Ferran Adrià bringt documenta 12 in die Cala Montjoi

„Ich habe Ferran Adrià eingeladen, weil er es geschafft hat, seine eigene Ästhetik hervorzubringen, die sich in etwas sehr Einflussreiches in der internationalen Szene verwandelt hat. Daran bin ich interessiert, und nicht, ob die Leute es nun für Kunst halten oder nicht. Es ist wichtig zu sagen, dass künstlerische Intelligenz sich nicht in einem bestimmten Medium manifestiert, dass man Kunst nicht nur mit Fotografie, Skulptur und Malerei etc. identifizieren muss, auch nicht mit dem Kochen im Allgemeinen; jedoch, unter gewissen Umständen, kann es auch Kunst sein.“ Roger M. Buergel
Die Einladung von documenta 12 bedeutet für Ferran Adrià, „die Form seines künstlerischen Beitrags von Null auf zu entwickeln“.
Die Form, die Ferran Adrià fand, um die kulinarische Welt der avantgardistischen Küche mit der Welt der Kunst zu verbinden, besteht darin, dass sein Restaurant elBulli in Cala Montjoi (dt.: kleine Bucht Montjoi) kurzerhand zum Ausstellungsort von documenta 12 wird. Jede andere Form, die auf die einzigartige Erfahrung eines Besuchs von elBulli verzichtet hätte, wäre Ferran Adriàs komplexer Kochkunst nämlich nicht gerecht geworden. Denn laut Adrià „kann nur verstehen, wer auch isst“.
Damit werden über 100 Tage die 50 Gäste, die Adrià allabendlich im stets ausgebuchten elBulli empfängt, auch zu BesucherInnen der Ausstellung.
Aber wie wird das elBulli dann konkret in documenta 12 in Kassel eingebunden? Das geschieht, indem Roger M. Buergel willkürlich BesucherInnen von documenta 12 auswählt und fragt, ob sie nicht Lust auf die authentische Erfahrung eines Abendessens bei elBulli und eine kurze Reise in die Cala Montjoi hätten.
Für Ferran Adrià gehören außerdem die Reflexionen und Diskussionen zwischen verschiedenen Menschen aus den Bereichen Kunst und Kochkunst zu seiner Intervention dazu. An der Entwicklung der Arbeit beteiligt waren neben Ferran Adrià auch Marta Arzak, stellvertretende Leiterin der Kunstvermittlung des Guggenheim Museums in Bilbao und Josep Maria Pinto, Mitautor des Katalogs „El Bulli 1998 – 2002“.

Pressemitteilung: documenta 12

Johanna Maria Huck-Schade