Erweiterung Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20

Mit der Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie für einen Bürgersaal, die Erweiterung von K20 und die Vergrößerung der Tiefgarage auf dem Gebiet zwischen Ratinger Straße/Ratinger Mauer und Paul-Klee-Platz haben sich die Landesregierung und die Stadt Düsseldorf darauf geeinigt, bei diesem auch städtebaulich so wichtigen Projekt gemeinsam vorzugehen.


2004 wurde das Kopenhagener Büro Dissing & Weitling, das den 1986 eröffneten Museumsbau am Grabbeplatz entworfen hat,  mit der entsprechenden Vorplanung beauftragt. Sie bildet die Grundlage für die Errichtung des Erweiterungsbaus der Kunst-sammlung Nordrhein-Westfalen. Damit ist gewährleistet, dass sich für das Museum innen wie außen ein einheitliches Erscheinungsbild ergibt.


Die seit etwa 15 Jahren immer wieder erörterte und von den jeweiligen Landesregierungen ins Auge gefasste und auch versprochene Errichtung eines Anbaus, hat sich in der Vergangenheit als zwingend notwendig erwiesen, um den Aufgaben und Funktionen der Landessammlung besser gerecht zu werden. Einerseits gilt es, den bedeutenden Kunstbesitz der Stiftung und des Landes optimal und in ausreichendem Umfang öffent-lich zugänglich zu machen. Andererseits sollen immer wieder auch publikumswirksame und wissenschaftlich fundierte Ausstellungen in angemessenem Rahmen gezeigt werden, ohne dass größte Sammlungsbestände nicht nur temporär, sondern teil-weise jahrelang in den Depots bleiben. Das Ständehaus bzw. K21 mit seinen kleinen Kabinetten hat keinerlei Verbesserung der Situation von K20 erbracht. Dieser Umstand war allen Be-teiligten klar, als die Umgestaltung des Ständehauses beschlossen und in Angriff genommen wurde. Insofern wird mit dem Kabinettsentscheid vom 21. März 2006 endlich nachgeholt, was Anfang 1995 zwischen der Stiftung Kunstsammlung Nordrhein-Westafeln, dem damaligen Ministerpräsidenten, der Staatskanzlei und dem Fachministerium verabredet wurde, näm-lich nach Fertigstellung des Umbaus des Ständehauses die Er-weiterung des Museums am Grabbeplatz in Angriff zu nehmen.  


Konzeption des Anbaus


Im Erdgeschoss ist eine stützenfreie Ausstellungssituation von ca. 1.200 m² vorgesehen, die von der Haupthalle d. h. dem Foyer des Altbaus aus zugänglich sein soll. Die lichte Höhe wird ca. 6,80 m betragen. Dieser Raum wird künstlich belichtet. Im 1. Obergeschoss ist ein Raum vorgesehen (ca. 135 m²), der an den so genannten „Amerikanersaal“ anschließt. Im 2. Obergeschoss gibt es ähnlich wie im Erdgeschoss eine ca. 1.000 m² große, stützenfreie Ausstellungssituation mit einer Raumhöhe von ca. 4,80 m. Hier herrscht natürliches Oberlicht. Die gesamte Decke wird so ausgebildet, dass sie relativ problemlos abgeschottet werden kann, um in diesen Bereichen unter künstlichem Licht empfindlichere Dinge zei-gen zu können.


Die Erweiterung ist nicht auf bestimmte Kunstgattungen fest-ge¬legt. Traditionelle Medien wie Gemälde und Sockelskulpturen sollen ebenso optimal ge¬zeigt werden können, wie Fotogra-fien, Zeichnungen, Videoprojektionen und multimediale Raum¬installationen. Um den wechselnden Anforderungen Rechnung zu tragen, werden in den beiden großen Hallen im Erdgeschoss und im 2. Obergeschoss in leichter Bauweise entsprechend proportionierte Galerien und Kabinette errichtet. Dadurch wird ein hohes Maß an Flexibilität gewährleistet und die Chance gewahrt, jeweils neue Raumeindrücke zu schaffen, um die Kunstwerke optimal präsentieren zu können.


Der gesamte Raumeindruck wird durch Wände, Böden und Decken bestimmt. Material, Farbe und Struktur sollen so zurückhal-tend wie möglich sein, um nicht von den präsentierten Werken und Objekten abzulenken. Klare Raumkonfigurationen und optimale Proportionen in den Verhältnissen von Höhe zu Breite zu Länge sind notwendig. Die signifikante Ausbildung der Verhältnisse von Tragen und Lasten und eine deutliche Betonung orthogonaler Linien werden bevorzugt, was allerdings die be-wusste architektonische Nuancierung in Gestalt deutlicher Abweichungen von diesen Vorgaben keineswegs aus¬schließt.


Der Zugang zum Museum und den Ausstellungsräumen wird für den gesamten Komplex am bisherigen Ort bleiben, allerdings wird das weit reichende Umbauten des Foyers und der angrenzenden Räumlichkeiten zur Folge haben.


Von großer Bedeutung ist die Verlagerung der Anlieferung, die zwischen der großen Halle im Erdgeschoss und dem Altbau in der Flucht der Fußgängerpassage liegen wird. Diese Position wird es erlauben, einen gesonderten Transportaufzug zu bauen, mit dem nicht nur die Depots, sondern auch das 2. Ober¬geschoss zu erreichen ist. (Bisher kann diese für die Sammlungspräsentation so wichtige Etage nur mit einem Personenaufzug angefahren werden, was zur Folge hat, dass alle größeren Werke über die langen Treppenfluchten getragen werden müssen.)


Die Fassadengestaltung schließt im Material an den „Altbau“ an (Bornholmer Granit). Das noble Erscheinungsbild wird durch die leicht aus der Flucht versetzte Anlieferung und den transparenten Treppenturm am Ende des Flügels bereichert und akzentuiert.


Der Paul Klee-Platz bzw. der Bereich, der letztlich von ihm übrig bleibt, verlangt nach einer Neugestaltung, die überzeu-gend und ansprechend zu sein hat und zugleich die mit den Kunsttransporten verbundenen Verkehrsprobleme berücksichtigt. 


Nettoflächen der Erweiterung


1. Sammlung, Wechselausstellungen 2.374 m2
2. Verkehrswege, Sicherheitszentrale, etc. 922 m2
3. Technikbereiche 164 m²
 GESAMT 3.460 m2


Der seit 1986 bestehende „Altbau“ hat ca. 15.000 m² Nutz- und ca. 2.900 m² Ausstellungsfläche.


 


 

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