FLORENCE HENRI. COMPOSITIONEN

21.03.2014 - 14.09.2014
Barer Straße 29, München
http://www.pinakothek.de

Die Fotografien und fotografischen Montagen von Florence Henri (1893-1982) zeugen von einer weitläufigen künstlerischen Bildung und ungewöhnlichen Offenheit für neue Strömungen in der Kunst ihrer Zeit.
Die Künstlerin, die zuvor Klavier bei Ferruccio Busoni in Rom und Malerei in Paris bei Fernand Léger studiert hatte, verbrachte 1927 ein knappes Gastsemester am Bauhaus in Dessau. Obwohl die Fotografie zu dieser Zeit noch kein Unterrichtsfach am Bauhaus war, wurde besonders im Rahmen des Vorkurses von László Moholy-Nagy intensiv mit dem Medium experimentiert. Hier fand Florence Henri die Anregung, selbst zu fotografieren. Noch im gleichen Jahr kehrte sie nach Paris zurück, gab die Malerei auf und widmete sich intensiv der Fotografie. Es entstanden umfangreiche Serien von experimentellen Stillleben- und Porträtkompositionen mit Spiegeln, später auch Stadtansichten und Montagen, deren Inspirationsquellen im Kubismus und Konstruktivismus liegen.

Die Ausstellung umfasst rund 65 Fotografien, Dokumente sowie historische Publikationen. Sie stellt nicht nur das bedeutende Werk einer experimentierfreudigen Fotografin vor, sondern bietet auch einen Einblick in die hochrangige Sammlung, die Ann und Jürgen Wilde in den vergangenen vier Jahrzehnten zusammengetragen haben und die heute Teil der Bestände der Stiftung Ann und Jürgen Wilde an der Pinakothek der Moderne ist.
Das begleitende Magazin ist der zweite Band einer Publikationsreihe, die mit „Die neue Wirklichkeit“ (2011) begonnenen hat, und die in den nächsten Jahren weitere wichtige Stiftungsbestände erschließen wird.