ERWEITERUNGSBAU Museum Küppersmühle Duisburg von Herzog & de Meuron

ERWEITERUNGSBAU  Museum Küppersmühle Duisburg von Herzog & de Meuron


Die Baseler Architekten Herzog & de Meuron werden den Erweiterungsbau des MKM
Museum Küppersmühle für Moderne Kunst realisieren. 22 neue Räume mit rund 2.000m²
Ausstellungsfläche sollen entstehen, der Baubeginn ist für Frühjahr 2009 geplant, die
Fertigstellung soll im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr2010 erfolgen. Finanziell ermöglicht
wird das Vorhaben durch den Zusammenschluss privater und öffentlicher
Zuwendungsgeber: das Land Nordrhein-Westfalen, das Unternehmen Evonik Industries,
die Sammler Sylvia und Ulrich Ströher sowie die Stiftung für Kunst und Kultur e.V.
Bonn. Bauherr ist die Duisburger Gemeinnützige Baugesellschaft AG GEBAG.
Auf der am 20. November in Duisburg stattfindenden Pressekonferenz stellten alle
Beteiligten das Projekt vor und sprachen über Einzelheiten ihrer Kooperation.
Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers betonte: „Mit diesem Erweiterungsbau entwickelt
sich der Duisburger Innenhafen zu einem der interessantesten Orte bildmächtiger
Architekturen in unserem Land. Eine der umfangreichsten Sammlungen deutscher Kunst mit
dem Schwerpunkt Malerei von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart wird hier zu sehen
sein. Auf dem Weg zur Kulturhauptstadt Europas 2010 ist das ein wichtiger Schritt. Der
Duisburger Innenhafen hat die Chance, zu einem Symbol des nachhaltigen Wandels zu
werden.“
Dr. Werner Müller, Vorstandsvorsitzender der Evonik Industries AG, sagte: „Kunst ist ein
Spiegel unserer Zeit. Sie sollte jedem zugänglich sein. Und sie sollte nicht – wie in der
Vergangenheit leider allzu oft – im Depot des Museums Küppersmühle verborgen bleiben.
Damit die Werke, über die das MKM verfügt, der Öffentlichkeit zugänglich werden und
gerade auch mit Blick auf die Kulturhauptstadt 2010, unterstützt Evonik den
Erweiterungsbau des Museums. Wer künftig zeitgenössische deutsche Kunst aller großen
Namen erleben will, der kommt nach Duisburg.“
Herzog & de Meuron, die bereits in den 1990er Jahren die ehemalige Küppersmühle zum
Museum für Moderne Kunst umgebaut haben, begegnen der im Außenbau weitgehend
historisch belassenen Backstein-Architektur des MKM mit einem konträr gestalteten neuen
Baukörper. Der Erweiterungsbau hat die schlichte, reduzierte Form eines Quaders und
inszeniert greifbar den Gegensatz zwischen Schwere und Leichtigkeit. Der monumentale
Baukörper ’schwebt‘ in 36m Höhe teilweise frei über dem Boden. Eine zweite, äußere
Fassade umschließt als transparente Hülle den inneren Baukörper, dessen
Fensteröffnungen gezielte Ein- und Ausblicke ermöglichen. Der Bau wird als weithin
sichtbares Wahrzeichen das Duisburger Stadtbild nachhaltig prägen.
Durch den Erweiterungsbau wird es möglich sein, die umfangreiche Sammlung deutscher
Nachkriegskunst des MKM – die Sammlung Ströher, die derzeit nur in Auszügen im MKM
gezeigt werden kann, – künftig angemessen und mit mehr Spielraum im größeren
Zusammenhang zu präsentieren. Mehr als die doppelte Anzahl an Werken (bislang: rund
100-120 Werke in 15 Räumen) kann künftig gezeigt werden. Der Besucher erlebt einen
Gang durch 60 Jahre Kunstgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Ziel ist es, mit
dem Erweiterungsbau in Duisburg ein Zentrum für deutsche Kunst nach 1945 zu
etablieren. „Mit dem Erweiterungsbau des Museums Küppersmühle und dem großartigen
Engagement des Sammlerehepaars Ströher“, freut sich Kulturdezernent Karl Janssen,
„entwickelt sich unsere Stadt zum bedeutendsten Ort zeitgenössischer deutscher Malerei.
Ich persönlich freue mich sehr, dass das Projekt, für das ich auf Seiten der Stadt der Motor
sein durfte, nun in die Realisierungsphase geht. Das Engagement von Evonik ist ein
Glücksfall für Duisburg.“
Die Sammlung Ströher umfasst mit rund 1.500 Werken zentrale Positionen der
Kunstentwicklung in Deutschland von internationalem Rang, von der unmittelbaren
Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Zahlreiche Künstler der Sammlung gehören nicht nur
in Deutschland zu den wichtigsten, sondern auch international, darunter Josef Albers,
Stephan Balkenhol, Georg Baselitz, Willi Baumeister, Joseph Beuys, Peter Brüning, Karl
Fred Dahmen, Hanne Darboven, Günther Förg, K.O. Götz, Gotthard Graubner, Candida
Höfer, Gerhard Hoehme, Rebecca Horn, Jörg Immendorff, Anselm Kiefer, Imi Knoebel,
Norbert Kricke, Markus Lüpertz, Blinky Palermo, A.R. Penck, Otto Piene, Sigmar Polke,
Gerhard Richter, Bernard Schultze, Emil Schumacher, Fred Thieler, Hann Trier, Rosemarie
Trockel oder Wols. In den erweiterten Räumlichkeiten wird die direkte Konfrontation von
Künstlern der älteren und jüngeren Generation und deren Werken möglich sein. Beispiele
für eine solche fruchtbare Beeinflussung, die im Sinne einer Um- und Neudeutung der Kunst
zu sehen ist, sind etwa Hann Trier und Georg Baselitz, K.O. Götz und Gerhard Richter oder
K.F. Dahmen und Günther Förg.
Eine weitere Besonderheit der Sammlung lässt sich ebenfalls nur durch den Zugewinn an
Räumen konsequent im MKM in Szene setzen, und zwar, so Direktor Walter Smerling, „die
außergewöhnlichen Vergleichsmöglichkeiten individueller künstlerischer Produktion: Von
zahlreichen Künstlern besitzt die Sammlung unterschiedliche Werke aus verschiedenen
Schaffensjahrzehnten, die Einblicke in ihre künstlerische Entwicklung über einen längeren
Zeitraum erlauben. Der Erweiterungsbau bietet erstmalig Gelegenheit, eine umfassende,
vertiefende Darstellung des künstlerischen Oeuvres und Werdegangs dieser Künstler –
Baselitz, Götz, Kiefer, Lüpertz, Richter u.a. – auszustellen“.

Link: http://www.museumkueppersmuehle.