Franz Marc und Hinterglasmalerei zwischen Volkskunst und Avantgarde

15.10.2017 - 18.02.2018
Franz Marc
Park 8-10,, Kochel a. See,
http://www.franz-marc-museum.de

Franz Marc
Wie sieht ein Pferd die Welt?

»Gibt es für einen Künstler eine geheimnisvollere Idee als die, wie sich wohl die Natur in dem Auge eines Tieres spiegelt? Wie sieht ein Pferd die Welt oder ein Adler,
ein Reh, ein Hund?« – Als Franz Marc 1911/12 diese Zeilen schrieb, hatte er in jahrelanger, intensiver Arbeit die Komposition für seine großen Pferdebilder entwickelt, für seine heute so bekannten und beliebten Gemälde, auf denen die Tiere und ihre innige Verbindung zur Natur das zentrale Motiv sind und zum Symbol für sein Natur- und Weltverständnis werden.
Marcs Gemälde »Große Landschaft I«, seit 2016 neu in der Sammlung des Franz Marc Museums, bezeichnet die letzte Etappe auf dem Weg dorthin. Die wissenschaftliche Untersuchung des Gemäldes, die im Doerner Institut in München durchgeführt wurde, ließ den spannungsvollen kreativen Prozess, in dem es entstand, nachvollziehen und führte zur Entdeckung mehrerer vom Künstler abgetrennter Teilstücke des Werks. Die Ausstellung präsentiert diese Untersuchungsergebnisse sowie die wiederentdeckten Fragmente aus Stuttgart und New York und bietet mit zahlreichen Zeichnungen, Gemälden und Arbeiten auf Papier Einblick in das Atelier des Künstlers.
Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Doerner Institut der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München.

Hinterglasmalerei
zwischen Volkskunst und Avantgarde

Die Künstler und Künstlerinnen des »Blauen Reiters« waren fasziniert von allen antiakademischen Kunstäußerungen. Besonders schätzten sie die traditionelle bayerische Hinterglasmalerei mit ihren strahlenden Farben. Die Ausstellung zeigt in zwei Kapiteln, wie die Technik der Hinterglasmalerei den Künstlern als Inspiration und künstlerisches Experimentierfeld diente.
Im Zentrum stehen zwei Schlüsselwerke aus dem Kreis des »Blauen Reiters«: Gabriele Münters Ölgemälde, »Mann im Sessel« (Paul Klee), wird in einem Kabinett als Teil einer Rauminstallation präsentiert. So entsteht ein atmosphärischer Eindruck der Lebenswelt der Künstlergruppe des »Blauen Reiters«. Dies ist auch das Thema des zweiten Kabinetts. Dort sind erstmals das Hinterglasbild Franz Marcs, »Landschaft mit Tieren und Regenbogen« sowie die nach ihm entstandene Stickerei seiner Frau Maria Marc in direkter Gegenüberstellung zu sehen.

Die Ausstellung ist Teil der Reihe »Das Blaue Land hinter Glas« der MuSeenLandschaft Expressionismus. Parallel sind Ausstellungen im Buchheim Museum, Bernried, im Schloßmuseum Murnau und im Museum Penzberg – Sammlung Campendonk zu sehen. www.museenlandschaft-expressionismus.de