arbeiten aus dem Besitz des Künstlers. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Hirshhorn Museum and Sculpture Garden in Washington, wo sie im Sommer 2018 in veränderter Form gezeigt wird. Die Ausstellung wird kuratiert von Martin Schwander (Curator at Large, Fondation Beyeler), der für die Fondation Beyeler bereits 2013 die Edgar Degas – und 2015 die Paul Gauguin – Ausstellung konzipiert hat.

Georg Baselitz ein deutscher Ausnahmekünstler
Georg Baselitz, so Martin Schwander, ist ein deutscher Sonderfall, ein Künstler, der die Konventionen der Zeit herausfordert. Sein Werk wird bis heute kontrovers diskutiert, von der ersten Galerie-Ausstellung in Berlin 1963 bis zur Ausstellung im Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig 1980, wo der Künstler seine erste, großformatige, aus Holz gehauene und bemalte Figur präsentierte. Die Skulptur, die ebenfalls in der aktuellen Ausstellung in der Fondation Beyeler zu sehen ist, löste damals einen kulturpolitischen Skandal aus.
In der Kunstgeschichte der Bundesrepublik Deutschland nimmt Georg Baselitz einen festen Platz ein, zwischen Sigmar Polke und Gerhard Richter, zwischen Markus Lüpertz und Jörg Immendorf. Ausstellungen wie A New Spirit in Painting, 1981 in London, die documenta 7 in Kassel 1982 und Zeitgeist ebenfalls 1982 in Berlin, etablierten ihn als einen der führenden Gegenwartskünstler endgültig auch im internationalen Umfeld. Aufgrund seiner stark expressiven, gestischen Malweise gilt er als Vorläufer und Wegbereiter der Neoexpressionisten in Deutschland und den USA.

Mit zentralen Werken aus allen Schaffensperioden offenbart die Ausstellung den inhaltlichen und stilistischen Reichtum von Baselitz‘ Oeuvre. Exemplarische Hauptwerke der 1960er Jahre, wie die „Helden- und Fraktur-Bilder“, sind in der Fondation Beyeler ebenso vertreten, wie „Mann im Baum“ von 1969, das als das erste Bild gilt, das die „Welt als Kopfstand“ zeigt (Werner Spies).
Eines seiner Schlüsselwerke aus den 1980er Jahren, das als Hommage an die expressionistische Dresdner Künstlergruppe Die Brücke gesehen werden kann, ist sein Bild „Der Brückechor“ von 1983, das bis heute den Auktionsrekord eines Werkes von Baselitz hält. Es wird jetzt erstmals seit vielen Jahren wieder in Europa gezeigt.

„Baselitz‘ Bildkosmos funktioniert wie ein Spiegelkabinett, in dem erinnerte und imaginierte Bilder, eigene Bilder und kunsthistorische Vor-Bilder kontinuierlich zu neuen Bildfindungen amalgamieren, die ihrerseits wieder in neue Bildfindungen aufgehen werden. Umso bemerkenswerter ist, dass Baselitz‘ Kunst bis heute weder in Routine noch in selbstverliebtem Manierismus erstarrt ist“, so Martin Schwander in seinem Vorwort.

Baselitz – Der Katalog

Zur Ausstellung ist im Verlag Hatje Cantz der Katalog Baselitz erschienen,
Hrsg. Martin Schwander für die Fondation Beyeler, Riehen | Basel,
Text(e) von Stéphane Aquin, Rudi Fuchs, Steven Henry Madoff, Eva
Mongi-Vollmer, Norman Rosenthal, Carla Schulz-Hoffmann,
Martin Schwander, Christian Spies, Gestaltung von Hans Werner Holzwarth, 280 Seiten, 178 Abb.,
58.00 Euro, 62.50 CHF
ISBN 978-3-7757-4388-4

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