Franz Marc und Henri Matisse – Rupprecht Geiger

12.10.2014 - 12.01.2015
Franz Marc Museum
Franz Marc Park 8-10 , 82431 Kochel am See
http://www.franz-marc-museum.de

Franz Marc – Jenseits der Utopien
12. Oktober 2014 – 11. Januar 2015

Als Franz Marc kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs den Kriegsdienst antritt, steht er auf der Höhe seiner künstlerischen Entwicklung. Sein Glaube an eine Veränderung der Gesellschaft durch »geistige Güter«, wie bildende Kunst, Literatur und Musik war enttäuscht worden. Wie viele Intellektuelle seiner Generation projiziert Marc eine »reinigende Wirkung« für Europa auf den Krieg. Auch die letzten, vor seinem Tod am 4. März 1916, entstandenen Zeichnungen, das »Skizzenbuch aus dem Felde« thematisieren eine Neuschöpfung aus dem Chaos. Die Ausstellung zeigt, dass nach dem Krieg Künstler wie Dix, Grosz und Klee Marcs Vision angesichts der bitteren Realität nicht mehr nachvollziehen können. Gleichzeitig stellt sie dar, dass die abstrakten Tendenzen, die in Marcs Oeuvre angelegt waren, auf unterschiedliche Weise von Moholy-Nagy, Dexel und Kandinsky auch nach 1918 weiterverfolgt werden.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalogheft Franz Marc. Aufbruch, Avantgarde, Utopie, Hrsg. Von der Franz Marc Museumsgesellschaft mbH durch Cathrin Klingsöhr-Leroy

Henri Matisse – Rupprecht Geiger Kraft der Farbe
12. Oktober 2014 – 28. Februar 2015  !!!
In Kooperation mit dem Archiv Geiger

Der Zweite Weltkrieg hinterlässt tiefe Wunden, auf die die Künstler unterschiedlich reagieren. Henri Matisse und Rupprecht Geiger setzen der emotionalen und der tatsächlichen Grisaille der Nachkriegszeit die Kraft der Farbe entgegen, deren Vitalität den Betrachter umso stärker in Ihren Bann schlägt, als beide Künstler sich mit den in dieser Ausstellung präsentierten Werken, „Jazz“ (1947) und „AER“ und „PYR“ (1962), gegen zerstörerische Erinnerungen und überkommene Traditionen zu wehren scheinen. Das Künstlerbuch „Jazz“, das Henri Matisse zwischen 1940 und 1947 für den Verleger Tériade kreierte, zeigt eine Folge von 20 Farbdrucken in der aufwendigen Pochoir-Technik, die in ihrer poetischen bis abstrakten Motivik, vor allem aber in der intensiven Farbigkeit den leidvollen Erfahrungen des Künstlers unter der nationalsozialistischen „Occupation“ zu trotzen scheinen. Sein Buch sollte der Farbe gewidmet sein, eine Intention, die Matisse mit Hilfe seiner Scherenschnittentwürfe, die zu einfachen, flächigen Formen führen und dank einer Drucktechnik, die der Farbe ihre sinnliche Materialität und strahlende Intensität bewahrt, umsetzen konnte.

Rupprecht Geiger – und diese Erinnerung hat er in einem Werk notiert, das wir in der Ausstellung präsentieren – empfing einen wichtigen Impuls durch die rote Spur einer Bewegung, die er in der grauen Ruinenlandschaft Münchens wahrnahm und der er bis zum Ende seines malerischen Werkes folgte. Die je sechs Serigraphien der von der Galerie Stangl herausgegebenen Mappen „AER“ und „PYR“ übersetzen die Elemente Luft und Feuer in Farbformen. Blau und Rot: „Luft und Feuer. Die Elemente. Nicht Darstellungen, Nicht Abbilder, nicht Effekte. … aus dem Zusammentreffen von Farbe springt Vitalität“, so John Anthony Thwaites in dem Vorwort zu den beiden Mappen.